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VDMA Maschinenbau leidet unter schwachem Export

| Redakteur: Stéphane Itasse

Die weltweit schwache Industrieproduktion und der Protektionismus haben ihre Spuren in der Exportbilanz der Maschinenbauer aus Deutschland hinterlassen: Mit 179,8 Mrd. Euro lag die Ausfuhr 2019 um 1,5 % unter dem Vorjahr.

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Auch wenn sich die Ausfuhren in die einzelnen Länder sehr unterschiedlich entwickelten, gab es insgesamt 2019 für die deutschen Maschinenexporteure weniger zu tun.
Auch wenn sich die Ausfuhren in die einzelnen Länder sehr unterschiedlich entwickelten, gab es insgesamt 2019 für die deutschen Maschinenexporteure weniger zu tun.
(Bild: Soenke Denis/BLG Logistics)

Mit einer Exportquote von knapp 80 % ist die Branche unverändert stark auf dem Weltmarkt, hängt aber auch von dessen Entwicklung ab, wie der VDMA am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt. „Insbesondere internationale Handelsstreitigkeiten, zunehmender Protektionismus und die Brexit-Hängepartie sowie der tiefgreifende Strukturwandel in der Automobilindustrie haben zu Unsicherheiten und Investitionszurückhaltung in vielen Industrien geführt“, sagt VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann. „Mit Blick auf die aktuellen Auftragseingänge der Maschinenbauunternehmen ist ein erneuter Exportrückgang für das Gesamtjahr 2020 wahrscheinlich“, prognostiziert er.

Maschinenbau wächst im wichtigsten Exportmarkt USA

Zwischen Januar und Dezember stiegen die Ausfuhren in die USA , der Nummer Eins der Zielländer für deutsche Maschinenexporteure, um nominal 4,3 % auf 20,1 Mrd. Euro. Damit entfallen 11,2 % der deutschen Maschinenausfuhren auf die USA. Allerdings nahm die Dynamik im Jahresverlauf deutlich ab. Im ersten Halbjahr 2019 konnten die Maschinenexporte in die USA noch um 7,8 % zulegen, in der zweiten Jahreshälfte nur um rund 1 %.

Nach China schrumpften die deutschen Maschinenexporte 2019 um nominal 1,1 % auf 18,8 Mrd. Euro. Die Volksrepublik hat einen Anteil von 10,5 % an den gesamten deutschen Maschinenausfuhren. „In der zweiten Jahreshälfte 2019 hatte sich das Wachstum in der chinesischen Industrie wieder stabilisiert, und es gab die Hoffnung, dass der Handelskrieg entschärft werden kann. Doch nun ist China mit dem Coronavirus konfrontiert, dessen Auswirkungen auf die weltweiten Exporte noch nicht abschätzbar sind“, sagt Wortmann.

Frankreich und Japan bieten Lichtblicke für den Maschinenbau

Die Exporte in die EU-Länder (85,9 Mrd. Euro) verharrten im Jahr 2019 nahezu auf dem Vorjahresniveau. Die EU-Länder nahmen zusammen 47,8 % der Maschinenexporte auf. Wichtigster Partner ist hier traditionell Frankreich, die Nummer Drei im Exportranking. Hier gab es ein Plus von 5,3 % auf 12,4 Mrd. Euro. „Die französischen Investitionen in Ausrüstungen, unter anderem auch deutsche Maschinen, entwickelten sich im Jahr 2019 deutlich dynamischer als im EU-Durchschnitt. Ein wesentlicher Grund für die Entwicklungen dürfte die Reformpolitik Macrons gewesen sein“, erläutert Wortmann. Hingegen belastete das politische Gezerre um die Modalitäten des Brexits die Ausfuhren nach Großbritannien ab dem zweiten Quartal 2019. Deutsche Maschinenbauexporteure verbuchten von Januar bis Dezember ein Minus von nominal 5,8 % auf 7,4 Mrd. Euro.

Die Türkei und Russland konnten ihr Vorjahresniveau nicht halten. Im Gesamtjahr 2019 schrumpften die Maschinenexporte in die Türkei um 3,3 % auf 3,2 Mrd. Euro. Nach Russland lieferten deutsche Maschinenbauer Waren im Wert von 5,3 Mrd. Euro und damit 1,9 % weniger als 2018. Allerdings verzeichneten die Maschinenexporte in die beiden Länder im zweiten Halbjahr ein Plus von 5,4 beziehungsweise 4,3 %. Weiterhin positiv entwickelten sich die Ausfuhren nach Japan (plus 6,4 % auf 2,9 Mrd. Euro).

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