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Produktionslogistik

MES-Lösung steigert Logistikleistung

| Autor/ Redakteur: Torsten Roscher / Claudia Otto

Kurze Lieferzeiten und Termintreue erfordern flexible, IT-basierte Produktionsplanungs- und Steuerungsprozesse. Ein Elastomerhersteller hat deshalb ein Produktionsleitsystem implementiert, das ihm hilft, Auftragsdurchläufe exakt in die aktuelle Werkstattsituation einzupassen.

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Gerät der zeitkritische Produktionsfluss ins Stocken, entstehen Engpässe, die sich zu schnell anwachsenden Rückständen aufstauen.
Gerät der zeitkritische Produktionsfluss ins Stocken, entstehen Engpässe, die sich zu schnell anwachsenden Rückständen aufstauen.
( Bild: Plato-tec )

Um die Fertigungseffizienz ihres Betriebs zu erhöhen und den Marktanforderungen im internationalen Wettbewerb gerecht zu werden, befasste sich das Unternehmen Lausitz Elaste 2012 mit zwei prozessrelevanten Fragestellungen: Wie kann der Ausnutzungsgrad der Maschinenkapazität verbessert werden und wie lassen sich die verfügbaren Personalressourcen effizienter auf die Arbeitsplätze der Werkstatt verteilen? Seit vielen Jahren fertigt das Unternehmen mit Sitz in Rothenburg in der Oberlausitz Elastomerprodukte von der Klein- bis zur Serienfertigung. Mit einer hohen Variantenvielfalt für unterschiedliche Anwendungen hat sich das Unternehmen erfolgreich aufgestellt.

Produktionslogistische Planungs- und Steuerungsprozesse in Betrieben mit breitem Fabrikatsspektrum gelten jedoch als komplex und störanfällig, da unterschiedliche Fertigungsaufträge mit einem hohen Maschinenbestand, variablen Werkzeugen und vielen Fertigungsteilen verschiedene Arbeitsschritte durchlaufen müssen. In einer mehrstufigen Produktionsstruktur bilden die Faktoren Zeit, Maschine, Personal, Material, Werkzeuge und andere ein engmaschiges funktionales Gefüge, das unmittelbar wechselwirkend auf Veränderungen im Prozessdurchlauf reagiert: Wird ein Faktor durch ungeplante interne Betriebsbedingungen oder durch Eingriffe von außen beeinflusst – Krankheitsausfall, technische Störungen, unzureichende Materialverfügbarkeit oder Einbuchung von Sonderaufträgen –, wirkt sich dies auf das gesamte Auftragsnetz und seine Fertigungsparameter aus. Gerät der zeitkritische Produktionsfluss ins Stocken, entstehen Engpässe, die sich zu schnell wachsenden Rückständen aufstauen. Liefertermine lassen sich dann nur noch unzureichend kalkulieren.

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Systemintegration bedarfsgerecht planen

Da Fertigungsabläufe nicht im Detail prognostizierbar sind, müssen Hersteller ihre Planungs- und Steuerungsprozesse so flexibilisieren, dass die Fertigungsleitung schnell auf veränderte Betriebsbedingungen reagieren kann. Ein modular aufgebautes Produktionsleitsystem (MES – Manufacturing Execution System), das zwischen Unternehmensleitebene und Werkstattebene verortet wird, bietet Handlungsoptionen für die reaktive Feinplanung. Ein entsprechendes Integrationskonzept entwickelte Lausitz Elaste zusammen mit Plato-tec, einem Spezialisten für Leitstandsysteme. Im Vorfeld der Systemimplementierung galt es, informationstechnologische wie betriebs- und organisationsspezifische Fragen gleichermaßen zu beachten: Welche strategischen Ziele verfolgt der Hersteller mit der Integration einer MES-Architektur? Welche funktionalen Anforderungen bestehen an die Module und wie lassen sich diese in die bestehende IT-Landschaft einbinden? Sind die Kompetenzen in der Fertigungssteuerung klar verteilt? Verfügen die Anwender im Leitstand über ausreichend Dispositionsspielraum zur optimalen Umsetzung reaktiver Feinplanungsmaßnahmen? Auf Basis der Prozessanalyse haben die Experten von Plato-tec eine detaillierte Anforderungsspezifikation erstellt.

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