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Feinmess Suhl GmbH

Messmittel-Experten machen 140 Jahre Präzisionsjob

| Redakteur: Peter Königsreuther

Nils Blondin, Geschäftsführer der Feinmess Suhl GmbH, nimmt die geladenen Gäste mit auf eine Reise durch die bewegte Geschichte, des 1878 von Friedrich Keilpart gegründeten Unternehmens.
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Nils Blondin, Geschäftsführer der Feinmess Suhl GmbH, nimmt die geladenen Gäste mit auf eine Reise durch die bewegte Geschichte, des 1878 von Friedrich Keilpart gegründeten Unternehmens. (Bild: Königsreuther)

Seit 1878 ist Suhl eine Quelle, aus der hochpräzise Messsysteme sprudeln, die die Qualität von Maschinen und Bauteilen sichern helfen. Grund genug, diese nicht ganz ohne Erschütterungen abgelaufenen 140 Jahre demnächst zu feiern. Und zwar sowohl rückblickend als auch mit zwei zukunftsweisenden Neuentwicklungen.

Mit Friedrich Keilpart und dem Bau von Lehren und später noch Messuhren, hat die Erfolgsgeschichte einst in dessen Wohnhaus begonnen. Heute, unter dem Namen Feinmess Suhl GmbH (FMS) und der Ägide des Geschäftsführers Nils Blondin, beschreitet das Unternehmen den Weg in die Digitalisierung seiner Systeme.

Bestehende Messgrenzen gesprengt

Anfang des 20. Jahrhunderts sprengte Keilpart mit Feinzeigermessgeräten und Bügelmessschrauben, die Genauigkeiten von unter 0,01 mm hatten, die Machbarkeitsgrenzen. Nach dem Tod des Firmengründers im Jahr 1905 übernehmen die Söhne Max und Hilmar den Betrieb, der 1907 bereits 27 Mitarbeiter beschäftigte. Die Zahl der Aufträge wächst stetig und mit Beginn des Ersten Weltkriegs werden auch spezielle Messgeräte für die Waffenindustrie in das Programm aufgenommen. Eine erneute Erweiterung der Produktionsräume schafft Platz für die inzwischen 55 Angestellten. Weil die Messmittel von Keilpart im Maschinenbau und der Werkzeugfertigung sehr gefragt sind, hält der Erfolg des Unternehmens auch nach Kriegsende an. Während des Zweiten Weltkriegs fertigt der Betrieb vor allem Messwerkzeuge sowie verchromte Sonderlehren für die Rüstungsindustrie und eröffnet 1943 sogar noch einen weiteren Fertigungsstandort.

Der Nachkriegs-Demontage entgangen

Nach dem Zweiten Weltkrieg entging Keilpart nur knapp und durch Beziehungen aus der Vorkriegszeit der Demontage durch die sowjetischen Besatzer, und fertigt ab 1. Mai 1952 unter dem Namen FMS als VEB Feinmesszeugfabrik seine Messuhren, -schieber und -schrauben, als ausgewiesener DDR-Spitzenbetrieb mit fast 1000 Mitarbeitern. Noch im Gründungsjahr können acht Entwicklungsprojekte für die Hochpräzisionsmessung – darunter verschiedene Vergleichs-Messinstrumente wie das Passameter, der Vorläufer des heutigen Digitalpassameters – erfolgreich abgeschlossen werden.

1953 wird die Messuhrenproduktion aus Glashütte sowie die Schieblehren- und Schraublehrenproduktion vom Werk Massi in Werdau übernommen. Im selben Jahr erhält der VEB Feinmesszeugfabrik die Auflage, eine eigene Forschungsabteilung aufzubauen. Diese neue Abteilung, in der 20 Konstrukteure und Facharbeiter beschäftigt waren, gilt heute noch als extrem produktiv.

Erfolgreiche Entwicklung in DDR-Zeiten

Die Kunden kommen zu dieser Zeit aus den Ländern des sozialistischen Auslands, aber auch aus Japan, England, Italien, Dänemark, Belgien, Kanada und Indien. 1965 eröffnet der VEB Feinmesszeugfabrik eine neue Produktionsstätte im nahegelegenen Jüchsen und 1968 erhält der Betrieb auf der Leipziger Frühjahrsmesse die Goldmedaille für die Entwicklung des ersten Kleinlängenmessers KMM30, dem Vorgänger des heutigen Kleinlängenmessers KLM60. In diesen Jahren fertigt man neben den klassischen Messgeräten verstärkt halbautomatische Messvorrichtungen für die Fahrzeugindustrie und vollautomatische Messstationen für die Wälzlagerindustrie.

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