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Hannover Messe 2018

Mexiko bleibt Boommarkt für die deutsche Industrie

| Autor: Stéphane Itasse

Für die deutsche Fertigungsindustrie ist Mexiko zu einem wichtigen Exportmarkt herangewachsen.
Für die deutsche Fertigungsindustrie ist Mexiko zu einem wichtigen Exportmarkt herangewachsen. (Bild: Siemens)

Ob Maschinenbau oder Elektrobranche: Die deutsche Industrie ist derzeit von Mexikos Möglichkeiten begeistert. Stark wachsende Exporte unterstreichen die Einschätzungen zum Gastland der Hannover Messe 2018.

Mexiko hat sich in den vergangenen Jahren zu einem immer wichtigeren Markt für die Maschinenbauer aus Deutschland entwickelt – wie der VDMA berichtet – und ist in Lateinamerika der wichtigste Absatzmarkt für die Branche. Die Maschinenlieferungen aus Deutschland erreichten im Jahr 2016 knapp 2,5 Mrd. Euro, damit belegte Mexiko Platz 16 in der Exportrangliste. 2017 stiegen die Maschinenexporte bis einschließlich November im Vergleich zum Vorjahr um 28 % auf knapp 2,9 Mrd. Euro, sie übertrafen damit sogar die Zuwachsraten der Lieferungen nach China. „Exportorientierte Branchen wie Automotive und Aerospace zogen eine Vielzahl von Investitionen nach sich, von denen der deutsche Maschinenbau profitiert hat“, erläuterte Gabriele Welcker-Clemens, Außenhandelsexpertin für die Nafta-Region im VDMA.

Das Vorhaben der EU, das Globalabkommen mit Mexiko zu modernisieren, soll bis zum Frühjahr 2018 umgesetzt werden. Im Handelsteil des bisherigen Abkommens ist der zollfreie Handel mit Maschinen und Maschinenteilen bereits vereinbart. Allerdings ist nach Ansicht des VDMA eine Modernisierung der nicht mehr zeitgemäßen Ursprungsregeln dringend nötig.

Hohe Erwartungen an neues Freihandelsabkommen mit der EU

Hohe Erwartungen hat der ZVEI an das Freihandelsabkommen, das die EU und Mexiko derzeit verhandeln. Es soll einer 17 Jahre alten Vereinbarung folgen und dem wirtschaftlichen Austausch – derzeit fast 54 Mrd. Euro – neue Impulse geben. Klaus John, Leiter der Abteilung International Trade and Future Markets im ZVEI, sagt: „Das Abkommen wäre ein wichtiges Signal gegen die zunehmenden protektionistischen Tendenzen weltweit. Statt Mauern zu errichten, müssen wir Brücken bauen.“

Insgesamt bietet die mexikanische Wirtschaft der deutschen Elektroindustrie nach Ansicht von John wachsende Betätigungsmöglichkeiten: „Große Potenziale liegen in der Automation und in der Umstellung des Energiesystems auf erneuerbare und klimaschonende Technologien.“ In den ersten elf Monaten 2017 zogen die Exporte der deutschen Branche im Vergleich zum Vorjahr um ein Drittel auf 2,2 Mrd. Euro an. Der Import von elektrotechnischen und elektronischen Erzeugnissen aus Mexiko nach Deutschland legte im selben Zeitraum um knapp 12 % auf 1,8 Mrd. Euro zu.

Mexiko wird für deutsche Exporteure zum Schlüsselland in Lateinamerika

Mexiko ist laut ZVEI für die deutsche Elektroindustrie in Lateinamerika ein Schlüsselland. Die nach Brasilien zweitgrößte Volkswirtschaft ist nicht nur ein immer wichtiger werdender Absatzmarkt, sondern auch als Standort für den nordamerikanischen Wirtschaftsraum von strategischer Bedeutung: Mehr als 83 % der mexikanischen Elektroausfuhren gingen 2016 in die USA und nach Kanada.

„Das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta ist für Mexiko zwar von überragender Bedeutung“, erläutert John weiter. Die durch die US-Regierung ausgelöste Verunsicherung über die Zukunft des Abkommens habe bisher dennoch keine negativen Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung Mexikos genommen. Das Bruttoinlandsprodukt legte im vergangenen Jahr um 2,1 % zu und auch der Export in die USA zog weiter an. „Bei unseren Mitgliedsunternehmen vor Ort vernehmen wir inzwischen eine gewisse Gelassenheit. Erwartet wird ein Kompromiss, der der wirtschaftlichen Verflechtung des Nafta-Wirtschaftsraums gerecht wird.“

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