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Thyssenkrupp Milliardenverluste bei Thyssenkrupp

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Tiefrote Zahlen hat Thyssenkrupp im 3. Quartal zu verbuchen. Die Corona-Pandemie trägt ihren Teil dazu bei.

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Wegen des corona-bedingten Einbruchs der Wirtschaft schreibt Thyssenkrupp tiefrote Zahlen.
Wegen des corona-bedingten Einbruchs der Wirtschaft schreibt Thyssenkrupp tiefrote Zahlen.
(Bild: Thyssenkrupp)

Die Geschäftsentwicklung von Thyssenkrupp war in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres maßgeblich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie beeinträchtigt. Durch zeitweise Werksschließungen bei Kunden war die Produktion in vielen Geschäftsbereichen zu Beginn des 3. Quartals nahezu zum Erliegen gekommen, wie Thyssenkrupp mitteilt. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden die von der Automobilindustrie abhängigen Werkstoff- und Komponentengeschäfte. Hinzu kamen strukturelle Herausforderungen im Stahlbereich in einem insgesamt ohnehin schwierigen Marktumfeld.

Vor diesem Hintergrund ging der Auftragseingang in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorjahr um 19 % auf 19,8 Mrd Euro zurück. Der Umsatz fiel um 15 % auf 21,6 Mrd Euro. Trotz der eingeleiteten Gegenmaßnahmen im Zuge der Corona-Pandemie lag das Bereinigte EBIT nach 9 Monaten mit -1.122 Mio Euro deutlich unter Vorjahr (42 Mio Euro), wie es aus Essen heißt. Allein auf das von der Pandemie besonders betroffene 3. Quartal entfällt ein Bereinigtes EBIT von -679 Mio Euro. Zuletzt hatte Thyssenkrupp für den Zeitraum von April bis Juni einen Verlust im hohen dreistelligen Millionen-Bereich prognostiziert und dabei einen Wert von bis zu gut 1 Mrd. Euro nicht ausgeschlossen.

Besonder Werkstoff- und Komponentengeschäfte beeinträchtigt

Bei Automotive Technology sind die Folgen der Corona-Pandemie besonders deutlich. Nachdem die Nachfrage im weltgrößten Automobilmarkt China bereits im Februar eingebrochen war, folgten ab März insbesondere in Europa, den USA und in Mexiko weitere Werksschließungen großer Kunden in Folge der Lockdown-Maßnahmen. In China zeigte sich nach Lockerungen der Beschränkungen eine leichte Erholung ab Ende April. Auftragseingang und Umsatz gingen in den ersten 9 Monaten um 14 beziehungsweise 12 % gegenüber dem Vorjahr zurück, wie es weiter heißt. Diese Entwicklung mache sich auch im operativen Ergebnis bemerkbar. Das Bereinigte EBIT lag mit -157 Mio Euro deutlich unter dem Vorjahr (17 Mio Euro).

Bei Industrial Components zeigten sich die Großwälzlager insbesondere aufgrund der guten Auftragslage in Deutschland und China im Bereich Windenergie weiterhin stark. Beim Schmiedegeschäft belasteten – in einem ohnehin schwachen Markt für Lkw- und Baumaschinen-Komponenten – das Herunterfahren aller wesentlichen Werke in Folge der Corona-Pandemie das Geschäft. Insgesamt verringerten sich Auftragseingang und Umsatz um 21 beziehungsweise 17 %. Das Bereinigte EBIT lag mit 122 Mio Euro unter Vorjahresniveau (168 Mio Euro).

Die Geschäftsentwicklung bei Steel Europe war weiterhin durch die äußerst herausfordernde Lage im Stahlmarkt gekennzeichnet, wie Thyssenkrupp mitteilt. Die bereits im März spürbar gesunkene Nachfrage aus der Automobilindustrie brach im Verlauf des 3. Quartals zunehmend auch durch rückläufige Bestellmengen seitens anderer Industriekunden weiter ein. Stabil entwickelte sich der Verpackungsstahl. In der Summe lagen Auftragseingang und Umsatz nach 9 Monaten um 24 beziehungsweise 20 % unter Vorjahr. Das Bereinigte EBIT rutschte durch die rückläufigen Versandmengen und den anhaltenden Kostendruck weiter in die Verlustzone und betrug -706 Mio Euro nach 77 Mio Euro im Vorjahreszeitraum. Die im März gestartete Umsetzung der Stahlstrategie 20-30 zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wird nun umso konsequenter vorangetrieben.