Klebriger Knutschkatalysator Münchener Forscher machen aus Mistelbeeren Superkleber

Quelle: TU München 2 min Lesedauer

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Trifft man sich zur Weihnachtszeit unterm Mistelzweig, berühren sich die Lippen. Zum Glück überträgt sich eine gewisse Kraft in den darüber schweben Beeren nicht auf die Personen darunter ...

Die Mistel und ihre Beeren! Wer hätte gedacht, dass in den weißen Früchten dieser Schmarotzerpflanze Substanzen enthalten sind, aus denen man mit unbedenklichen Zusätzen einen biobasierten Superkleber machen kann? Sie nicht? Na, dann lesen Sie mal ...(Bild:  Grüner Wohnen)
Die Mistel und ihre Beeren! Wer hätte gedacht, dass in den weißen Früchten dieser Schmarotzerpflanze Substanzen enthalten sind, aus denen man mit unbedenklichen Zusätzen einen biobasierten Superkleber machen kann? Sie nicht? Na, dann lesen Sie mal ...
(Bild: Grüner Wohnen)

Mistelzweige gelten in vielen Kulturen als Glücksbringer. Aber für Bäume sind diese Halbparasiten eher eine Belastung, denn sie entziehen ihren Wirten Wasser und damit Nährstoffe. Doch diese Schmarotzerpflanze könnte nun zu einer nachhaltigen Alternative für erdölbasierte Industriekleber werden. Denn Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben einen leistungsfähigen Klebstoff entwickelt, dessen wichtigste Zutat aus den Beeren der Mistel gewonnen wird, wie jetzt berichtet wird. Der so natürlich vollständig biobasierte Kleber, der auf den natürlichen Zuckern in der Beere besteht, haftet unter anderem auf Holz, Metall, Glas und sogar auf dem schwer zu verklebenden Kunststoff Teflon (PTFE). Die Experten ergänzen die Rezeptur außerdem mit Gerb- und Apfelsäure, wie sie anmerken. Besonders interessant sei, dass man durch Erwärmung eine gelöste Klebeverbindung mehrfach wieder aktivieren könne. Das gilt als Chance, künftig Reparaturen und Recycling zu erleichtern, wenn es etwa um elektronische Geräte geht.

Endlich ein biobasierter Klebstoff, der was kann ...

Die Inspiration dafür lieferte die Natur selbst, denn die Samen der Mistel haften mithilfe einer klebrigen Substanz an Ästen und können so neue Wirtsbäume befallen. In Versuchen erreichte der Klebstoff hohe Festigkeiten auf unterschiedlichen Materialien – darunter Birkenholz, Edelstahl, Aluminium und Glas. Und, wie gesagt, selbst auf Teflon, das wegen seiner eigentlich anti-haftenden Oberfläche ohne aggressive Vorbehandlung kaum verklebt werden kann. Aber die neue Mistel-Formulierung erreichte belastbare Verbindungen, wie die Forscher erfreut betonen. Der Bio-Klebstoff erreicht nämlich mit bis zu über zehn Megapascal in Sachen Scherfestigkeit Werte, die der Größenordnung technischer Strukturklebstoffe nahekommen. Die Forscher merken dabei an, dass viele biobasierte Klebstoffe derzeit entweder nicht leistungsfähig genug oder ihre Herstellung aufwendige chemische Schritte erfordert. Das könnte sich jetzt wahrscheinlich ändern.

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