Kommt der Super-KI-Freud? Wie weit dürfen Maschinen mit KI gehen?

Quelle: Universität des Saarlandes 5 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ein Team an der Universität des Saarlandes hat herausgefunden, dass gewisse Körperteile die menschliche Gefühlslage doch verraten können. Was, wenn das KI-Maschinen noch besser könnten ...?

Forscher an der Universität des Saarlandes machen sich aufgrund Aufsehen erregender Erkenntnisse nun Gedanken darüber, was man zukünftigen KI-Systemen – darunter auch Maschinen – in puncto Analyse menschlicher Gefühle durch Körpersignale erlauben sollte ...(Bild:  KI-generiert)
Forscher an der Universität des Saarlandes machen sich aufgrund Aufsehen erregender Erkenntnisse nun Gedanken darüber, was man zukünftigen KI-Systemen – darunter auch Maschinen – in puncto Analyse menschlicher Gefühle durch Körpersignale erlauben sollte ...
(Bild: KI-generiert)

Die Ohrmuskeln des Menschen offenbaren seine Gefühle, wie Dr. Farah Corona-Strauss und Sophie Bonnaire herausgefunden haben, die am „Systems Neuroscience & Neurotechnology Unit“ in Saarbrücken und Homburg forschen. Die Expertinnen konnten etwa beweisen, dass die Ohrmuskeln nicht nur verraten, wem und wie intensiv wir zuhören, sondern auch, wie stark uns etwas bewegt. Und das klappt in Sekundenbruchteilen. Mit Blick auf die KI-Debatte um deren Gefahren für die Gesellschaft dränge sich auf zu überlegen, was eine Maschine in Zukunft dürfen sollte, wenn sie die Gefühle von uns potenziell besser erkennt als wir selbst. Dazu sind zwei Veröffentlichungen des Teams um Professor Daniel J. Strauss erschienen: Die Forschungsergebnisse werden in den „IEEE Transactions on Affective Computing“ vorgestellt, und ein Perspektivartikel in „Frontiers in Artificial Intelligence“ definiert erstmals den Begriff der „super-emotionalen Intelligenz“.

Und wir können`s doch! Darwin hat sich einst geirrt

„Unsere Ohrmuskeln reagieren unmittelbar auf das einzelne Ereignis, das uns emotional bewegt – beispielsweise auf einen Ton oder auf ein Gesicht, das kurz in einer Szene auftaucht. Dies geschieht innerhalb von Sekundenbruchteilen und ist visuell nicht wahrnehmbar“, erklärt Professor Daniel J. Strauss Neurowissenschaftler und Informatiker. Das Besondere sei, dass Charles Darwin die menschlichen Ohrmuskeln einst für verkümmert erklärt und dem Menschen 1872 den Gefühlsausdruck über die Ohren abgesprochen hatte, den er aber bei Tieren so genau beschrieb. Denn angelegte Ohren zeigen Angst und Wut. Aufgestellte Ohren signalisieren Aufmerksamkeit – wie es jeder kennt, der mit einem Hund oder einer Katze lebt. Die Saarländer Forscher konnten nun aber zeigen, dass das verkümmerte Evolutionsrelikt in unserem Kopf – die Steuerung der Ohrmuskeln – eben nicht nur verrät, wem wir zuhören, sondern auch, was wir dabei fühlen. Zwar können wir die Ohren nicht mehr ausrichten, das Muskelsignal ist aber geblieben! Was Darwin für verloren hielt, ist nur leiser geworden, stellt Strauss fest.

Erregende Szenen bringen die Ohrmuskeln in Fahrt

Bei Tests machten Probanden nämlich unbewusst winzige Ohrbewegungen, die genau in die Richtung gingen, in die sie ihre Aufmerksamkeit lenkten. Die Forscher konnten diese Reaktion unter anderem anhand von elektrischen Impulsen des rudimentären motorischen Systems des Ohres nachweisen. In Folgestudien zeigte die Gruppe, dass die Ohrmuskeln auch anzeigen, wie anstrengend das Zuhören ist, selbst wenn Hörgeräte getragen wurden. Wenn das Ohr aber auf Geräusche reagiert, die uns wichtig sind, reagiert es dann auch auf das, was uns emotional berührt? Man zeigte den Probanden deshalb kurze Filmszenen – sowohl angenehme als auch unangenehme. Und innerhalb von Sekundenbruchteilen wurden deren Muskeln umso aktiver, je erregender eine Szene war – unabhängig davon, ob schön oder gruselig. Die Muskelantwort passt dann auch zu dem, was die Probanden selbst berichten. Diese Ergebnisse geben gleichzeitig zu denken, wenn man die künstliche Intelligenz ins Spiel bringt ..

(ID:51010555)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung