Interview mit dem CEO von Maxon Motor

Mit Automatisierung den Werkplatz Schweiz sichern

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SMM: Maxon-Motoren waren bereits weit unter der Erde und auch weit im All. Was können Kunden in Zukunft aus Sachseln erwarten respektive welche Trends beschäftigen Sie momentan?

Elmiger: Die Miniaturisierung ist ein klarer Trend. Antriebssysteme müssen immer kleiner, leistungsfähiger und gleichzeitig intelligenter werden. Sensorik spielt auch eine immer wichtigere Rolle sowie die Vernetzung der Systeme. Maxon bewegt sich deshalb immer stärker in Richtung Systemspezialist. Auch wenn wir mit Elektromotoren bekannt geworden sind: Künftig werden wir Systeme in die Kundenanwendungen integrieren, die aus Motor, Getriebe, Sensoren und Steuerung bestehen. Hinzu kommen mit der Zeit Mastersteuerungen, Software, Interfaces und das ganze Batteriemanagement bei mobilen Anwendungen. Das wird der künftige Weg unseres Unternehmens sein.

Mit Blick auf die einzelnen Märkte hat neben der Medizintechnik sicher der gesamte Bereich der mobilen Robotik großes Potenzial – sei es in der Rehabilitation oder auch bei autonomen Robotern, die etwas ausliefern, Lagerbestände transportieren oder beispielsweise Früchte pflücken.

SMM: Eine 30-Millionen-Franken-Investition in das Innovation Center, da merkt man bereits, dass Maxon nach wie vor an den Werkplatz Schweiz glaubt. Wo sehen Sie denn die Stärken des hiesigen Werkplatzes?

Elmiger: Wir profitieren von einem hervorragenden Bildungssystem in der Schweiz, weshalb wir auch eng mit zwei Hochschulpartnern in Luzern und Lausanne zusammenarbeiten und vor Ort jeweils ein Maxon Lab aufgebaut haben. Auch mit der ETH Zürich pflegen wir einen sehr engen Kontakt und werden wiederum ihren Cybathlon Event 2020 unterstützen – dieses Mal als Presenting Partner. Dies alles führt dazu, dass wir immer wieder topausgebildete Ingenieure finden. Darüber hinaus bietet der Standort unseres Hauptsitzes eine hohe Rechtssicherheit, eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr und eine wundervolle Natur. Nicht zuletzt pflegen wir eine sehr gute Zusammenarbeit mit den regionalen Behörden.

SMM: Und welche Schwächen hat der Werkplatz Schweiz?

Elmiger: Eine der wenigen Schwächen ist vielleicht, dass wir in unserem Land durch den Erfolg etwas bequem geworden sind und extrem teuer. Da ich viel unterwegs bin, sehe ich ganz unterschiedliche Kulturen. Und in Ländern wie Südkorea zum Beispiel sind die Leute richtig hungrig – dort herrscht ein ähnliches Klima wie in der Schweiz vor etwa drei Jahrzehnten.

SMM: Der Fachkräftemangel hat sich wiederum leicht verstärkt. Wie begegnet Maxon diesem? Der Standort Sachseln wirkt auf viele sicherlich nicht so „sexy“ wie beispielsweise Zürich.

Elmiger: Da bin ich anderer Meinung. Natürlich ist es nicht einfach, Ingenieure zu überzeugen, von Zürich oder der Westschweiz nach Obwalden zu ziehen. Allerdings kommen viele Topleute genau wegen der Lage zu uns. Hier finden sie einen Hightech-Arbeitgeber mit vielen spannenden Projekten sowie flexiblen Arbeitszeiten, und die Berge sind gleich vor der Türe. Und wer hat schon eine eigene Bahn-Haltestelle und ein eigenes Personalrestaurant mit der besten Aussicht der Zentralschweiz.

Dieser Artikel erschien zuerst auf unserem Schwesterportal www.maschinenmarkt.ch

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