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Interview mit dem CEO von Maxon Motor

Mit Automatisierung den Werkplatz Schweiz sichern

| Autor: Silvano Böni

«Eine der wenigen Schwächen der Schweiz ist, dass wir in unserem Land durch den Erfolg etwas bequem geworden sind.» Eugen Elmiger, CEO Maxon Motor AG
«Eine der wenigen Schwächen der Schweiz ist, dass wir in unserem Land durch den Erfolg etwas bequem geworden sind.» Eugen Elmiger, CEO Maxon Motor AG (Bild: Maxon Motor)

Maxon ist bekannt geworden durch seine hochpräzisen Motoren. Wieso sich die Antriebsspezialisten aus Sachseln nun zum Systemanbieter entwickeln, erklärt CEO Eugen Elmiger im Gespräch mit dem SMM. Weitere Themen waren der Werkplatz Schweiz, die Robotik sowie der Fachkräftemangel.

SMM: Der Werkplatz Schweiz hat seit 2015 arg unter der Stärke des Franken gelitten. Wie ist Maxon durch diese schwierigen Jahre gekommen? Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um diese Situation zu meistern?

Eugen Elmiger: Glücklicherweise haben wir schon vor Jahrzehnten begonnen, Produktionen in anderen Ländern wie etwa Deutschland, Ungarn oder Korea aufzubauen. Im Zuge der Frankenstärke mussten wir diese Standorte dann weiter stärken und etwas schneller als geplant Produktionslinien vor Ort ausbauen. Wir mussten rasch handeln, denn unsere damalige Budgetplanung wurde über Nacht über den Haufen geworfen. Doch genau diese Flexibilität und globale Aufstellung ist eine unserer Stärken. Der Ausbau ist seither unvermindert weitergegangen. In Korea haben wir im letzten Jahr das dritte Produktionsgebäude eingeweiht, in Deutschland ist ebenfalls ein neues Gebäude dazugekommen und diesen März eröffnen wir unsere Produktionsstätte in den USA. Weltweit produzieren und montieren wir inzwischen in acht Ländern Antriebslösungen. Und trotz allem haben wir auch unseren Hauptsitz in der Schweiz gestärkt und rund 30 Mio. Schweizer Franken in das neue Innovation Center investiert.

SMM: Und wie ist für Maxon das vergangene Geschäftsjahr 2018 verlaufen?

Elmiger: Wir kommunizieren unsere Geschäftszahlen jeweils erst im Juni. Trotzdem kann ich schon jetzt sagen, dass wir dank der guten Konjunktur und dem unglaublich großen Einsatz unserer Mitarbeitenden die Umsatzmarke von 500 Millionen Franken erstmals übertroffen haben. Für uns ist das ein toller Erfolg. So wollen wir weitermachen.

SMM: Sie erwähnten das neue Innovation Center, welches nach zweijähriger Bauzeit vor kurzem eröffnet wurde. Was wird dort genau gemacht? Was erhoffen Sie sich vom Neubau?

Elmiger: Im Innovation Center bündeln wir unsere Kompetenzen. Die verschiedenen Abteilungen der Forschung & Entwicklung arbeiten nun dort zusammen, ebenso unsere Business Units, die sich auf die Maxon-Kernmärkte konzentrieren: Medical, Aerospace, Industrial Automation, Transportation sowie E-Mobility & Robotics.

Zudem haben wir mit dem Innovation Center die Produktionsfläche für Medical-Antriebe insgesamt verdreifacht. Dort werden nun die kleinsten Präzisionsantriebe gefertigt, die teils nur 4 mm Durchmesser besitzen. Ebenfalls haben wir neue Reinräume der höheren Klasse installiert, wo wir künftig Antriebe produzieren, die im Innern des menschlichen Körpers zum Einsatz kommen.

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