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Werkzeuge Mit dem richtigen Werkzeug das Beste aus der Maschine holen

| Autor / Redakteur: Gudrun Zercher / Mag. Victoria Sonnenberg

Am Standort Dresden hat ein Sondermaschinenbauer in Vergleichstests mehrere Werkzeugmaschinen auf Herz und Nieren geprüft. Doch mit den Maschinen war es nicht getan. Für beste Ergebnisse musste noch ein Werkzeugspezialist gefunden werden.

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Abnahmebauteil zur Evaluation eines Bohrwerks: Musterteil mit 20 Geometrien, Schweißkonstruktion aus V4A.
Abnahmebauteil zur Evaluation eines Bohrwerks: Musterteil mit 20 Geometrien, Schweißkonstruktion aus V4A.
(Bild: Glatt)

Der Sondermaschinenbauer Glatt Systemtechnik GmbH ist Spezialist auf dem Gebiet der Veredelung und Verarbeitung von Pulvern im Life-Science-Bereich. Mit 14 Niederlassungen und Töchtern weltweit unterstützt Glatt Kunden aus den Bereichen Pharma, Food/Feed und Fine Chemicals mit innovativen Prozesslösungen. Am Standort in Dresden betreibt Glatt die Einzelfertigung von Produkt-Handlingsystemen. Das bedeutet, jede Anlage wird im Kundenauftrag individuell hergestellt.

Wenn es um die Neuanschaffung von Werkzeugmaschinen für die Produktion geht, schaut man in Dresden ganz genau hin: „Als Sondermaschinenbauer machen wir jedes Bauteil nur ein einziges Mal, wir haben keine Serienfertigung und produzieren auch nicht auf Vorrat“, erklärt Joerg Stadie, Werksleiter bei Glatt Systemtechnik GmbH in Dresden. „Für uns ist es deshalb wichtig, dass wir mit unserem Maschinenpark jeden einzelnen Auftrag auf Anhieb, in der erwünschten Qualität und unter Einhaltung der Zeitvorgaben erfüllen. Bei uns zählen Prozesssicherheit und Schnelligkeit. Neue Produktionsmaschinen bedeuten Investitionen in Millionenhöhe und müssen halten, was sie versprechen.“ Bevor eine neue Maschine angeschafft wird, wird daher ausgiebig getestet, und diese Tests sind alles andere als trivial. Denn die neue Maschine muss ihr Können an einem konkreten Abnahmewerkstück unter Beweis stellen – sonst gibt es keinen Zuschlag.

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Jährlich werden zwei Maschinen ausgetauscht

Damit der aus rund 30 Werkzeugmaschinen bestehende Maschinenpark stets auf dem aktuellen Stand ist, werden bei Glatt jährlich zwei Werkzeugmaschinen abgelöst. Im Jahr 2016 wurde unter anderem die Anschaffung eines neuen Bohrwerks beschlossen; 2017 stand der Kauf einer neuen Fräsmaschine auf dem Programm. Jeweils drei Maschinen verschiedener Hersteller erfüllten die technischen Spezifikationen. Es stellte sich nun die Frage, wie sich diese Maschinen in den Praxistests bewähren und ob sie die Qualitätsanforderungen sowie alle Zeitvorgaben zuverlässig erfüllen würden. Für die Tests wurde jeweils ein Bauteil aus Edelstahl als hochkomplexe Schweißbaugruppe mit allen voraussichtlich in Zukunft zu verarbeitenden Geometrien konstruiert.

Grenzen der Maschinen ausloten

„Wir wollten die Grenzen der Maschinen ausloten, um sicherzugehen, dass wir unser Geld an der richtigen Stelle ausgeben“, so Thomas Haubold, Leiter Vorfertigung bei Glatt. „Deshalb haben wir die Geometrien von zwanzig Bauteilen, darunter spezielle Außen- und Innenkonturen sowie Bohrungen von 0,2 mm Durchmesser, auf die Abnahmeteile gepackt. Jetzt fehlte nur noch das passende Werkzeug. Denn das Werkzeug ist entscheidend, wenn man das Beste aus der Maschine herausholen will.“

Die Suche nach dem passenden Werkzeugkonzept erwies sich als weniger einfach, als gedacht. Zunächst richtete sich Glatt an die Maschinenhersteller selbst – schließlich kennen diese ihre Produkte am besten. Allerdings war schnell klar, dass die Maschinenbauer hier nur bedingt weiterhelfen konnten. Auch die Zusammenarbeit mit Werkzeugherstellern brachte nicht das passende Ergebnis. „Wir brauchten einen echten Werkzeugspezialisten mit einschlägiger Erfahrung über verschiedene Werkzeugmarken hinweg“, erzählt Mario Kühn, Meister in der Zerspanung bei Glatt. „So sind wir auf die Hoffmann Group gestoßen. Die Hoffmann Group hat den Vorteil, dass sie als Händler nicht nur ihre eigenen Garant-Produkte, sondern auch die Produkte anderer Hersteller sehr gut kennt und ihre Kunden vor Ort durch geschulte Anwendungstechniker betreut. Diesen Praxisbezug merkt man im Gespräch sofort.“

Service-Paket als Komplettbearbeitungslösung für Bauteile

Die Hoffmann Group bietet mit ihrem Service-Paket „Tool Concept“ eine Komplettbearbeitungslösung für Bauteile an, bei der die konkrete Anforderung des Kunden im Mittelpunkt steht. Das heißt, die Berater der Hoffmann Group haben nicht nur die Werkzeuge, sondern den gesamten Bearbeitungsprozess im Blick – von der Planung bis zur Nachbereitung. Am Anfang von Tool Concept stehen die ausführliche Analyse und die Definition der technischen Aufgabenstellung unter den gegebenen Rahmenbedingungen. Professionelle Zerspanungsexperten mit AV-Erfahrung entwickeln darauf aufbauend die Bearbeitungsstrategie für jede Teiloperation und damit in Summe die Komplettbearbeitung für das Bauteil. Erst dann werden die Zerspanungswerkzeuge und die Aufspannungen festgelegt. Das Ergebnis ist ein detailliertes Bearbeitungskonzept mit Spannlösung, Bearbeitungsstrategie, Werkzeugempfehlung, Technologie- und CAD-Daten sowie einer kaufmännischen Aufstellung. Zur Sicherung der Bauteilqualität bekommt der Kunde auf Wunsch zusätzlich eine Empfehlung zur Messstrategie und den Messmitteln.

Zu mehr Flexibilität in der Bearbeitung durch ein zusätzliches Aufspindeln

Bei Glatt stellte die Hoffmann Group schließlich fest, dass sich ein Teilprozess auch mit einem Standardwerkzeug anstatt des von einem Werkzeughersteller empfohlenen Spezialwerkzeugs bewerkstelligen ließ, wenn zusätzlich aufgespindelt wurde. Mario Kühn ist begeistert: „Durch das zusätzliche Aufspindeln sind wir flexibler und wir haben zusätzlich auch noch die Prozesssicherheit erhöht.“ Insgesamt umfassen die von der Hoffmann Group für die beiden Maschinen geschnürten Werkzeugpakete rund 60 Werkzeuge; 80 % davon sind Werkzeuge der hauseigenen Premiummarke Garant. „Wir haben in der Zerspanung sehr leistungsstarke Garant-Produkte, decken damit aber nicht alle Spezialbereiche ab“, so Reinhard Beyer, Teamleiter PBP/TC Tool Concept bei der Hoffmann Group. „Deshalb sind wir nicht nur auf die hauseigenen Werkzeuge fokussiert.“ Genau diese Flexibilität ist der große Vorteil der Hoffmann Group.

Das Rennen um die geeignetsten Werkzeugmaschinen machten übrigens ein CNC-Bohrwerk TOS WHQ und eine Micron VCE 1000Pro. Heute fertigt Glatt manche Bauteile in zwei Stunden, wofür früher in konventioneller Bearbeitung drei Schichten benötigt wurden – das bedeutet eine Reduktion der Durchlaufzeit um 90 % bei Fertigungskosten, die um 70 % niedriger sind.

„Der Ansatz der Hoffmann Group hat uns überzeugt“, fasst Stadie zusammen. „Wir werden als nächstes eine neue Drehmaschine beschaffen und mit Tool Concept testen – dann werden die Effekte noch größer. Die Hoffmann Group ist für uns nicht nur ein Lieferant, sondern ein echter Systempartner.“

* Gudrun Zercher ist freie Journalistin in München. Weitere Informationen: Hoffmann GmbH Qualitätswerkzeuge in 81241 München, Tel. (0 89) 83 91-0, info@hoffmann-group.com

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