Kunststoffexperten Mit Kunststoff-Know-how gegen die Corona-Pandemie

Redakteur: Peter Königsreuther

Ensinger stellt jetzt Messzellen für Sensoren her. Der Kunststoffexperte trage damit zur Qualitätskontrolle in biopharmazeutischen Prozessen bei. Unter anderem mit Blick auf Covid-19-Impfstoffe.

Firmen zum Thema

Bei der Produktion von Impfstoffen und anderen Biopharmazeutika ist die Qualitätsüberwachung von großer Bedeutung. Single-Use-Cells aus Spezialkunststoff bilden die Schnittstelle der Mess-Sensoren zur Flüssigkeit.
Bei der Produktion von Impfstoffen und anderen Biopharmazeutika ist die Qualitätsüberwachung von großer Bedeutung. Single-Use-Cells aus Spezialkunststoff bilden die Schnittstelle der Mess-Sensoren zur Flüssigkeit.
(Bild: Optek)

Um ausreichend Impfstoff für die Bekämpfung der Corona-Pandemie herzustellen, werden in der Produktion unter anderem Sensoren benötigt. Messzellen, die beispielsweise von Ensinger aus einem Hochleistungskunststoff für das Unternehmen Optek produziert werden. Diese sollen die Überwachung der Qualität im Rahmen von biopharmazeutischen Prozessen ermöglichen.

Die Sensoren erfassen beispielsweise die Temperatur, den pH-Wert oder die Proteinkonzentration in flüssigen Medien. Besonders das System mit den Messschnittstellen zum Medium sei komplex und nach der Messung recht schwierig zu reinigen. Statt Durchflussarmaturen aus Edelstahl nutze man deshalb zunehmend sogenannte Single-Use-Cells (SUC), die nach der Verwendung entsorgt werden. Sie sollen Kontaminationsrisiken sowie Ausfallzeiten, Kosten für die chemische Reinigung, Sterilisierung und Validierung der Anlagen minimieren.

Bildergalerie

Starke Zusammenarbeit mit Werkstoff-Partner

Die Herstellung der Messzellen, die außer Polyphenylsulfon (PPSU), noch Glas und Metall erfordert benötigt nicht zuletzt eine hochpräzise Fertigungstechnik, heißt es weiter. Dabei ist Ensinger vor allem auf Partner wie Solvay angewiesen. Von Solvay wurde das Unternehmen nämlich mit dem nötigen Fachwissen rund um die Materialprüfung unterstützt und mit Tipps hinsichtlich der Einhaltung von Vorschriften versorgt. Der biologisch unbedenkliche Kunststoff PPSUzeichnet sich laut Hersteller durch hohe mechanische, chemische und thermische Stabilität aus. Er könne mit allen gängigen Methoden gereinigt und sterilisiert werden. Am Hauptsitz von Ensinger wird das Granulat zu Halbzeugen extrudiert. Die Weiterverarbeitung der Platten und Stäbe mit der Produktbezeichnung „Tecason-P-MT“ erfolgt in einem Zweigwerk der Ensinger Gruppe.

Aus den Halbzeugen dreht und fräst man dann die Einzelteile, prüft die Qualität und setzt sie nach der Reinigung kundenspezifisch zu Baugruppen zusammen, erklärt Ensinger. In Serie konfiguriert und verpackt Ensinger derzeit rund 100 Varianten der Messzellen für die Optek-Sensoren.

(ID:47717450)