Antriebstechnik Mit Messtechnik Getriebe an die Anwendung anpassen

Redakteur: Beate Christmann

Um Investitionskosten für Unternehmen zu senken und Stillstandszeiten zu vermindern, haben die Entwickler von Siemens eine neue Messtechnik für Getriebe vorgestellt. Anhand erhobener Betriebsdaten soll es möglich werden, Getriebe künftig exakt an die jeweilige Anwendung anzupassen.

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Die digitale Abbildung der Belastungsdaten von Getrieben wie Drehzahl, Drehmoment, Vibration und Temperatur ermöglicht Rückschlüsse auf Betriebssicherheit, Verfügbarkeit und Produktivität.
Die digitale Abbildung der Belastungsdaten von Getrieben wie Drehzahl, Drehmoment, Vibration und Temperatur ermöglicht Rückschlüsse auf Betriebssicherheit, Verfügbarkeit und Produktivität.
(Bild: Siemens AG)

Die industriellen Einsatzzwecke von Getrieben sind ebenso vielfältig wie ihre Ausführungen. Leider werden in Maschinen häufig nicht exakt passende Getriebe verbaut – hohe Anschaffungskosten und teure Maschinenstillstände durch Überlastung können die Folge sein.

Siemens baut Getriebe für Industrieanwendungen, von Förderbändern über Kräne oder Schiffe bis hin zu riesigen Gesteinsmühlen. Mit Flender Gearlog stellt der Technologiekonzern eine Messtechnik vor, die es ermöglichen soll, das geeignete Getriebe für die entsprechende Anwendung zu dimensionieren. Sowohl die eingesetzten Drehmomentsensoren als auch ein Rechner für die hoch frequentierte Datenerhebung und eine Software für die Aggregation der Messwerte mussten komplett neu entwickelt werden.

Frequenzumrichter erschweren Ermittlung des Lastkollektivs

Das sogenannte Lastkollektiv (alle Lastzustände und deren Zeitanteil, die ein Getriebe während des Betriebs erfährt) bestimmt das Design eines zum Einsatz kommenden Getriebes. Es ergab sich früher aus punktuellen Messungen, gepaart mit dem Erfahrungswissen der Ingenieure.

Heute jedoch wird es immer komplizierter, diese Werte zu ermitteln: Um den Maschinenbetrieb ökonomisch an verschiedene Betriebssituationen anpassen zu können, kommen Frequenzumrichter zum Einsatz, die die Rotationsgeschwindigkeiten regulieren: So laufen beispielsweise Förderbänder, um Energie zu sparen, mal schneller oder langsamer. Aus Angst vor kostenintensiven Ausfällen legen Ingenieure im Zweifel die größere Last zugrunde und das Getriebe wird damit zu groß gewählt.

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