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Produktpiraterie

Mit vereinten Kräften Produkte und Know-how schützen

| Autor: Claudia Otto

7,9 Mrd. Euro sind es, die deutsche Maschinen- und Anlagenbauer jährlich durch Produktpiraterie verlieren. Dies belegt eine Studie des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) aus dem Jahr 2012. Beim Anwendertag Produktpiraterie wurden die Kräfte gegen die Piraten gebündelt.

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"Es gibt nichts, was es nicht gibt", sagte Ingrid Bichelmeir-Böhn, Team Brand Protection, Schaeffler Technologies AG & Co. KG, in Bezug auf die Vielfalt von Fälschungen.
(Bild: Otto)

Sich vor Produktpiraten zu schützen, ist anspruchsvoll, aber zugleich unerlässlich. Aus diesem Grund hat der VDMA am 18. Februar 2013 in Frankfurt am Main den Anwendertag Produktpiraterie veranstaltet. Dort präsentierten Unternehmen den erfolgreichen Einsatz von Maßnahmen gegen Fälscher. Darüber hinaus bot die Veranstaltung Raum für den direkten Erfahrungsaustausch in Expertenrunden.

Diverse Präventionsmöglichkeiten

„Eine Möglichkeit, die inzwischen immer häufiger eingesetzt wird, ist das Geschmacksmuster“, berichtete Marc Wiesner aus der Abteilung Recht im VDMA. Ein Vorteil des Geschmacksmusters seien die im Vergleich zu anderen rechtlichen Maßnahmen relativ geringen Kosten. Nachteilig sei unter Umständen, dass eingebaute Komponenten, die nach außen nicht sichtbar sind, nicht geschützt werden können.

Eine weitere Präventionsmöglichkeit – neben der Anmeldung eines Patents, einer Marke oder eines Geschmacksmusters – ist der Know-how-Schutz, der Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse bewahrt. „Diesen kann man beispielsweise gegenüber einem ehemaligen Mitarbeiter oder Geschäftspartner geltend machen“, erklärte Wiesner.

Einen Bericht aus der Praxis eines von Produktpiraterie in vielfältiger Weise gebeutelten Unternehmenns lieferte Ingrid Bichelmeir-Böhn. Sie ist Rechtsanwältin und Teil des Brand-Protection-Teams der Schaeffler Technologies AG & Co. KG in Herzogenaurach. „Es gibt nichts, was es nicht gibt“, stellte sie gleich zu Beginn ihres Vortrags klar und berichtete von gebrauchten Teilen, die von Fälschern als neu verkauft werden, sowie gebrauchten Originalverpackungen, in denen gefälschte Produkte vertrieben werden. Eine Fälschung sei vom Original mittlerweile rein optisch nur noch vom Fachmann zu unterscheiden. Teilweise sähen die Plagiate sogar besser aus als die Originale, doch bei den technischen Anforderungen gebe es große Probleme.

Gefälschte Teile haben in der Regel ein hohes Ausfallrisiko

„Gefälschte Teile haben in der Regel ein hohes Ausfallrisiko und hohe Folgekosten für den Fall, dass es zu einem Ausfall kommt“, sagte die Rechtsexpertin. Bei sicherheitsrelevanten Einbausituationen könnten Plagiate sogar eine Gefahr für Leib und Leben darstellen. Eine Aufgabe des Brand-Protection-Teams bei Schaeffler ist es, durch Marktbeobachtung Informationen zu beschaffen.

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