Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Behindertengerechte Arbeitsplätze

Moderne Arbeitsplatzsysteme für Inklusion und Effizienz

| Autor / Redakteur: Jan Leins / Frauke Finus

Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder geh- und stehbehindert sind, verfügen häufig über einen eingeschränkten Greifraum. Daher sollten alle benötigten Arbeitsmittel wie Werkzeuge oder Bauteile im unmittelbaren Greifraum angeordnet sein. Schwenkarme ermöglichen beispielsweise eine individuell anpassbare Materialbereitstellung.
Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder geh- und stehbehindert sind, verfügen häufig über einen eingeschränkten Greifraum. Daher sollten alle benötigten Arbeitsmittel wie Werkzeuge oder Bauteile im unmittelbaren Greifraum angeordnet sein. Schwenkarme ermöglichen beispielsweise eine individuell anpassbare Materialbereitstellung. (Bild: Item)

Hochqualifiziert, motiviert – und trotzdem arbeitslos. Für behinderte Menschen ist das oftmals Realität. Dabei bedeutet ein Handicap nicht automatisch eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Vielmehr stellen konventionelle Arbeitsplätze eine Barriere dar, die es im Sinne der Inklusion zu beseitigen gilt. Mit einem modernen und flexiblen System lassen sich Arbeitsumgebungen behindertengerecht gestalten.

Für Menschen mit Beeinträchtigungen gestaltet sich der Zugang zum Arbeitsmarkt ungleich schwerer als für nicht behinderte Menschen. Daran haben bislang weder die UN-Behindertenrechtskonvention noch das Ziel der Inklusion viel geändert. Laut der Bundesagentur für Arbeit (BfA) ist die Arbeitslosenquote unter schwerbehinderten Menschen seit 2007 in der Tendenz zwar kontinuierlich gesunken, liegt aber aktuell mit circa 12 % trotzdem immer noch rund doppelt so hoch wie die unter Menschen ohne Behinderung. Das liegt insbesondere daran, dass viele Unternehmen die Einstellung eines behinderten Mitarbeiters aus Angst vor hohen zusätzlichen Kosten scheuen. „Diese Befürchtungen sind aber unbegründet. Meist lassen sich schon mit geringem Aufwand Arbeitsplätze schaffen, die für behinderte Mitarbeiter geeignet sind“, weiß Marius Geibel, Experte für Arbeitsplatzsysteme und Produktmanager bei Item Industrietechnik. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels stellen Investitionen in behindertengerechte Arbeitsplätze zudem Investitionen in die Zukunft dar. Denn ein Handicap ist nicht automatisch mit einer geringeren Qualifikation oder einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit gleichzusetzen.

Unternehmen zahlen oft Ausgleichsabgabe

Generell haben Unternehmen in Deutschland die Pflicht, ab einer Unternehmensgröße von 20 Arbeitsplätzen schwerbehinderte Menschen einzustellen. Wer dem nicht nachkommt, muss für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz eine Ausgleichsabgabe entrichten. Anstatt in neue Mitarbeiter zu investieren, nehmen viele Unternehmen aber lieber die Ausgleichsabgabe in Kauf. Dabei profitieren sie durchaus von der Einrichtung behindertengerechter Arbeitsplätze: So können etwa öffentliche Aufträge besser akquiriert werden. Es geht also nicht nur um soziale Verantwortung, sondern auch ganz konkret um wirtschaftliche Aspekte. Darüber hinaus gibt es finanzielle Fördermöglichkeiten, die Unternehmen bei der Einrichtung von behindertengerechten Arbeitsplätzen in Anspruch nehmen können.

Mit modernen Systemen zur Barrierefreiheit

Die uneingeschränkte Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben erfordert Arbeitsplätze, die den besonderen Bedürfnissen gerecht werden. In diesem Zusammenhang spielt auch der Begriff der „Barrierefreiheit“ eine Rolle. Ein Arbeitsplatz für Beschäftigte mit Behinderung ist dann barrierefrei, wenn Folgendes erfüllt ist: Bauliche Anlagen, Transport- und Arbeitsmittel, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische, visuelle und taktile Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sind ohne besondere Erschwernisse und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar. Um das zu erreichen, gibt es beispielsweise moderne und modulare Arbeitsplatzsysteme, die im Gegensatz zu konventionellen Werkbänken eine ergonomische und barrierefreie Gestaltung von Arbeitsumgebungen ermöglichen.

Je nach Handicap unterschiedliche Bedürfnisse

Bei der behindertengerechten Arbeitsplatzgestaltung ist es wichtig, die Bedürfnisse des Mitarbeiters genau zu kennen. Je nach Beeinträchtigung ergeben sich spezielle Bedürfnisse. Im Portfolio von Item finden Unternehmen viele geeignete Produkte, um passgenaue Lösungen zu realisieren. Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder geh- und stehbehindert sind, verfügen häufig über einen eingeschränkten Greifraum. Ein Beugen oder Strecken des Körpers, um Gegenstände zu erreichen, die weiter als eine Armlänge entfernt sind, ist meistens nicht möglich. „Daher müssen alle benötigten Arbeitsmittel wie Werkzeuge oder Bauteile im unmittelbaren Greifraum angeordnet sein“, empfiehlt Marius Geibel. Mehrachsige Schwenkarme ermöglichen beispielsweise eine individuell anpassbare Materialbereitstellung. Auch eine bedarfsgerechte, mobile Teilebereitstellung durch höhenverstellbare Greifbehälter, die in unmittelbarer Reichweite des Mitarbeiters platziert sind, erleichtert Mitarbeitern mit Handicap das Greifen. Um den Aktionsradius bei Greifbewegungen zu erweitern, sollte der Arbeitsplatz darüber hinaus unterfahrbar sein. „Konventionelle Werkbänke lassen dies nicht zu. Die Lösung ist allerdings ganz einfach: Bei Tischen in C-Form ist sichergestellt, dass das Mobiliar ein Größtmaß an Beinfreiheit bietet“, erklärt Marius Geibel. Um körperliche Belastungen zu minimieren, müssen Arbeitstische im Sinne der Ergonomie höhenverstellbar sein. So können eine ideale Sitz- oder Stehposition leicht eingenommen werden. Auch Stühle oder Fußauflagen sind immer genau an den Mitarbeiter und die zu verrichtende Tätigkeit anzupassen, um Fehlhaltungen zu vermeiden. Wenn Mitarbeiter Probleme mit der Bewegung haben, brauchen sie rutschfeste Oberflächen, damit Werkstücke an Ort und Stelle bleiben. Wer unter einer Sehbehinderung leidet, braucht hingegen möglichst kontraststarke Flächen, die es sonst eher zu vermeiden gilt. Außerdem brauchen sehbehinderte Personen eine deutlich höhere Beleuchtungsstärke als Mitarbeiter ohne Beeinträchtigungen.

„Award zur Euroblech“ – machen Sie mit!

Euroblech 2018

„Award zur Euroblech“ – machen Sie mit!

24.09.18 - Bereits zum neunten Mal verleihen Blechnet und MM Maschinenmarkt auf der Euroblech in Hannover den „Award zur Euroblech“ und prämieren die innovativsten Produkte, Lösungen und Digitalisierungskonzepte der Messe. Bewerben Sie sich noch bis zum 2. Oktober! lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45460749 / Arbeitschutz / Umweltschutz)

Themen-Newsletter Betriebstechnik abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Industrial Usability 2019

Das Anwendererlebnis im Mittelpunkt

Wie sieht eine erfolgreiche UX-Strategie aus? Ein Glück in Sachen Alleinstellungsmerkmal: Eine für alle, die gibt es nicht. Dieses Dossier bietet verschiedene aktuelle Ansätze und Trends in der Industrial Usability. lesen

Effizienzsteigerung

Mit Künstlicher Intelligenz erfolgreich durchstarten

Wie Sie Ihr erstes KI-Projekt starten, wie sich die Branche verändern wird und welche Best Practices es heute schon gibt – hier finden Sie die Fakten und das nötige Grundlagenwissen! lesen