Sappi Modernisierung der mobilen Instandhaltung
Der Papierhersteller Sappi hat seine Instandhaltung modernisiert. Mit einer SAP-basierten Mobillösung, einer SAP-UI-5-Oberfläche und neuen Android-Smartphones von Motorola hat es sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, seine Instandhaltungsprozesse in der Produktion zu verbessern.
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Der Papierkonzern Sappi ist sich der Bedeutung einer funktionierenden Instandhaltung bewusst. Schon früh setzte er deswegen auf eine umfassende Instandhaltungsstrategie. „Jede Unterbrechung der Produktionsprozesse durch ungeplante Stillstände und Betriebsausfälle kostet uns bares Geld – eine zustandsorientierte, effiziente Instandhaltungsstrategie ist daher geschäftskritisch“, erläutert Robert Assigal, Business Process Engineer SAP PM bei Sappi Austria.
An seinem Standort in Gratkorn bildet der Papierproduzent sämtliche Instandhaltungsprozesse im SAP-ERP-System mit SAP-Enterprise-Asset-Management (SAP-EAM) ab. Und um Wartungsaufträge effizient zu bearbeiten, realisierte man hier bereits 2007 RFID-gestützte mobile Instandhaltungsprozesse in der Produktion. Dies geschah mithilfe des Add-Ons Mobile Maintenance von T.CON. Die Mobillösung, die sich nahtlos in SAP-EAM einfügen ließ und ohne Middleware oder separate Datenhaltung auskommt, wurde auf PDAs installiert.
Smartphones entlasten Instandhalter
Jedoch gibt es gerade bei mobilen Lösungen laufend technische Neuerungen und es war an der Zeit für eine Modernisierung. Die inzwischen veralteten PDAs wurden folglich durch zeitgemäße, robuste Business-Smartphones vom Typ Motorola-TC-55 ersetzt. Sie lassen sich mit dem Finger, dem Handschuh oder einem Stift bedienen. Damit einher ging ein Wechsel des Betriebssystems von Windows-CE auf Google-Android.
Zudem stattete man die Mobillösung von T.CON mit der User-Interface-Technologie SAP-UI-5 (SAP Fiori) aus, die sich einfach und intuitiv bedienen lässt wie eine App auf dem privaten Mobilgerät. „Davon erwarten wir uns eine schnellere und effizientere Bearbeitung der Wartungsaufträge und eine Verbesserung der Qualität bei den Rückmeldungen“, erklärt Robert Assigal.
Die neuen Smartphones verfügen über eine hochauflösende Kamera und einen Bluetooth-Scanner, der sowohl RFID-Daten als auch Barcodes einlesen kann. Die Kamera dient dazu, Störfälle wie den Flüssigkeitsaustritt bei einem Pumpengehäuse zu dokumentieren. Das soll die Maschinenführer vom Formulieren umfangreicher Meldungstexte entlasten. Die Mobillösung übermittelt die Aufnahmen als Anhang zur Meldung an SAP-EAM, so dass die Instandhaltung ein Problem sofort eindeutig identifizieren und umgehend die Reparatur veranlassen kann.
Rollout in weitere europäische Werke geplant
Das Ergebnis der Umstellung: Wartungsaufträge werden schneller und effizienter bearbeitet, die Qualität der Rückmeldungen unter anderem mithilfe von Bildern erhöht und Reaktionszeiten weiter verkürzt.
Die Einführung der neuen Smartphones und der SAP-UI-5-Oberfläche erfolgte im Rahmen eines Pilotprojektes zunächst für die Instandhaltung bei den Brandschutzanlagen. Die Implementierung war in zwei Monaten abgeschlossen. Der Einsatz der neuen mobilen Gesamtlösung wird nun auf die gesamten Instandhaltungsprozesse in den Produktionslinien in Gratkorn ausgeweitet. Der Rollout in weitere europäische Werke ist für die nahe Zukunft geplant.
* Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist mit Schwerpunkt auf SAP-Themen in 83629 Weyarn, Tel. (0 80 63) 4 01 46 01, info@schaffry.net
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