Funkschlüssel-Fertigung Modulbaukasten für die Montage ermöglicht einfache Stückzahlanpassung

Autor / Redakteur: Udo Schwarze / Rüdiger Kroh

Neue Varianten, Modifikationen oder Stückzahlschwankungen sind bei der Fertigung von Funkschlüsseln kein Problem mehr. Das eingesetzte modulare Montagesystem Desktop Factory bietet eine hohe Flexibilität, so dass in kurzer Zeit, bei gleichzeitig reduzierten Kosten, auf Forderungen des Markts reagiert werden kann.

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Wer heute ein Auto aufschließt, hat in vielen Fällen einen von Bosch Australia Pty. Ltd. in Clayton, im australischen Bundesstaat Victoria, gefertigten Funkschlüssel (Remote Key) in der Hand. Wenn alle 7 s ein Schlüssel gefertigt wird, dann erfolgt dies auf Basis anspruchsvoller Fertigungsprozesse wie Hochfrequenztest, Laserbeschriftung und Qualitätskontrolle per Bildverarbeitung.

Investitionsvolumen um etwa 15% verringert

Statt herkömmlicher Lösungen, die hohe Investitionen und viel Platz zur Fertigung der kleinen Türöffner erfordert hätten, suchte Bosch Australien nach einem neuen Konzept und fand es in Desktop Factory (DTF) von Rexroth (Bild 1). Das für die Anlagenplanung zuständige Team erkannte schnell die Vorteile. So konnte, insbesondere durch die einfache Integration der kompletten, vorkonfigurierten Hochfrequenzprüfeinheit auf einem nur 220 mm breiten DTF-Modul (Bild 2), der Zeitaufwand für den Anlagenaufbau um rund ein Drittel reduziert werden. Gleichzeitig verringerte sich das Investitionsvolumen um etwa 15%.

Desktop Factory ist ein neues Montagesystem von Rexroth. Umgesetzt wird die Idee anhand von Standardzellen mit miniaturisierten Prozesseinschüben, die eine einheitliche Plattform für die Montage bereitstellen (Bild 3). Die einbaufertigen Einheiten, zu denen auch die von Bosch Australien genutzte Hochfrequenzprüfeinheit zählt, lassen sich dank des Baukastens mit wenig Konstruktionsaufwand und dennoch hoher Planungssicherheit schnell zu einer Produktionsanlage zusammenstellen.

Montagesystem hat standardisierten Aufbau

Der standardisierte Aufbau war für das Bosch-Team einer der wichtigsten Gründe, das DTF-Konzept einzusetzen. Das Produktionssystem ist mit seinem geringen Platzbedarf wie geschaffen für eine kurze Taktzeit von 7 s und die Fertigung der relativ kleinen Schlüssel. Dass die gesamte Grundausrüstung des DTF in ESDAusführung erhältlich ist, war ein weiteres Entscheidungskriterium. Elektrostatische Entladungen werden daher vermieden und sind somit kein Thema bei der Fertigung der Funkschlüssel im 3-Schicht-Betrieb.

Bosch Australien setzt die automatische DTF-Anlage mit Werkstückträger-Umlaufsystem ein (Bild 4). Das verkürzt die Transportwege innerhalb der Montage und reduziert deutlich die Anzahl der Bauteile im Prozess. Die Anlage besteht aus sechs Stationen. Zunächst werden die Elektronikeinheiten geladen und zum Einlegen in die Werkstückträger um 90° gedreht. Auf dem nächsten DTF-Modul erfolgt eine Prüfung in einer hochfrequenzdichten Kammer, gleichzeitig wird ein fertig getestetes Teil entnommen.

Die hohe Transparenz des Systems zeigt sich in jeder einzelnen Station. So werden beispielsweise während des Hochfrequenztests bewertete Schlechtteile sofort nach hinten ausgeschleust und können auf einer Leerstation bearbeitet werden. Die Montage-Verantwortlichen wissen jederzeit, wo und was montiert wird, und können alle Einzelprozesse genau nachverfolgen.

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