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Polyurethanforschung Müllmatratzen werden zu neuen Schlummerpolstern recycelt

| Redakteur: Peter Königsreuther

BASF verkündet, dass man eine Möglichkeit gefunden hat, durch die alte Polyurethanschaum-Matratzen über einen chemischen Umweg wieder zu neuen gemacht werden können. Und so geht's...

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Materialkreislauf für geruhsameren Schlaf: BASF kann jetzt aus alten Polyurethan-Matratzen wieder Polyol machen (einer der Reaktionspartner für die Polyurethanherstellung). Daraus lässt sich mit Isocyanat und Wasser wieder neuer Schaumstoff für Matratzen herstellen.
Materialkreislauf für geruhsameren Schlaf: BASF kann jetzt aus alten Polyurethan-Matratzen wieder Polyol machen (einer der Reaktionspartner für die Polyurethanherstellung). Daraus lässt sich mit Isocyanat und Wasser wieder neuer Schaumstoff für Matratzen herstellen.
(Bild: BASF)

Zwar beschäftigen sich die BASF-Forscher mit der Hauptkomponente eines bequemen Bettes, sind aber alles andere als verschlafen, wenn es um Entwicklungserfolge geht. Durch chemisches Recycling gelingt es ihnen nämlich Altmatratzen so aufzubereiten, dass ehemalige Abfälle wieder ein neues Produktleben bekommen.

Der Polyurethan-Schaumstoff, also flexibles PU, wird dabei chemisch aufgespalten und so zu Polyol. Polyol ist einer der für die PU-Herstellung wichtigsten Rohstoffe, der zusammen mit Isocyanat und Wasser später wieder zum Schaumstoff werden kann, wie es dazu heißt. Das Ziel ist es, die Nachhaltigkeitsforderungen mit zurückgewonnenen Rohstoffen zu erfüllen, die von der Qualität her den fossilen Ausgangssubstanzen gleich sind, sagen die BASF-Experten.

Statt Müllverbrennung zurück in die „PU-Retorte“

Im Falle des Erfolgs (eine Pilotanlage ist am Standort Schwarzheide bereits für Versuche aktiv), verringerten sich außerdem die CO2-Emissionen, die sonst bei der Herstellung neuen Schaums entstehen würden. Die meisten ausgedienten Liegewiesen dieser Art könne man zwar leicht sammeln, doch würden die meisten noch in der Müllverbrennung landen. Nun sind sie wichtiger Rohstoff für das PU-Recycling, betont BASF. Alles in allem sei das Ganze zwar ein komplexes Unterfangen, doch würde sich der Aufwand ökologisch und wirtschaftlich lohnen. Für BASF ist dieses kreislaufwirtschaftliche Projekt ein weiterer Schritt, das eigene Wachstum vom Verbrauch endlicher Ressourcen abzukoppeln, heißt es abschließend.

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