Impfstofflogistik Nachhaltige Schaumstoffe unterstützen im Corona-Kampf

Redakteur: Peter Königsreuther

Styropor BMB ist ein biomassenbilanzierter Schaumstoff der BASF, weil er aus nachhaltigen Rohstoffen besteht. Schaumaplast macht daraus Kühlverpackungen, die Unitax in der Impfstofflogistik nutzt.

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Doppelt gut ist diese „grüne“ Box in Bezug auf die prozesssichere Impfstofflogistik. Drei Unternehmen haben sie mit ihrem Know-how Realtität werden lassen und Schaumstoffe sind dabei essentiell.
Doppelt gut ist diese „grüne“ Box in Bezug auf die prozesssichere Impfstofflogistik. Drei Unternehmen haben sie mit ihrem Know-how Realtität werden lassen und Schaumstoffe sind dabei essentiell.
(Bild: Unitax / BASF / Schaumaplast)

Gut, dass es vorwärts geht mit sicheren, thermisch isolierenden Behältnissen für den Corona-Impfstoff. Nicht zuletzt würden die Lieferungen von Unitax bei den betreffenden Impfeinrichtungen in ganz Brandenburg sehnlichst erwartet. Unitax ist ein versierter Pharmalogistik-Betrieb und weiß um die Modalitäten bei der Lagerung und dem Transport der sensiblen Fracht. Weil mit Styropor BMB (Biomass Balance) ein nachhaltiger Schaumkunststoff zur Verfügung steht, greift Unitax gern darauf zurück, weil man die Ressourcenschonung dort groß schreibt, wie es heißt. Dabei setzt man auf die Zusammenarbeit mit der Schaumaplast-Gruppe und der BASF.

Verschiedene Temperaturen gleichzeitig zu sichern, fordert die Impfstofflogistik heraus

Schaumaplast ist Experte für die Entwicklung passiver, also stromlos arbeitender Kühlsysteme für die Pharmaindustrie. Die Früchte dieser Arbeit werden unter der Marke Thermocon vertrieben. In der Regel sind es besonders leichte Thermoboxen, die in Kombination mit Spezialakkus quasi für jeden Temperaturbereich angepasst werden können, heißt es. Es gibt die Boxen in diversen Größen. Diese Flexibilität in Sachen Größe und Kühlungsvariabilität sei bei der Corona-Impfstofflogistik sehr wichtig, weil die Vakzine immer öfter in Bereichen von -70, -15 bis -25 °C zu liefern sind, und – erschwerend kommt hinzu – gleichzeitig noch bei 2 bis 8 °C.

„Gemeinsam mit Unitax können wir jedoch die Stärken von aktivem und passivem Kühltransport voll ausspielen. Denn Unitax kann mit seinen strombetriebenen Kühlaggregaten in den Fahrzeugen und unseren passiven Kühlsystemen mehrere Temperaturbereiche für unterschiedliche Impfstofftypen auf einem Fahrzeug kombinieren“, erklärt Toni Küttner, Geschäftsführer der Schaumaplast Sachsen GmbH im sächsischen Nossen. Das stelle auf dem ganzen Transportweg sehr konstante und sichere Bedingungen für den Impfstoff sicher Der Standort Nossen ist einer von mehreren Schaumaplast-Werken, welche spezifizierte und qualifizierte Kühlverpackungen produzieren, heißt es. Dazu gehört auch der Pallet-Transporter, der als „Flaggschiff“ der Produktflottille anzusehen ist. Denn er kann eine komplett verpackte respektive vorkonditionierte Europalette aufnehmen und die temperaturempfindliche Ware zum Teil über 5 Tage sicher auf Soll-Temperatur halten.

Alternative Rohstoffe unterstützen Nachhaltigkeitsziele

Für Unitax-Geschäftsführer André Reich spielen Nachhaltigkeitsaspekte eine große Rolle: „Wir können wegen der verschiedenen Kühlsysteme unsere Fahrten optimieren und dadurch auch reduzieren. Das ist wirtschaftlich sinnvoll und gut für die Umwelt.“ Schaumaplast punkte dabei noch mit einem weiteren Vorteil. Denn das Unternehmen bietet Verpackungen an, die aus alternativen Rohstoffen hergestellt werden. Diese haben aber die gleichen hochwertigen Eigenschaften wie konventionelle Werkstoffe auf fossiler Rohstoffbasis, betont Reich. Diese „grüne“ Box passe also genau zur Unternehmensphilosophie und komme sozusagen doppelt gut an. Im Übrigen setzt Unitax bereits seit Jahren Elektrotransporter in der Fahrzeugflotte ein, was die Nachhaltigkeitsbestrebungen zusätzlich belegen soll.

Fossile Rohstoffe können immer wirksamer geschont werden

„Wir sind der erste TÜV-zertifizierte Verarbeiter des speziellen BASF-Schaumstoffs im Verpackungsbereich“, betont Markus Hoffmann, Geschäftsführer der Schaumaplast-Gruppe. Bei der Produktion von Styropor BMB ersetzt die BASF fossile Rohstoffe durch Bio-Naphtha oder Biogas, informieren die Beteiligten. Diese aus organischem Abfall oder pflanzlichen Altölen gewonnenen Produkte werden zu Beginn des Herstellungsprozesses im BASF-Verbund eingesetzt. Der biomassebilanzierte Anteil wird über ein zertifiziertes Verfahren den Endprodukten dann rechnerisch zugeordnet. „Styropor BMB ist eine von zwei massenbilanzierten, ressourcenschonenden neuen Styropor-Entwicklungen unseres Unternehmens, wie man erfährt. Damit sorge man nicht nur für optimale Isoliereigenschaften der Kühlboxen, sondern verkleinere auch den CO2-Fußabdruck im Produktbereich. Und auch fossiles Naphtha oder Erdgas ließe sich inzwischen durch chemisch aufbereitete, vermischte Kunststoffabfälle ersetzen. „Auch das hilft der Umwelt“, merkt Klaus Ries, Leiter des Styrenics-Geschäfts Europa der BASF, an.

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