Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist auch für die Industrie ein Thema

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Zwölf Leitlinien für Nachhaltigkeit

Während einige Maschinenbauer sich dem Thema Nachhaltigkeit schon längere Zeit und auch zum Teil sehr intensiv widmen, brauchen andere noch Orientierungshilfe. Weil in Zeiten von Arbeit 4.0, internationalen Klimaschutzabkommen und Fachkräftemangel Nachhaltigkeit für Unternehmen aber essenziell sei, will der VDMA der mittelständisch geprägten Investitionsgüterindustrie diese Orientierung geben. Deshalb hat der Verband zwölf Leitsätze zur Nachhaltigkeit veröffentlicht. Damit soll ein Fundament geschaffen werden, an dem sich alle Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus orientieren können, heißt es.

„Dass Branchen Leitlinien zu Nachhaltigkeit entwickeln, ist nicht neu. Das Außergewöhnliche unserer Herangehensweise bilden jedoch die drei unter dem Stichwort ‚kulturell‘ aufgeführten Leitsätze. Damit gehen wir auf die Stärken ein, die unsere häufig inhabergeführten Unternehmen – sei es als Arbeitgeber, als regional verankerte Institutionen oder als verlässlicher Partner weltweit – besonders auszeichnen“, betont Naemi Denz, Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung.

Auch die Unternehmen der Maschinenbauindustrie wollen und sollen ihre Bemühungen zur Nachhaltigkeit offenlegen, so der Verband. Mit den beiden kommunikativen Leitsätzen soll diese Transparenz gefördert werden. Nicht zuletzt durch das jüngst verabschiedete deutsche Gesetz zur Umsetzung der nichtfinanziellen Berichterstattung werde eine solche Transparenz immer stärker eingefordert.

Aber auch aus politischen Gründen besteht für die Industrie ein konkreter Handlungsbedarf. Im Klimaschutzplan 2050 hat die Regierung eine deutliche Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen beschlossen: Im Vergleich zu 1990 sollen sie bis 2050 um 80 bis 95 % verringert werden. Auch wenn 2050 noch weit weg erscheint und es bis dahin noch viele Veränderungen in der politischen Landschaft geben mag, so ist es doch unwahrscheinlich, dass es eine grundsätzliche Kehrtwendung in dieser Entwicklung geben wird.

Denn es gibt nicht nur den Klimaschutzplan, sondern auch die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie 2016. Im September 2015 hat die Staatengemeinschaft in New York eine globale Agenda für nachhaltige Entwicklung beschlossen, die Agenda 2030. Diese Agenda enthält siebzehn globale Ziele, Sustainable Development Goals (SDGs) genannt. Die SDGs richten sich nicht nur weltweit an alle Regierungen, sondern auch an die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft und die Wissenschaft.

Herzstück der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ist, wie es in der Neuauflage der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung heißt, ein Nachhaltigkeitsmanagementsystem. Es bietet Ziele mit einem Zeitrahmen für deren Erfüllung, Indikatoren für ein kontinuierliches Monitoring und Regelungen zur Steuerung und Festlegung zur institutionellen Ausgestaltung. Zwölf Managementregeln sollen allgemeine Handlungsanforderungen für eine nachhaltige Politik definieren. Die Neuauflage der Nachhaltigkeitsstrategie hat einen Umfang von rund 260 Seiten und kann als PDF-Dokument frei aus dem Internet heruntergeladen werden.

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