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Fraunhofer-IPA „Neu-Composition“ von Orgel-Abstrakten schont seltenes Holz

| Redakteur: Peter Königsreuther

Anwendungen von CFK finden sich nicht nur im industriellen Umfeld, wie E-Gitarren oder Violinen und sogar ausfahrbare Alphörner aus dem Leichtbauwerkstoff beweisen. Forscher am IPA in Stuttgart wollen Orgelbauern daraus jetzt eine Alternative zum immer seltener und teurer werdenden Abstrakte-Material Haselfichte liefern.

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Rettet die Haselfichtenbestände und macht Orgelbauer glücklich: CKF-Abstrakten sollen Orgeln mindestens ebenso harmonische Flötentöne sichern, wie das Pendant aus dem rar gewordenen Holz. (Abstrakte übertragen bei der mechanischen Spieltraktur den Tastendruck zu den Ventilen der einzelnen Pfeifen)
Rettet die Haselfichtenbestände und macht Orgelbauer glücklich: CKF-Abstrakten sollen Orgeln mindestens ebenso harmonische Flötentöne sichern, wie das Pendant aus dem rar gewordenen Holz. (Abstrakte übertragen bei der mechanischen Spieltraktur den Tastendruck zu den Ventilen der einzelnen Pfeifen)
(Bild: Fraunhofer IPA)

Zusammen mit der Firma Baumgartner Orgelbau aus Neudrossenfeld hat das Fraunhofer IPA in Bayreuth nach Alternativen geforscht, um der Haselfichten-Suche ein Ende zu bereiten. Bei einer Testreihe überzeugt carbonfaserverstärkter Kunststoff (CFK) auf ganzer Linie, wie die Forschungspartner jetzt betonen.

Traditionelle Orgelbauer verwenden Haselfichte, um daraus Abstrakte zu fertigen. Das sind schmale Holzleisten, die die Tasten und das Ventil der Orgelpfeifen verbinden. An diesem Material schätzen die Hersteller vor allem seine typischen Eigenschaften. „In Kirchen oder Konzertsälen treten je nach Jahreszeit Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen auf. Während sich andere Holzarten verformen, bleibt Haselfichte stabil “, weiß Projektleiterin Melanie Klein vom Fraunhofer IPA. Außerdem sei das Holz lange haltbar und ermögliche mit seinem geringen Gewicht ein leichtgängiges Orgelspiel.

Haselfichtenbeschaffung gleicht Trüffelsuche

Allerdings wird es für Orgelbauer immer teurer und aufwendiger, an das Material heranzukommen. Der Baum wächst nur in vereinzelten Regionen Südtirols und Nordsloweniens und noch dazu sehr langsam, heißt es. Um ihr Holz auszuwählen, müssten Hersteller einen langen Reiseweg auf sich nehmen. Daneben treiben der Verschnitt und die mühevolle Handverlesung die Kosten in die Höhe. Baumgartner Orgelbau GbR, seit 35 Jahren Spezialist für die Fertigung von Mechanikteilen für Pfeifenorgeln, hat deshalb die Projektgruppe Regenerative Produktion des Fraunhofer IPA in Bayreuth beauftragt, eine Alternative zu suchen. „Das Substitutionsmaterial sollte leicht zu beschaffen sein, preislich konstant bleiben und Stabilität bei Feuchtigkeits- und Temperaturschwankungen aufweisen“, wünscht sich Richard Baumgartner, Inhaber von Baumgartner Orgelbau.

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