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Hightech-Sensoren prüfen CFK-Eignung
Für diese Aufgabe haben die IPA-Wissenschaftler im ersten Schritt die Charakteristika der Haselfichte analysiert. Nachdem sie das Material vermessen haben, bestimmten sie ein geeignetes Substitutionsmaterial. „Wir haben uns für CFK mit unidirektionalem Laminataufbau entschieden, das der Haselfichte im Aufbau und den Eigenschaften ähnelt, dabei aber preiswerter und leichter zugänglich ist“, so Klein. Nun galt es herauszufinden, wie sich die CFK-Abstrakten beim Orgelspielen verhalten. Nachdem Baumgartner die Bauteile gefertigt und in die Referenzorgel integriert hatte, wurden Testreihen mit Holz- und CFK-Abstrakten an der Orgel der Bayreuther Stadtkirche durchgeführt. Mit Beschleunigungssensoren und Dehnungsmessstreifen zeichneten sie sämtliche Eigenschaften der Abstrakten auf, etwa Verformung, Beschleunigung, Schwingungsverhalten oder Temperaturund Feuchtigkeitsschwankungen.
Composite-Abstrakte geben den Ton an
Die Versuche führten sie bei unterschiedlichem Klima in der Kirche durch – mit überraschendem Ergebnis. „Die CFK-Abstrakten sind noch feuchtigkeits- und temperaturbeständiger als Haselfichte. Während das Holz leichte Abweichungen aufwies, stellten wir bei CFK überhaupt keine Schwankungen fest“, informiert Klein. Richard Baumgartner ist ebenfalls begeistert. „Weil CFK als Meterware lieferbar ist, können wir die Abstrakten preiswerter und ohne langen Reiseweg fertigen“. Die CFK-Bauteile verfügen zudem über geringeres Gewicht und lassen sich leichtgängiger spielen. Auch im wichtigsten Punkt, dem Klangverhalten, steht CFK der Haselfichte in nichts nach. „Auch der Stadt- und Dekanatskantor Michael Dorn, der das Instrument bei der Testreihe gespielt hat, war von unserer Technologie begeistert“, erinnert sich Klein. In einem Folgeprojekt wollen die beiden Partner einen Prüfstand bauen, bei dem alle Abstrakte – von der Taste über Winkel und Umlenkrollen bis zum Pfeifenventil – aus CFK bestehen. Schneidet der Werkstoff auch hier gut ab, ist es für Baumgartner denkbar, das Material dauerhaft in seine Instrumente zu integrieren
MM
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