Kühlschmierstoffe

Neue Kühlschmierstoff-Generationen fordern Anwender heraus

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Individuelle KSS-Abstimmung für optimierte Fertigungsprozesse

Je nach Anwendung sollten daher Schwerpunkte individuell gelegt werden. „Es ist wichtig, dass der verwendete Kühlschmierstoff optimal auf die Fertigungsprozesse abgestimmt ist. Dafür ist eine umfassende Analyse der Maschine, Werkzeuge und der Schnittparameter mit der Hilfe eines Kühlschmierstoffpartners empfehlenswert“, rät Christoph Wüthrich, Leiter Fertigungstechnologie der Blaser Swisslube AG. Nicht zuletzt, weil Werkstoff, Werkzeug, Maschine und Kühlschmierstoff sich gegenseitig beeinflussen.

„Der Kühlschmierstoff wird in der Fertigung leider immer noch stiefmütterlich behandelt, obschon durch ihn eine enorme Produktivitätssteigerung möglich ist“, ergänzt Wüthrich. Defizite beschreibt zudem Klocke vom WZL: „Aufgrund der zunehmenden Themenkomplexität wie auch der stets wachsenden Kostenrelevanz innerhalb der Metallverarbeitung bestehen immer öfter Kommunikationsdefizite zwischen der industriellen Anwendung und den Anlagen- beziehungsweise Komponentenherstellern.“ Deshalb etablierte das WZL ein Portal zum Wissensaustausch mit bereits über 28 Mitgliedsfirmen, den Industriearbeitskreis Kühlschmierstofftechnik (www.iak-wzl.de), in dem Anwender Kostenpotenziale aufdecken sowie technologische Bewertungen gemeinschaftlich mit Experten aus der Industrie und Wissenschaft erlernen können.

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Ein Beispiel aus dem Hause Blaser Swisslube zeigt, warum sich der Wissensaustausch lohnen kann. „Bei einem unserer Zerspanungsversuche konnten wir beim Bohren in Inconel 718 mit einem optimal auf den Prozess abgestimmten Kühlschmierstoff die vom Werkzeughersteller empfohlene Schnittgeschwindigkeit von 30 m/min auf 75 m/min steigern“, beschreibt Wüthrich ein Projekt, bei dem die Bearbeitungszeit um mehr als die Hälfte verringert wurde. Ist der optimale KSS erst einmal gefunden und im Einsatz, muss dieser überwacht und gepflegt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass er langfristig funktionstüchtig bleibt.

„Einer der wichtigsten Parameter überhaupt ist die Konzentration der Emulsion. Diese hängt im Wesentlichen von der Art des spanenden Arbeitsprozesses ab. Doch selbst wenn man diese korrekt nach Datenblatt angesetzt hat, muss die Konzentration laufend überprüft werden“, so Wüthrich weiter.

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