Kühlschmierstoffe Neue Kühlschmierstoff-Generationen fordern Anwender heraus

Autor / Redakteur: Victoria Sonnenberg / Mag. Victoria Sonnenberg

Der Kühlschmierstoff (KSS) hat sich längst vom Klassiker zum Hightech-Produkt gewandelt. Das stellt nicht nur den Anwender, sondern auch den Hersteller vor neue Herausforderungen. Bester Zeitpunkt für einen konstruktiven Erfahrungsaustausch.

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Im Technologie Center von Blaser belegen Tests, dass bei einer bestmöglichen Kombination von Werkstoff, Werkzeug und Kühlschmierstoff eine enorme EInsparung der Bearbeitungszeit möglich ist.
Im Technologie Center von Blaser belegen Tests, dass bei einer bestmöglichen Kombination von Werkstoff, Werkzeug und Kühlschmierstoff eine enorme EInsparung der Bearbeitungszeit möglich ist.
(Bild: Meinrad Schade/Blaser Swisslube AG)

Wo gefräst, gebohrt, entgratet oder gedreht wird, da fließen Schmierstoffe. Mal mehr, mal weniger, mal nichtwassermischbar und mal wassermischbar.

Obwohl die Kühlschmierstoffwahl zwischen wasser- und nichtwassermischbar vermeintlich simpel erscheint, kann sie in Hinblick auf Flexibilität, Schnelligkeit, Produktivität und die permanente Optimierung den Wettbewerb entscheiden.

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Neue Werkstoffe erfordern neue Lösungsansätze

Zusätzlich zum Kühlen, Schmieren und Spülen verlangt man heute weitaus mehr von KSS, wie lange Werkzeugstandzeiten, hohe Zerspanungsleistung, große Oberflächengüte und gute Abwaschbarkeit – auch bei schwer zerspanbaren Materialien wie Titan.

In Zeiten permanenter Produktivitätssteigerung mussten sich KSS daher weiterentwickeln und der rasanten Fortentwicklung der Fertigungsprozesse anpassen. „Neue Werkstoffe erfordern neue Lösungsansätze für uns Schmierstoffhersteller, KSS-Mengen werden insgesamt reduziert und Recycling wird dringender denn je“, fasst Theo Bartholomaios, Geschäftsführer des Spezialschmierstoffherstellers W. Dietz GmbH & Co KG , bekannt unter der Marke Wedolit, zusammen.

Der KSS etabliert sich zunehmend zum Hightech-Produkt, mit bis zu zehn Jahren Standzeit, das emulsionsstabil und auch bei hohen Drücken nicht zur übermäßigen Schaumbildung neigt oder dessen Rückstände auf den Werkstücken vor Korrosion schützen soll. Die mittlerweile üblichen Verarbeitungsdrücke erfordern beispielsweise bei wassermischbaren und mineralölhaltigen KSS eine hohe Emulsionsstabilität. Der normale KSS-Druck reicht dabei von 6 bis 80 bar und ab 80 bar spricht die Branche von Hochdruck. Blaser Swisslube fährt im hauseigenen Technologie Center Versuche bis 200 bar, am WZL werden KSS sogar bei 350 bar eingesetzt.

„Das Lastkollektiv wie Druck, Menge, Temperaturen oder Verschmutzungen ändert sich täglich, sodass sich ein moderner Kühlschmierstoff heute vielfältigen Anforderungen stellen muss. Er muss leistungsfähig, wirtschaftlich und frei von schädlichen und umweltbelastenden Inhaltsstoffen sein“, erklärt Professor Klocke, Inhaber des Lehrstuhls für Technologie der Fertigungsverfahren am Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen University.

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