Thyssenkrupp Steel Europe Neue Turbine im Kraftwerk in Duisburg-Ruhrort installiert

Redakteur: Stefanie Michel

Nur alle zehn bis 15 Jahre kommt es zur Generalüberholung eines Kraftwerk-Turbinenstranges, wie jetzt bei Block 3 in Duisburg-Ruhrort. Hier wurde jetzt ein neuer 170 t schwerer Maschinentransformator eingebaut und die Leit- und Steuerungstechnik modernisiert.

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Ein seltener Anblick: Eine Turbine von innen sehen die Kraftwerks-Spezialisten von ThyssenKrupp Steel Europe auch nicht alle Tage.
Ein seltener Anblick: Eine Turbine von innen sehen die Kraftwerks-Spezialisten von ThyssenKrupp Steel Europe auch nicht alle Tage.
(Bild: Thyssenkrupp Steel Europe)

Hunderte kleiner, glänzender Schaufeln sind ringförmig auf einer Scheibe angebracht; mehrere dieser verschieden großen Schaufelräder sind hintereinander auf einer Achse montiert: Dieser sogenannte Läufer ist das Herzstück einer Turbine, wie sie auch im Kraftwerkspark von Thyssenkrupp Steel Europe zum Einsatz kommt. In der Produktion entstehende Prozessgase werden dort umweltfreundlich in Strom umgewandelt, mit dem der Stahlhersteller seinen hohen Energiebedarf effizient deckt. Dass eine solche Turbine mit all ihren Einzelteilen quasi von innen zu sehen ist, ist ein eher seltener Anblick.

Generalüberholung beinhaltete die Freilegung des kompletten Turbinenstranges

Rund 170 t wog das größte Teil, ein neuer Maschinentransformator, der bei den Instandhaltungsarbeiten eingebaut wurde. Nur mit Spezialtransportern und -kränen konnte er zu seinem Aufstellungsort gebracht werden. Begonnen hatte die Generalüberholung schon vor Monaten. „Zeitweise waren über 100 Spezialisten von Fachfirmen und eigene Mitarbeiter auf der Baustelle beschäftigt“, berichtet Dr. Johannes Hermsen vom Projektteam bei Thyssenkrupp Steel Europe. An der Turbine 3 wurde unter anderem die Frischdampfleitung nach über 250.000 Betriebsstunden ausgetauscht sowie die Leit- und Steuerungstechnik modernisiert. Darüber hinaus beinhaltete die Generalüberholung auch die Freilegung des kompletten Turbinenstranges inklusive des Ausbaus der Läufer und des Gehäuses sowie der Erneuerung von 22 Schaufelreihen. „Das hatte schon etwas von einer Operation am Herzen eines Kraftwerksblocks“, so Dr. Hermsen. Mit Abschluss der Arbeiten wird die Anlage in Kürze wieder Strom und Wärme produzieren.

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Block 3, der 1963 in Betrieb gegangen ist, weist eine elektrische Leistung von 100 MW auf. Während der Dauer der Revision wurde die Energieversorgung des Standortes durch die anderen Kraftwerkseinheiten sichergestellt. Bei Thyssenkrupp Steel Europe gibt es in Ruhrort, dem sogenannten Kraftwerk „Hermann Wenzel“, drei Blöcke sowie in Hamborn ebenfalls drei Blöcke, von denen einer RWE gehört. Diesen Block hat Thyssenkrupp Steel Europe gepachtet. Mit der durchschnittlich erzeugten elektrischen Leistung von zusammen 560 MW pro Stunde wird der Eigenbedarf des Hüttenwerkes gedeckt. Zum Vergleich: der Verbrauch der Stadt Duisburg beträgt ungefähr 250 MW.

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