Schruppwerkzeuge Neuer Ceratizit-Planfräser macht Turbolader und Abgaskrümmer fit

Redakteur: Peter Königsreuther

Mit dem Maximill 275 steht ein neuer Planfräser mit Wendeschneidplatten bereit, der für die Zerspanung hochlegierter, hitzebeständiger Stähle konzipiert ist.

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Hochlegierte, rostfreie sowie hitzebeständige Stahlsorten sind das richtige „Futter“ für das neue Ceratizit-Planfräsersystem Maximill 275. Ideal für die Turboladergehäuse- und Abgaskrümmerfertigung.
Hochlegierte, rostfreie sowie hitzebeständige Stahlsorten sind das richtige „Futter“ für das neue Ceratizit-Planfräsersystem Maximill 275. Ideal für die Turboladergehäuse- und Abgaskrümmerfertigung.
(Bild: Ceratizit)

Das Planfräsen von Turbolader-Bauteilen stellt durch den anspruchsvollen Werkstoff – meist hitzebeständiger Stahlguss, häufig mit Anteilen von Niob – eine große Herausforderung für die eingesetzten Fräswerkzeuge dar, sagt Ceratizit. Dazu komme, dass Turbolagergehäuse sowie Abgaskrümmer für die Bearbeitung oft nur relativ labil fixiert werden könnten. Folglich muss das Fräswerkzeug sehr stabil und schnittfreudig sein, damit die geforderte Qualität erreicht werden kann.

Ceratizit hat sich deshalb mit seinen Werkzeugspezialisten aus dem Team Cutting Tools der Aufgabe gestellt, ein technisch optimiertes, wirtschaftliches Werkzeugsystem für solche Einsätzzwecke zu entwickeln. „Mit dem Planfräser Maximill 275 ist dies nun vollbracht“, betont Detlef Erdei, Application Manager Automotive bei Ceratizit. Das Entwicklungsteam habe den Grundkörper erstens extrem stabil und schwingungsarm gestaltet. Zweitens konnte es die Anzahl der Schneiden vom Durchmesser abhängig optimieren. So ist der größte Maximill 275 mit 125 mm Durchmesser mit 18 Zähnen bestückt. Die kleineren Varianten 63, 80 und 100 weisen 7, 10 und respektive 14 Zähne auf, erklären die Zerspanungsexperten.

Besondere Aufmerksamkeit habe man dabei der präzisen Gestaltung des Plattensitzes gewidmet, der die Wendeschneidplatten (WSP) durch eine Keilklemmung fest und sehr präzise aufnehme. Dadurch, heißt es weiter, wird ein Schneidenversatz und damit eine nachträgliche Höhenkorrektur vermieden. Ein Pluspunkt, der sich auch in Sachen Bedienerfreundlichkeit auszahle.

Hier ein kleines Anwendungsbeispiel zur Verdeutlichung:

Bei einem Turbolader aus dem Werkstoff 1.4837+Nb (Niob) kann mit einem Maximill 275 (Durchmesser 80 mm mit 8 Schneiden) die Flanschfläche gefräst werden, was mit folgenden Schittwerten bei der Trockenbearbeitung einhergeht: fz = 0,145 mm, vc = 100 m/min, ap = 1,4 mm, ae/D = variabel.

Der Fräser hat eine Standzeit, die einem Fräsweg von 0,92 m entspricht. Damit können umgerechnet 24 Bauteile dieser Art hochproduktiv zerspant werden. Im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten liege die Standzeit damit um etwa 70 % höher.

Das ist so ein „gefundenes Fressen“ für den Maximill 275 von Ceratizit: die Plan-Schrupp-Bearbeitung von solcher Art Turboladerbauteilen.
Das ist so ein „gefundenes Fressen“ für den Maximill 275 von Ceratizit: die Plan-Schrupp-Bearbeitung von solcher Art Turboladerbauteilen.
(Bild: Ceratizit)

Außerdem wurden die Wendeschneidplatten neu entwickelt. Basis ist ein spezieller Schneidstoff, ausgelegt für höchste thermomechanische Ansprüche. Die Platten weisen eine positive Geometrie mit einem Spanwinkel von 20 °auf. Das macht sie schnittig und sie arbeiten sich so sehr ruhig in den Werkstoff. Weil sie komplett umfanggeschliffen werden, erreichten sie eine sehr gute Präzision.

Die PVD-beschichteten Platten sind so im Plattensitz integriert, dass die Schneidkante waagrecht zum Träger liegt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Planfräsern, die mit der Eckfase den Span abnehmen, kann so wie mit einer integrierten Schlichtschneide eine deutlich glattere Oberfläche erzeugt werden, erklärt der Hersteller. Die WSP können auf links- und rechtsschneidenden Werkzeugen zum Einsatz kommen, merkt Ceratizit an.

Hier die wichtigsten Performance-Merkmale des Planfräser-Neulings:

  • robustes Design;
  • stabiler, fester Sitz der WSP im Grundkörper;
  • definierte, stabile Schneidkantenführung;
  • genau 16 nutzbare Schneidkanten pro WSP, was für höchste Wirtschaftlichkeit stehe;
  • geringe Leistungsaufnahme durch positive WSP-Topographie;
  • integrierte Planschneide für hohe Oberflächengüten;
  • ruhiges Fräsverhalten reduziert Spindelbelastung.

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