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Nicht nur die Hersteller von Maschinen sind betroffen

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Zu den wesentlichen Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung gehört die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Diese muss vor der Bereitstellung des jeweiligen Arbeitsmittels abgeschlossen worden sein. Wurden im Rahmen dieser Tätigkeit Sicherheitslücken bei der Benutzung des Arbeitsmittels festgestellt, sind entsprechende Gegenmaßnahmen zu planen, umzusetzen und auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Der Betreiber hat eine solche Gefährdungsbeurteilung zyklisch zu wiederholen. Dabei sind neben den Betriebserfahrungen und Rückmeldungen des Betriebspersonals ebenfalls Themen wie Unfallgeschehen und Marktbeobachtung gleichartiger Maschinen in die Betrachtungen einzubeziehen. Aus der Betriebssicherheitsverordnung, die in ihrer überarbeiteten Fassung seit dem 1. Juni 2015 gültig ist, lässt sich kein Bestandsschutz ableiten. Daher müssen alle Maßnahmen, die der Betreiber im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung trifft, dem Stand der Technik entsprechen.

So wird der Betreiber zum Hersteller

Ein weiterer Aspekt, der vielen Maschinenbetreibern unbekannt oder nicht direkt bewusst ist, ergibt sich aus dem Rollenwechsel in die Herstellerverantwortung (Bild 4). Denn kaufen die Betreiber Maschinen, die bisher noch nicht in der EU in Verkehr gebracht worden sind, werden sie laut Maschinenrichtlinie zum Hersteller. Diese Tatsache führt unter Umständen zu weitreichenden Konsequenzen und vor allem Kosten, weil die Betreiber jetzt die beschriebenen Anforderungen hinsichtlich der Konformitätsbewertung durchführen müssen. Da sie die Maschinen nicht selbst konstruiert haben, können sie die notwendigen Maßnahmen meist nicht in eigener Regie realisieren.

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Die weitaus häufigeren Fälle, in denen der Betreiber zum Hersteller wird, resultieren aus den Aspekten „Gesamtheit von Maschinen“ und „wesentliche Veränderung“. Eine „wesentliche Veränderung“ wird über den Blueguide – einen Leitfaden für die Umsetzung der Produktvorschriften in der EU – geregelt, lässt sich aber auch über das Produktsicherheitsgesetz erklären. Darin heißt es: „Ein Produkt, an dem erhebliche Veränderungen oder Überarbeitungen vorgenommen wurden, um die ursprüngliche Leistung, Verwendung oder Bauart zu verändern, kann als neues Produkt angesehen werden.

Beratung bereits in der Planungsphase

Die Person, die die Veränderungen vornimmt, wird dann zum Hersteller mit den entsprechenden Verpflichtungen“. Zwecks Bewertung, ob es sich um eine wesentliche Veränderung handelt, ist eine Analyse auf Basis bestehender Gefährdungen und Risiken auszuführen. Darüber hinaus sind neue Gefährdungen in die Betrachtungen aufzunehmen. Dazu zählen beispielsweise höhere Beanspruchungen der Werkstücke und Konstruktionselemente, die sich möglicherweise aus der Leistungssteigerung (Erhöhung der produzierten Stückzahl) ergeben (Bild 5).

Handelt es sich um eine „Gesamtheit von Maschinen“, wird der Betreiber im Sinne der Maschinenrichtlinie ebenfalls zum Hersteller. Ein solches Szenario tritt ein, wenn aus einzelnen oder unvollständigen Maschinen eine als Gesamtheit zusammenwirkende neue Maschine entsteht. Die jeweilige Situation muss nun analysiert und bewertet werden, wobei produktions- und sicherheitstechnischen Zusammenhängen eine besondere Bedeutung zukommt.

Damit die Maschinenbetreiber sich ihres Verantwortungsbereichs bewusst sind, berät sie Phoenix Contact bereits, während sie die Verkettung von oder Veränderungen an Maschinen planen. Durch technische Lösungen können der Rollenwechsel und der sich dadurch ergebende erneut durchzuführende Konformitätsprozess möglicherweise vermieden werden. Ist schon eine Verkettung vorgenommen worden, prüfen die Spezialisten, ob diese im Sinne der Maschinenrichtlinie als Gesamtheit von Maschinen zu betrachten ist. Anschließend werden die sich daraus eventuell ergebenden Maßnahmen aufgezeigt. MM

* Dipl.-Ing. (FH) Frank Erbs ist Mitarbeiter im Competence Center Safety bei der Phoenix Contact Electronics GmbH in 31812 Bad Pyrmont. Karin Stein ist dort Mitarbeiterin in der Abteilung Marketing Communication

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