Composites

Nur der richtige Materialmix bringt Erfolg

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Die Pultrusion rückt ins Rampenlicht

Besonders im Aufwind sehen Witten und der Business Development Manager des AVK, Volker Mathes, sogenannte Organobleche, die sich im Bereich der Prozessentwicklung etablierten. Organobleche sind Halbzeuge, die meist in Plattenform vorliegen. Die Platten können in Anlehnung an aus der Metallverarbeitung bekannte Verarbeitungsprozesse zum Beispiel umgeformt werden. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das Hinterspritzen der Halbzeuge durch eine Kombination aus Spritzgießen mit anderen Materialien. Weil sich damit kurze Produktionszyklen erreichen lassen, nutzt man diese Methode oft im Umfeld der Automobilindustrie.

Ein weiterer Boom betrifft die Pultrusionstechnik, bei der in einem kontinuierlichen Prozess die Verstärkungsfasern durch ein Bad mit duroplastischem Harz gezogen und so imprägniert werden. So können Glas-, Carbon- oder Aramidfasern vorbehandelt werden. In einer Art Extrusionswerkzeug mit entsprechender Düsengeometrie werden die imprägnierten Faserbündel dann in Wunschform profiliert und ausgehärtet. Ein Indiz für die Relevanz der Pultrusion ist aktuell auch, dass das Münchener Unternehmen Krauss-Maffei sich mit dem Thema immer stärker auseinandersetzt und in entsprechende Anlagen investiert.

Schneller pultrudieren ist nun auch möglich

Sebastian Schmidhuber, Leiter Entwicklung Reaktionstechnik bei Krauss-Maffei, erklärt: „Die Pultrusion ist eine einfache Art, um leichte sowie stabile Profile herzustellen. Es gibt kaum Turn-Key-Angebote und sie ist eine echte Wachstumstechnologie. Außerdem kennen wir uns mit Fasern, Dosiertechnik und der zugehörigen Verfahrenstechnik bestens aus, um dabei eine Schrittmacherfunktion zu erreichen.“

Das Ergebnis der jüngsten Entwicklungsarbeit ist die 2017 auf den Markt gebrachte iPul-Anlage, die mit deutlich höheren Produktionsgeschwindigkeiten als übliche Wannen- oder Durchziehverfahren ganz neue Anwendungen für die Pultrusion eröffnet. Bei der Krauss-Maffei-iPul-Anlage ist etwa der Step der Faserimprägnierung gekapselt. Bisher wurde dieser Schritt in offenen Wannenbädern durchgeführt. Nun können auch schnell polymerisierende Systeme wie Epoxy oder Polyurethan zum Tränken eingesetzt werden. Auch verdoppelt sich die Produktionsgeschwindigkeit von 1,5 auf bis zu 3 m/min, so Schmidhuber. Anwendungen sollen sich beim Fensterbau und für die Windkraft ergeben. Als Matrixlieferanten unterstützen etwa Evonik als Spezialist für Epoxide sowie Covestro mit großem Know-how auf dem Gebiet der Polyurethane das Vorhaben der Münchener.

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