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ERP-Roundtable

Ob der Server in Deutschland oder Waikiki steht, ist völlig egal

| Redakteur: Peter Steinmüller

Markus Haller von Asseco: "Viele werden entspannter an Cloud Computing herangehen, wenn sie wissen, wo ihre Daten liegen." (Bild: Schreier)
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Markus Haller von Asseco: "Viele werden entspannter an Cloud Computing herangehen, wenn sie wissen, wo ihre Daten liegen." (Bild: Schreier)

Die Einführung von Software für Enterprise Resource Planning (ERP) gestalten sich zunehmend aufwendiger, lautete ein Ergebnis des MM-Roundtables mit renommierten Softwareanbietern. Dazu gehört auch die gründliche Auseinandersetzung mir Vorteilen und Tücken des Cloud Computing.

Meine Herren, die mittelständische Industrie erholt sich überraschend schnell von der Krise. Steigt damit auch die Bereitschaft zu Investitionen in die Unternehmenssoftware?

Forscht: Natürlich gibt die Investitionsgüterindustrie das Geld nicht sofort mit der Gießkanne aus, wenn sich die ersten zarten Pflänzchen der Konjunkturerholung wieder regen, sondern investieren mit einem gewissen zeitlichen Versatz.

Während Ende 2009 die Aufträge nach unten gingen, stiegen sie im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres steil nach oben. Das liegt auch an dem Investitionsstau, der sich während der Krise aufgebaut hat. Aber für ein himmelhoches Jauchzen ist es zu früh.

Bruckmaier: Nicht nur die Investitionsbereitschaft nimmt zu, sondern auch die Qualität der Entscheidungen. Früher nutzte ein Unternehmen seine ERP-Software typischerweise zehn Jahre lang. Die Auswahl erfolgte unter taktischen Gesichtspunkten, Funktionalitäten und Services wurden bei Bedarf hinzugekauft. Jetzt legen die Betriebe mehr Wert auf Investitionssicherheit, weil sie sich vorstellen können, mit ihrem ERP-System 15 oder 20 Jahre zu arbeiten

Haller: Auch in unserem Geschäft bemerken wir, dass Deutschland die Wachstumslokomotive in Europa ist. Ein zuverlässiger Indikator für den Aufschwung ist das Anziehen des Bestandskundengeschäfts. Denn diese Unternehmen haben ja nicht den Zwang, ein System einführen zu müssen, weil sie mit dem bestehenden weiterhin arbeiten können.

Kutschenreiter: Die Auswahlverfahren werden immer aufwendiger. Die Gründe liegen darin, dass man die geschilderten strategischen Entscheidungen treffen möchte, oder dass man immer höhere Anforderungen an die Software und an das Systemhaus stellt. Kaum ein Interessent spürt einen echten Leidensdruck, nahezu alle betreiben ein funktionierendes System. Damit ist aber der Zwang zur Entscheidung nicht da. Auf dem Markt bewegt sich zweifellos viel. Aber deshalb fallen die Entscheidungen nicht schneller.

Rosenstiel: Als Anbieter eines reinen Software-as-a-Service-Systems bewegen wir uns in anderen Zyklen. Ebenso wie meine Vorredner beobachten wir aber auch, dass immer häufiger nach strategischen Kriterien entscheiden wird, die unabhängig von der Krise getroffen werden.

Die Unternehmen sind also bereit, die internen Kosten für die Zeit Ihrer Mitarbeiter und andere Ressourcen zu tragen, die durch den Auswahlprozess entstehen?

Kutschenreiter: Für die Unternehmen entstehen nur die sogenannten „Eh-da-Kosten“ ihrer Mitarbeiter. Der größte Block wird auf die Anbieter verlagert. Wir können gar nicht für jede unserer Leistungen Geld verlangen, weil wir uns auf einem Käufermarkt bewegen. Umso sorgfältiger überlegen wir bei potenziellen Kunden, ob es sich der Einstieg in die Akquisition lohnt.

Rosenstiel: Es spielen aber auch immer mehr Aspekte eine Rolle bei der Entscheidung. Die Zahl der Funktionen verliert an Bedeutung, weil jeder Anbieter 80% von ihnen standardmäßig abdeckt. Die wichtige Frage ist, welche 80% die richtigen Funktionen für den jeweiligen Anwender sind. Und das zu klären ist ein sehr schwerer Prozess, weil so viele interne Einflussfaktoren auf ihn wirken, die sich ständig verändern.

Bruckmaier: Wir erleben gerade einen Paradigmenwechsel. Zum einen ist die Auswahl von IT- oder ERP-Systemen nicht mehr länger eine Black-Box-Entscheidung, bei denen sich die Geschäftsleitung auf den IT-Verantwortlichen verlässt. Vielmehr möchten die anderen Führungskräfte über dessen Auswahlkriterien und die Vor- und Nachteile eines Produkts genau Bescheid wissen.

Zum anderen haben sich die Unternehmen von der Vorstellung verabschiedet, die Unternehmenssoftware müsste jeden klitzekleinsten internen Prozess abbilden. Vielmehr hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es viel sinnvoller ist, möglichst nah an den etablierten Standards zu bleiben, weil das Customizing die Kosten in die Höhe treibt. Wir wissen, wie sinnvoll es ist den Kunden zu helfen, ihre Prozesse zu überdenken, bevor wir überhaupt eine Software verkaufen.

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