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Produktetrend

Ohne Kalkulation keine wirtschaftliche Produktion

| Autor: Simone Käfer

Dieses Mal dreht sich der Produktetrend um Softwarelösungen zur Produktkostenkalkulation. Eine schnelle Berechnung sowie umfangreiche Datensätze bieten alle drei Softwarehäuser, es kommt also auf die kleinen Unterschiede an.

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Es sind viele verschiedene Kostenstellen, die in Produktkosten einfließen. Um hierbei den Überblick zu bewahren und auf Marktschwankungen zu achten, können Sie sich Unterstützung von Software zur Produktkostenkalkulation holen.
Es sind viele verschiedene Kostenstellen, die in Produktkosten einfließen. Um hierbei den Überblick zu bewahren und auf Marktschwankungen zu achten, können Sie sich Unterstützung von Software zur Produktkostenkalkulation holen.
(Bild: @ logistock-stock.adobe.com)
  • Die eigene Kalkulation im Kundendesign aufzubereiten, gehört zu den Merkmalen von Facton EPC.
  • Cost Analysis von Kerkhoff will mit 40.000 Indizes Markttransparenz erzeugen.
  • Die leichteste Lösung ist Calc-4-XL, die per Add-in über Excel genutzt wird.

Für eine wirtschaftliche Produktion gilt es nicht nur, die eigenen Kosten des Verbrauchs im Unternehmen im Blick zu behalten, sondern auch Rohstoff- und Lieferantenpreise, die steten Marktveränderungen unterworfen sind, alles abzugleichen und entsprechend zu reagieren. Dabei kann man schnell in Tabellen verloren gehen. In größeren Unternehmen arbeiten gleich mehrere Personen aus unterschiedlichen Abteilungen an der Aufgabe, was an sich bereits fehleranfällig ist.

Um eine stete Kontrolle zu gewährleisten, entschied Peter Baumann von PFW Aerospace, ein Softwaresystem zur Produktkostenkalkulation einzuführen und in den täglichen Arbeitsalltag zu integrieren. Das primäre Ziel war, durch Standardisierung von Kalkulationsprozessen eine vollständige Kostentransparenz zu erreichen, mit der zu jedem Zeitpunkt auf Schwankungen bei Rohstoff- oder Produktionskosten reagiert werden kann. Das heißt auch, dass jeder Mitarbeiter auf einer einheitlichen Datenbasis arbeitet und die neue Software an das SAP-System angebunden werden muss, sodass alle Kalkulationsstammdaten automatisch übernommen werden. Da die Daten bisher meistens manuell von einem System in das andere übertragen werden mussten, machte die fehlende Anbindung diesen Transfer, etwa bei der Erstellung individueller Angebote, zu feh­ler­anfällig und arbeitsintensiv.

Mit Facton EPC deckt PFW nun das gesamte Kostenspektrum von der Konstruktion bis zur Nachkalkulation ab.
Mit Facton EPC deckt PFW nun das gesamte Kostenspektrum von der Konstruktion bis zur Nachkalkulation ab.
(Bild: Facton)

Facton EPC: Lückenlose SAP-Integration

Durch eine ausgiebige Recherche stieß man bei PFW auf die Enterprise-Product-Costing-Lösung (EPC) von Facton. Besonderes Augenmerk hatten sie auf Facton Data Integration Framework (DIF) gelegt, da es eine nahtlose Anbindung der Software an externe Systeme und Datenquellen, wie ERP oder CAD, und damit auch an das bestehende SAP-System ermöglicht. So können die Stammdaten automatisch aktualisiert und die Kalkulationsstücklisten aus SAP geladen werden. Auch die Facton Costing Tem­plates trugen zur Entscheidung für Facton EPC bei. Sie ermöglichen es, die eigenen Kalkulationen in von Kunden vorgegebene Darstellungsweisen automatisch auszuleiten, was besonders bei der Angebotskalkulation den entscheidenden zeitlichen Vorsprung bringen kann. Somit war die Evaluierungsphase kurz und nach einem halben Jahr begann die Implementierung. Durch die lückenlose Integration werden Stundensätze von SAP-Arbeitsplätzen als Facton-Kostenstellen abgebildet, importiert und gegebenenfalls aktualisiert. Auch Stücklisten inklusive Arbeitspläne können mithilfe des DIF ohne Medienbruch aus ERP-Systemen übernommen werden. PFW Aerospace band Facton EPC in relativ kurzer Zeit erfolgreich in den Betrieb ein und führt rund 500 Kalkulationen pro Jahr damit durch.

Ergänzendes zum Thema
Anwenderblick
Drei Fragen an den Anwender

Peter Baumann von PFW Aerospace war Projektleiter bei der Umstellung auf Facton EPC. Er berichtet über die Implikation des Programms und dessen Vorteile.

„Wir konnten unsere Kalkulationsmöglichkeiten deutlich erweitern”, erklärt Baumann.
„Wir konnten unsere Kalkulationsmöglichkeiten deutlich erweitern”, erklärt Baumann.
( Bild: PFW Aerospace )

Welche Vorteile haben Sie nun, nach der Umstellung auf Facton EPC?

Wir haben unsere Kalkulationsmöglichkeiten deutlich erweitern können. Wir decken nun das gesamte Spektrum von der konstruktionsbegleitenden Kalkulation bis zur Nachkalkulation ab. Zudem konnten wir verschiedene Berechnungen, unter anderem im Bereich der Einmalkosten, automatisieren und uns somit die Arbeit erleichtern.

Sich an eine andere Software gewöhnen zu müssen, löst eher selten Begeisterung bei Mitarbeitern aus ...

Der Kollege, der seinerzeit die bis dato verwendeten Excel-Templates erstellt hatte, konnte sich für die Umstellung mit Facton begeistern. Eine Konkurrenzsituation zu der bisherigen Excel-Kalkulation gibt es so gesehen nicht. Auch weil wir uns nicht für einen harten Schnitt, sondern eine schrittweise Umstellung auf das neue System entschieden haben.

Eine schrittweise Umstellung bedeutet auch viel Kontakt zwischen Facton und Ihnen?

Ja, so konnten wir den regulären Betrieb der Anwendung relativ zügig aufnehmen. Unsere Anbindungswünsche von Facton EPC an externe Systeme und Datenquellen hat der Hersteller sehr schnell erfüllt.

Cost Analysis: Transparenz mit 40.000 Indizes

Auch die Kerkhoff Cost Analysis ist eine Software für Produktkostenkalkulationen. Auf Basis von Herstellkosten werden die genauen Kostenbestandteile und Zuschläge eines beliebigen Bauteils oder ganzer Baugruppen ermittelt. Die Kalkulation stützt sich auf eine Vielzahl von Benchmark-Daten wie weltweite Löhne sowie Gemein- und Materialkosten und führt damit zur Kostentransparenz. Weiterhin werden aus über 40.000 Indizes die jeweiligen Marktänderungen der Kostentreiber herangezogen und führen so zur Markttransparenz. Die Software ist Grundlage für ein weiterführendes Einkaufstool von Kerkhoff, Procurement 4.0. Hierbei werden Marktentwicklungen indexiert und ganze Sortimente kostenseitig erfasst. So erhalten Unternehmensbereiche wie Einkauf, Controlling und Vertrieb vollständige und aussagekräftige Entscheidungsgrundlagen.

Das Programm Calc-4-XL vom gleichnamigen Hersteller ist ein Add-in für Excel.
Das Programm Calc-4-XL vom gleichnamigen Hersteller ist ein Add-in für Excel.
(Bild: Calc-4-XL)

Calc-4-XL: werde Teil des Projekts

Das Team von Calc-4-XL hat eine Software entwickelt, die zum Kalkulieren für den Fachbereich, abteilungsübergreifend, unternehmensweit oder sogar just in time vor Ort mit dem Kooperationspartner, Zulieferer oder Kunden gedacht ist. Implementiert wird die Lösung so einfach wir nur denkbar: per Add-in in Excel. Dadurch kann mit einem bekannten Programm gearbeitet werden und auch Mitarbeiter ohne Lizenz können die Kalkulation aufrufen. Außerdem können Anwender die Vorlagen so weit an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen, wie es ihre Excel-Kenntnisse erlauben. Damit die Daten wachsen können und die Kalkulationen stetig verbessert werden, können Anwender das Costing-Netzwerk unterstützen. Unter anderem bietet die Datenbasis derzeit über 1000 Maschinensätze für alle gängigen Fertigungstechniken und 70.440 branchen- und umsatzspezifische Faktoren für Material-, Fertigungs-, Vertriebs-, Verwaltungs-, Logistik- und Entwicklungskosten.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe, MM MaschinenMarkt