Schleiftechnik

Optimale Prozessführung beim Doppelseiten-Planschleifen

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Bei einem von Peter Wolters entwickelten neuartigen Schleifscheibenkonzept wurden dazu Sensoren in Verbindung mit einer Telemetrie für die drahtlose Datenübertragung direkt in die Schleifscheibe integriert (Bild 4). Damit ist es erstmals gelungen, die beim Doppelseiten-Planschleifen auftretenden Belastungsprofile der Schleifscheibe während des Prozesses zu beobachten.

Prozess beim Doppelseiten-Planschleifen umfassend dokumentieren

In Kombination mit weiteren Daten aus der Maschine wie Drehmomente der Antriebe, Mediendurchflussraten, Temperaturen kann eine umfassende Dokumentation und Analyse des Prozesses durchgeführt werden. Mit dem Datenaufbereitungssystem Datacare stellt Peter Wolters ein leistungsfähiges Werkzeug zur Verfügung, mit dem sich die Prozessparameter wesentlich schneller als bisher optimieren lassen.

Die damit erreichbaren stabileren Prozessbedingungen führen insgesamt zu einer Steigerung der Produktivität der Maschine. Die mit einem solchen Prozessdaten-Analysetool gewonnenen Erkenntnisse lassen sich auch einsetzen, um für einen gegebenen Anwendungsfall aus einer größeren Menge an zur Verfügung stehenden Schleifwerkzeugen das geeignete auszuwählen oder die Schleifwerkzeuge ihrerseits zu optimieren.

Schleifscheiben meist nach empirischen Daten oder Erfahrung ausgewählt

Die Festlegung auf eine bestimmte Schleifscheibenspezifikation ist immer ein Kompromiss zwischen zu erzielender maximaler Abtragsleistung und gewünschter Oberflächengüte an den zu bearbeitenden Bauteilen. Dabei wird die Wahl der Schleifscheiben meist aus empirischen Daten oder dem Erfahrungswissen des Herstellers oder Maschinenbedieners getroffen.

Dort spielt oft nur die Korngröße, Kornart und Bindung in den Entscheidungsprozess hinein. Die geometrische Auslegung des Schleifscheibenbelags, beispielsweise Größe und Form von Schleifbelagselementen (Pellets) beziehungsweise der dazwischen liegenden Freiräume, wird dabei meist ignoriert oder zumindest stark vernachlässigt.

Hohe Zeitspanvolumina erfordern eine entsprechend hohe Normalkraft

Bei unempfindlichen, stabilen Bauteilen wie Pumpenstatoren oder -rotoren kommt es oft vorrangig auf die Zerspanleistung an. Für hohe Zeitspanvolumina sind jedoch üblicherweise hohe Flächenpressungen erforderlich, die durch eine entsprechend hohe Normalkraft von dem Belastungssystem der Maschine aufzubringen sind.

Dies kann sich insoweit nachteilig auswirken, als der Prozess regelmäßig an der Leistungsgrenze der Maschine betrieben wird, sofern die erforderliche Normalkraft von der Maschine überhaupt aufgebracht werden kann. Darüber hinaus kann eine zu hohe Normalkraft zu einer elastischen Verformung beispielsweise der Arbeitsscheiben führen, die das Bearbeitungsergebnis beeinträchtigen kann.

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