Bohren Pama-Fahrständer-Bohrwerk ermöglicht wirtschaftliche Einzelteilfertigung

Autor / Redakteur: Thomas Ulrich / Rüdiger Kroh

Bei der Großgetriebefertigung werden hohe Genauigkeitsanforderungen an das Bohrwerk gestellt. So ist eine Toleranz von 0,01 mm auf einer Teilelänge von 4 bis 5 m einzuhalten. Um die thermischen Einflüsse zu verringern, hat die Maschine von Pama hydrostatische Führungen in allen Achsen und eine doppelwandige Ausführung des Ständers.

Anbieter zum Thema

Bild 1: Das Fahrständer-Bohrwerk wurde mit Spindelleistungen bis 145 kW für die genaue Bearbeitung von Großbauteilen entwickelt.
Bild 1: Das Fahrständer-Bohrwerk wurde mit Spindelleistungen bis 145 kW für die genaue Bearbeitung von Großbauteilen entwickelt.
(Bild: Pama)

Für die SMS Siemag AG in Hilchenbach als Hersteller von Maschinen und Anlagen zur Erzeugung von Stahl- und Nichteisenprodukten steht die Qualität und somit die Präzisionsfertigung der Teile und Baugruppen im Mittelpunkt sämtlicher Produktionsprozesse. Die hoch beanspruchten Maschinen und Anlagen für die Hütten- und Walzwerksindustrie arbeiten über Jahrzehnte rund um die Uhr. Diese Arbeit soll außerhalb der Wartungszyklen möglichst störungsfrei verlaufen. Grundlage dafür ist unter anderem die Einhaltung kleiner Fertigungstoleranzen bei allen beweglichen Teilen wie Getrieben, Lagern, Wellen und Zahnrädern.

Senkung der Fertigungskosten und Reduzierung der Lieferzeit für Großgetriebe als Ziel

Auf den Anlagen werden Brammen aus Stahl, Aluminium oder Nichteisenmetallen zu Blechen mit Dicken von 0,1 mm (Kaltwalzwerke) bis 300 mm (Grobblech-Walzwerke) gewalzt. Dieser Dickenbereich gibt bereits einen Hinweis auf die vielschichtigen Anforderungen an die Anlagen hinsichtlich Stabilität und Genauigkeit. Weitere Herausforderungen bestehen in der wirtschaftlichen Fertigung der Komponenten. Die Kern-Know-how-Teile wie Maschinengestelle, Antriebselemente und Getriebegehäuse werden selbst gefertigt. Ein Beispiel sind hochgenau zu fertigende Getriebewellen mit einer Läge von etwa 1 m und einem Durchmesser von 200 mm, die mit einer maximalen Drehzahl von 18.000 min-1 eingesetzt werden.

Es gibt eine Reihe von Wegen, die zu einer wirtschaftlicheren Fertigung und Verkürzung von Lieferzeiten führen. Stets gehören die Erhöhung der Produktivität der Teilefertigung und die Optimierung logistischer Prozesse dazu. Aus diesem Grund wurden für den Bereich der Großgetriebefertigung neue Strukturen geschaffen.

Es ging um die Konzentration der Teile- und Baugruppenbearbeitung von Großgetrieben. In zwei eigens für diesen Zweck errichteten Fertigungshallen von zusammen etwa 4000 m² wurden in unmittelbarer Nähe zur schweißtechnischen Fertigung die mechanische Bearbeitung der Verzahnungsteile und der Getriebegehäuse sowie die Vor- und Endmontage zusammengeführt. Mit der Neustrukturierung konnten die Transportprozesse optimiert werden. Zu den Zielen der Neuinvestition gehörte neben der Senkung der Fertigungskosten die Reduzierung der Lieferzeit für Großgetriebe um bis zu 40 %.

Genaue Zustellung auf allen Achsen

Für die mechanische Bearbeitung wurde ein großes Bohrwerk benötigt. Das Pflichtenheft verlangte eine hohe Qualität und damit hohe Positioniergenauigkeiten der zu installierenden Maschine. Sie sollte eine Toleranz von 0,01 mm auf der gesamten Teilelänge von 4 bis 5 m garantieren. Genau zur Zeit der Investitionsentscheidung konnte Pama mit der Speedram 3000 (Bild 1) kurzfristig das passende Bohrwerk liefern. Dabei handelt es sich um das Modell der mittleren Größe. Die Baureihe beginnt mit der Speedram 1000 und endet mit der Speedram 5000.

(ID:34463150)