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Wälzlager

Pendelrollenlager für den Einsatz in rauer Umgebung

| Autor/ Redakteur: Klaus Findling / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Die robusten Pendelrollenlager in der Ausführung SRU eignen sich auch für den Einsatz in Bau- und Landmaschinen. Eine Testreihe zeigt, dass die Lösungen auch extremen Einsatzbedingungen trotzen.

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Der Einsatz im Schlammwasser ist für Gehäuselager so etwas wie ein Worst- Case-Szenario – gleichwohl 
konnten sich die SRU-Pendelrollenlager-Einheiten auch in dieser extremen Anwendung behaupten.
Der Einsatz im Schlammwasser ist für Gehäuselager so etwas wie ein Worst- Case-Szenario – gleichwohl 
konnten sich die SRU-Pendelrollenlager-Einheiten auch in dieser extremen Anwendung behaupten.
(Bild: ezp - stock.adobe.com)
  • Eine Testreihe zeigt, dass der Einsatz der Pendelrollenlager auch bei Schlammwasser gut möglich ist.
  • Ein neuartiges Befestigungssystem spart Zeit bei Montage und Demontage.
  • Die automatisierte Schmierstoffversorgung beugt Korrosion vor.

Beim Test wurden die SRU-Pendelrollenlagereinheiten von Findling über 190 Stunden einem Betrieb im Schlammwasser ausgesetzt. Das Ergebnis beweist, dass die winkelfehlerausgleichenden Dichtungen der Gehäuselager den extremen Bedingungen widerstehen.

Der Einsatz im Schlammwasser ist für Wälzlager so etwas wie ein Worst-Case-Szenario: Selbst vergleichsweise robuste, geteilte Stehlager fallen dabei regelmäßig nach kürzester Zeit aus, weil sich bei Schiefstellung der Welle die Dichtung abhebt. Dabei entsteht ein Spalt, durch den der Schlamm eindringt und das Lager so stark kontaminiert, dass es zu einem vorschnellen Ausfall kommt. Das macht einen regelmäßigen Austausch erforderlich, der bei herkömmlichen Stehlagern mit einer sehr zeitaufwendigen Demontage und Montage einhergeht. Der Knackpunkt bei dieser Anwendung ist, dass bislang verfügbare Dichtungen keine Fluchtungsfehler ausgleichen können. Dabei ergeben sich zwei Probleme: einerseits unmittelbar durch die Kontamination, andererseits durch die Feuchtigkeit auftretende starke Korrosion im Lager.

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Pendelrollenlager beim Einsatz in Schlammwasser

Problem erkannt – aber wie gut gebannt? Diese Frage stellte sich ein Anwender, der die SRU-Pendelrollenlager-Einheiten für sich entdeckt hatte. Diese einbaufertigen Lösungen sind für Konstrukteure generell ein wahres „Rundum-sorglos-Paket“ (siehe Infokasten). Wichtig für die vorliegende Anwendung ist, dass sie mit dreilippigen Dichtungen ausgestattet sind, die sich für den Einsatz unter starken Belastungen eignen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lösungen kann sich das Dichtungssystem nämlich um ± 2° selbst ausrichten und somit Fluchtungsfehler und Wellendurchbiegungen ausgleichen. Im Gegensatz zu anderen Lösungen lässt sich so in jeder Stellung eine perfekte Abdichtung gewährleisten. Auch bei maximaler Ausgleichsstellung des Lagers wird der positive Kontakt mit einem Dichtungsblech dauerhaft gehalten.

Die Lager eignen sich vor allem bei der Fördertechnik von Schüttgut oder in landwirtschaftlichen Maschinen, Systemen wie Förderschnecken von Biogasanlagen oder als Hauptwellenlager von Anbaugeräten. Auch in Großsägeanlagen für Holz und Aluminium bewähren sich die SRU-Lager. Über einen Betrieb im Schlammwasser gab es bisher keine Erfahrungswerte – obwohl die Einheiten rein theoretisch auch diese Herausforderung bewältigen sollten. Der Anwender musste deshalb sichergehen, ob dies auch in der Praxis der Fall sein würde. Eine Testreihe sollte den Beweis erbringen.

Gehäuselager auf dem Prüfstand

Im Testaufbau wurden insgesamt vier Gehäuselager auf Stahlträgern kopfüber montiert und so eingestellt, dass sie je ein Festlager und ein Loslager bildeten. Weil die Fest- und Loslager zueinander winkelversetzt waren, wurden Wellen mit Kreuzgelenken eingesetzt. Die Stahlträger befanden sich in einem Behälter, der im Rahmen des Versuchs regelmäßig mit Schlammwasser vollgepumpt wurde, sodass die Gehäuselager samt Wellen und Kreuzgelenken im Schlammwasser lagen. Da die Einheiten nicht aus Edelstahl gefertigt oder beschichtet sind, konnte der Korrosion nur mit einer automatisierten Schmierstoffversorgung vorgebeugt werden. Deshalb wurde an jedem Lager ein Befettungsautomat des Unternehmens FYH installiert, der regelmäßig eine definierte Fettmenge an das Lager abgibt. Dabei wird das kontaminierte Schmierfett verdrängt und ausgetauscht.

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