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Personalmanagement

Personalentwicklung im Zeichen von Industrie 4.0

| Autor/ Redakteur: Peter Littig / Robert Horn

Smart Factories sind in spätestens zehn Jahren Realität, so eine Studie des VDE. Doch der Weg in die digitale Fertigungswelt birgt noch einige Herausforderungen. So müssen Aspekte wie Personalentwicklung und Organisationsstrukturen auf die Agenda.

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Digitalisierung und Automatisierung fordern von Mitarbeitern vor allem zukunftsweisende Soft Skills wie Lernbereitschaft, Flexibilität und Kreativität. Die meisten Unternehmen haben diese Anforderung noch nicht auf dem Schirm.
Digitalisierung und Automatisierung fordern von Mitarbeitern vor allem zukunftsweisende Soft Skills wie Lernbereitschaft, Flexibilität und Kreativität. Die meisten Unternehmen haben diese Anforderung noch nicht auf dem Schirm.
(Bild: Dekra Akademie)

Die zunehmende Digitalisierung verändert die Arbeitswelt und die Anforderungen an Mitarbeiter in hohem Maße. Dennoch sind viele Unternehmen noch entspannt, was das Thema Personalentwicklung und Qualifikationen für Industrie 4.0 anbelangt. Dies zeigte zuletzt auch die Befragung ausgewählter Unternehmensvertreter im Rahmen des Dekra-Arbeitsmarkt-Reports.

Insgesamt beurteilen die Befragten die Entwicklung in Richtung Industrie 4.0 positiv und sehen darin mehr Chancen als Risiken. Für die Unternehmen ist es vor allem eine Möglichkeit, am Standort Deutschland international wettbewerbsfähig zu bleiben. Auf die Frage nach den zukünftig benötigten Mitarbeiterqualifikationen zeigten sie sich überraschend gelassen: Sie erwarten keine großen Veränderungen im Vergleich zu heute, da die Digitalisierung der industriellen Produktion ein kontinuierlicher Prozess sei und sie bereits heute ihre Mitarbeiter regelmäßig qualifizierten. Die Befragung spiegelt zwar nur die Meinung einer kleinen Stichprobe, legt aber einen kritischen Punkt offen: Unternehmen schließen aus der Erfahrung mit technischen Innovationszyklen in der Vergangenheit, dass diese sich in der Zukunft in weitgehend vorhersehbaren Grenzen bewegen. Dabei blenden sie oft Prognosen aus, die disruptive Entwicklungen innerhalb relativ kurzer Zeitabstände in ihrer Branche vorhersagen.

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Die Anforderungen steigen

Auch wenn es noch eine Weile dauert, bis Internettechniken, kaufmännische und Fertigungs-IT und im nächsten Schritt auch die Zuliefererprozesse eine lückenlos funktionierende Einheit bilden, so zeichnet sich heute schon ab, dass sich bereits auf dem Weg dahin Arbeitsprozesse grundlegend beziehungsweise disruptiv verändern. Dabei entstehen etwa kooperativere und globalere Arbeitsformen, die Fachkräfte voraussetzen, die schnell und flexibel auf neue Situationen reagieren. Ferner werden von der Digitalisierung betroffene Prozesse zunehmend standardisiert und Roboter übernehmen viele Aufgaben. In der Folge fallen einfache Routineaufgaben weg und Mitarbeiter müssen anspruchsvollere Aufgaben übernehmen. So sind sie zunehmend gefordert – neben den entsprechenden technischen Fertigkeiten wie IT-­Kenntnissen – größere Unternehmensprozesse zu überblicken und mehr Entscheidungen zu treffen.

Neues Fachwissen in Studium und Ausbildungsgänge zu integrieren oder neue Berufsbilder zu entwickeln, ist das eine. Mit Blick auf die beschleunigte Entwicklung werden Arbeitgeber jedoch nicht umhinkommen, stärker als bisher spezifische Qualifizierungsinhalte selbst zu ergänzen. Eine mindestens ebenso große Herausforderung ist es, bestimmte Soft Skills in der Belegschaft zu entwickeln: Wenn Fachwissen immer schneller veraltet, beeinflussen Fähigkeiten wie Lern- und Veränderungsbereitschaft den Unternehmenserfolg in weit höherem Maße als heute. Was dies für die Anforderungsprofile der Mitarbeiter bedeutet, scheint vielen Unternehmen noch nicht in vollem Umfang bewusst zu sein, wie die Auswertung von Stellenangeboten im Bereich Maschinenbau zeigt: So zählt zwar seit Längerem „Teamfähigkeit“ zu den am häufigsten gewünschten Eigenschaften von Bewerbern. Zukunftsweisende Soft Skills wie Lernbereitschaft, Flexibilität oder Kreativität kommen in Stellenanzeigen hingegen nur vereinzelt vor.

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