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Fotovoltaik PID-Check ermöglicht Freifeld-Überprüfung von Solarmodulen

| Redakteur: Katharina Bormann

Das vom Fraunhofer Center für Silizium-Photovoltaik (CSP) und Freiberg Instruments entwickelte Prüfgerät PID-Check macht es möglich, Solarmodule schnell, kostengünstig und direkt im Feld auf potenzialinduzierte Degradation (PID) zu testen. PID ist eine der häufigsten Ursachen für Leistungseinbußen bereits installierter Solarmodule.

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Beim Test der Module kommt eine Heizmatte mit integrierter Metallgaze zum Einsatz.
Beim Test der Module kommt eine Heizmatte mit integrierter Metallgaze zum Einsatz.
(Bild: © Freiberg Instruments)

Vor allem wenn Solarmodule bei hoher Systemspannung in feuchter Umgebung betrieben werden, kann die sogenannte potenzialinduzierte Degradation (PID) auftreten. Dabei dringt Natrium in die Silizium-Solarzellen ein und es kommt zu Kurzschlüssen. Durch das Absinken des Wirkungsgrads kann es dann zu Leistungsverlusten und dauerhaften Ertragsminderungen kommen. Wie anfällig Module für diesen PID-Effekt sind, kann mit dem PID-Check auch nach der Installation im Freifeld überprüft werden.

Schnell, günstig, tragbar

Die Überprüfung der Solarmodule war bisher sehr aufwendig und teuer: Zunächst mussten die Module aus den Solarparks entnommen, sorgfältig verpackt und in ein Labor transportiert werden. Dort wurden die Module dann in festinstallierten Klimakammern überprüft. Der gesamte Prozess nahm so mindestens 96 h Arbeitszeit in Anspruch. Durch die Möglichkeit, die Module direkt vor Ort zu überprüfen, verkürzt der tragbare PID-Check die Arbeitszeit auf lediglich vier bis acht Stunden.

Praktische Vor-Ort-Überprüfung

Durch die Möglichkeit der Vor-Ort-Überprüfung können außerdem zusätzliche Leistungseinbußen vermieden werden. Innerhalb von acht Stunden ist es möglich, die Untersuchungen bei einer Modultemperatur von 85 °C und einer Zellenspannung von bis zu 1500 V vorzunehmen. Nach dem Test können die Module wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzt werden.

Leistungs- und Ertragsprognosen möglich

Der PID-Check funktioniert durch Kontaktierung der Moduloberfläche mit einer leitfähigen Elektrode und kann je nach Modultyp circa die Hälfte der Zellen der PID-Belastung aussetzen. Auch eine belastbare Leistungs- und Ertragsprognose ist mit dem Gerät möglich: Wenn die Anlage bereits von PID betroffen war, lässt sich direkt eine Aussage über die zukünftige Leistungsfähigkeit treffen. Aber auch, wenn in der Anlage noch keine Betroffenheit vorliegt, kann eine Prognose über eine mögliche PID-Anfälligkeit der installierten Solarmodule gegeben werden.

Ausgezeichnete Technik

Der Einsatz des PID-Check eignet sich laut Hersteller besonders für Inhaber von Solarkraftwerken, Hersteller, Serviceanbieter, Gutachter und Versicherungen. Er ist ab Sommer 2018 erhältlich. Die Technik wurde auf der Fachkonferenz SNEC in Shanghai mit dem Best-Poster-Award ausgezeichnet.

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