Nicht nur sicher fixieren Pneumatisches Klemmsystem kann auch Notbremse spielen

Redakteur: Peter Königsreuther

Die neuen, pneumatischen Hema-Klemmsysteme fixieren schnell und sicher, heißt es, was speziell für rotatorische Positionsklemmungen in Bearbeitungszentren und Werkzeugmaschinen von Vorteil sein soll.

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Das ist die Diskclamp von Hema. Mit ihr lassen sich nicht nur Lasten sicher fixieren, sagt der Hersteller, sondern auch bewegte Massen wirksam verzögern. Sie punkte deshalb etwa bei Positionsklemmungen bei Zerspanungsprozessen.
Das ist die Diskclamp von Hema. Mit ihr lassen sich nicht nur Lasten sicher fixieren, sagt der Hersteller, sondern auch bewegte Massen wirksam verzögern. Sie punkte deshalb etwa bei Positionsklemmungen bei Zerspanungsprozessen.
(Bild: Hema)

Geht es bei Fertigungsanlagen um besonders dynamische Prozesse, müssen nicht nur die Maschinenachsen zuverlässig geklemmt, sondern auch bewegte Massen wirksam abgebremst werden, erklärt Hema aus Seligenstadt. Deshalb hat man jetzt die Diskclamp entwickelt. Diese wird als anwenderspezifisch konfigurierbares Sicherheitsklemmsystem mit Notbremsfunktion beschrieben.

Das System erreicht als passive pneumatische Sicherheitseinrichtung axiale Klemmkräfte von etwa 8000 Newton. Im sogenannten Booster-Modus könnte diese auf 17.000 Newton gesteigert werden, sagt Hema. Die Diskclamp wird in der Version für 4 bis 10 Bar mit Druckluft betrieben, weswegen sie im Gegensatz zu hydraulisch betriebenen Arten, schneller reagieren könne. Weil nur ein Druckluftanschluss erforderlich ist, ist der Einsatz relativ günstig und einfach, heißt es weiter. Die Diskclamp wird momentan in drei Ausführungen hergestellt: DC 50, DC 100 und DC 120, mit Außendurchmessern von 145, 230 respektive 250 Millimeter sowie mit einer Höhe von 60 und 70 Millimetern.

So funktioniert das Klemmsystem mit Notbremseneffekt

Die kurze Reaktionszeit und die hohen Haltekräfte verdanke die Diskclamp dem Prinzip des Federspeichers. Die Klemm- und Bremselemente der Baureihe öffnen pneumatisch und erzeugen ihre Klemm-und Bremskraft über einen Federspeicher bei 0 Bar Druck.

Die Klemm-und Bremskraft entsteht reibschlüssig zwischen den senkrecht aufeinander stehenden Klemm-und Bremsbelägen und der integrierten Bremsscheibe, erklärt Hema. Lässt man auf die sich öffnende Zylinderkammer (offen) Druckluft wirken und entlüftet die sich schließende Zylinderkammer (geschlossen), werden die integrierten Federn vorgespannt. Die mit einem Bremsbelag ausgestattete Druckscheibe hebt, angetrieben vom Pneumatikkolben, dann von der Bremsscheibe ab. Das Klemm-und Bremselement ist in diesem Zustand offen. Kehrt man den Vorgang um, wird das Klemm- und Bremselement geschlossen. Die Druckscheibe wird durch die vorgespannten Federn über den Pneumatikkolben angetrieben und bis zum Kontakt der Bremsscheibe mit dem Bremsbelag der Festlagerplatte bewegt. Durch zusätzliche Druckbeaufschlagung der schließenden Zylinderkammer (Booster) kann die Klemm-und Bremskraft im geschlossenen Zustand optional auf die 17.000 Newton erhöht werden. Das Brems- respektive Haltemoment liegt bei der Version DC50 je nach Nenn-/Betriebsdruck (Pn) bei 40 Newtonmeter (Pn = 4 Bar) oder bei 60 Newtonmeter (Pn = 6 Bar). Bei der DC 100 sind es 160 beziehungsweise 240 Newtonmeter und die DC 120 erreicht 175 respektive 275 Newtonmeter. Im Booster-Modus erhöht sich bei der Ausführung DC 50 das Brems-/Haltemoment bei Beaufschlagung mit 6 Bar zusätzlicher Druckluft von 60 auf 105 Newtonmeter, bei der DC 120 von 265 auf 465 Newtonmeter.

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