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GKV-Aschermittwochs-Pressekonferenz Polemik und schräge Medienaktionen bedrohen den Standort Deutschland

Redakteur: Peter Königsreuther

Der Gesamtverband Kunststoffverarbeitenden Industrie e. V. (GKV) zeichnete passend zum Aschermittwoch 2020 ein düsteres Zukunftsbild in Sachen Kunststoff-Image. Erste Schäden sind schon angerichtet.

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So kann es natürlich nicht weitergehen, das sieht auch die Deutsche Kunststoffindustrie ein. Doch werden Pauschalvorwürfe erhoben, die jegliche konstruktive Diskussion im Keim ersticken und eine Werkstoffklasse gefährden, die einzig allein in der Lage ist etwa auf günstige Weise der Umwelt zu nützen. Doch davon will man in der mediengetriebenen Öffentlichkeit nicht viel wissen, habe man registrieren müssen. Das, und noch viel mehr, war Thema auf der traditionellen Aschermittwochs-Pressekonferenz des GKV in Frankfurt am Main.
So kann es natürlich nicht weitergehen, das sieht auch die Deutsche Kunststoffindustrie ein. Doch werden Pauschalvorwürfe erhoben, die jegliche konstruktive Diskussion im Keim ersticken und eine Werkstoffklasse gefährden, die einzig allein in der Lage ist etwa auf günstige Weise der Umwelt zu nützen. Doch davon will man in der mediengetriebenen Öffentlichkeit nicht viel wissen, habe man registrieren müssen. Das, und noch viel mehr, war Thema auf der traditionellen Aschermittwochs-Pressekonferenz des GKV in Frankfurt am Main.
(Bild: Messe Düsseldorf / C. Tillmann)

Als ob es nicht reicht auf Dieselfahrzeuge und die Automobilindustrie generell mit dem Finger zu zeigen, wirkt sich die nun nicht nur generell schwächelnde Konjunktur, sondern auch noch unschöne Kampagnien seitens der allgemeinen Medien für den Massenmenschen schädlich auf den Ruf der Kunststoffe und auf die ganze Branche aus. Angebliche „Selbstversuche“ von Märtyrern des Umweltschutzes sollen da beweisen, wie schnell sich in Kunststoffen verpackte Nahrungsmittel verschlechternd auf den Gesundheitszustand der Person ausgewirkt hätten und Etikettenschwindel mit "nachwachsenden" Rohstoffen, wie Polyethylen aus Zuckerrohr, suggerieren Passagieren von Touristendampfern, dass man echt was tue.

Leider muss man das Einstein-Zitat, bei dem der schlaue Kopf sich in Sachen Unendlichkeit des Universums nicht ganz sicher war, bei der Verführbarkeit der Menschen durch Verbreitung von Falsch- und Halbwissen seitens vermeintlich mehr wissenden „Experten“ aber schon, auch auf die fast schon als Religiöse grenzende Debatte um die angebliche Schädlichkeit der Polymere anwenden. Traurig, denn erste Umsatzeinbußen und zweistellige prozentuale Rückgänge in puncto Fachausbildung und Studium in diesem Industriezweig markieren die Wirksamkeit dieses Aktionismus. Das bedroht auch Arbeitsplätze und nicht zuletzt den Standort Deutschland. Man fragt sich beim GKV außerdem, warum, wenn man mit Politikern unter vier Augen redet, denen dann durchaus klar sei, wie wichtig Kunststoffe für unsere Gesellschaft seien, aber sobald eine Kamera ihr Konterfei in die Öffentlichkeit strahle, ganz andere Reden geschwungen würden. Ein Schelm, der Arges dabei denkt und dabei noch an Wählerstimmenfang!

Inlandsverluste stärker als durchs Ausland

Roland Roth, der Präsident des GKV, nennt die unfair geführte Kunststoffmüll-Debatte und die allgemeine Konjukturflaute als Hauptgründe für einen Umsatzrückgang um 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Löwenanteil der Verluste kam aus dem Inland, heißt es. Auch der Außenhandel schwächelte, doch waren es vor allem politische Unsicherheiten für den freien Welthandel, die sich hier unschön ausgewirkt haben. Man denke an den Brexit oder die konjukturelle Schräglage Chinas. Zum Glück habe sich bezüglich der Beschäftigtenzahlen und der Anzahl der Unternehmen nichts ins Negative laviert, so Roth. Rund 336.000 Beschäftigte gibt es und die Zahl der Betriebe mit über 20 Mitarbeitern ist sogar leicht angestiegen.

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