Schwerlastbewegung Polymere Gewindemutter macht Kugelgewindetriebe arbeitslos

Redakteur: Peter Königsreuther

Kunststoff und hohe Lasten? Dass dieser Widerspruch nicht immer gilt, beweist Igus einmal mehr. Und zwar jetzt mit einem neuen Gewindemutterdesign.

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Von wegen „Wer Kunststoff kennt, nimmt Stahl“...dieser frotzeligen Anmerkung gräbt diese schmiermittelfreie Igus-Dryspin-Gewindemutter für Schwerlastanwendungen jetzt das Wasser ab!
Von wegen „Wer Kunststoff kennt, nimmt Stahl“...dieser frotzeligen Anmerkung gräbt diese schmiermittelfreie Igus-Dryspin-Gewindemutter für Schwerlastanwendungen jetzt das Wasser ab!
(Bild: Igus)

Egal, ob in der Baumaschine, im Stellantrieb oder im Solartracker: Dort eingesetzte Spindeln müssen in diversen Anwendungen hohe Lasten sicher und auf Lange Sicht bewegen und verstellen können, schickt Igus voraus. Genau für diesen Einsatzzweck hat das Unternehmen jetzt eine neue Gewindemutter aus Kunststoff entwickelt. Die neue Gewindemutter ist für alle Gewindetypen mit einem Durchmesser von 14 bis 20 mm erhältlich. Ihren höchsten Wirkungsgrad erziele sie auf dem patentierten asymmetrischen Dryspin-Gewinde von Igus.

Leicht, robust, halb so teuer und vielfältig installierbar

„Die neue Serie heißt „JGRM“ und bezeichnet eine robuste Alternative zu Kugelgewindemuttern“, sagt Thorben Hendricks, Geschäftsbereichsleiter der Gewindetechnik bei der Igus GmbH. Das neue Design der Mutter verteilt die radialen und axialen Lasten, sodass man im Gegensatz zu üblichen Flanschgewindemuttern damit höhere Kräfte aufnehmen kann, erklärt Hendricks. Die neue Bauform orientiere sich dabei an den Anschlussmaßen und Steigungen von Kugelgewinden und ließe sich deshalb ganz einfach austauschen.

Die Mutter bietet in Sachen Einbaumöglichkeiten Vieles an an: sie kann etwa an- oder aufgeschraubt oder in eine Bohrung montiert werden. Bei der Installation helfen der Gewindezentrierabsatz, die Verdrehsicherung durch Schlüsselflächen und die Verwendung von vier M6-Zylinderschrauben. Die Mutter wird bei Igus in Köln im Spritzgussverfahren in Köln hergestellt. Diese rationelle Herstellungsart macht sie sehr leicht und günstig. Hier ein kleines Video zur Veranschaulichung der Sache.

Im Vergleich zu Kugelrollgewinde-Systemen kostet die Polymergewindemutter etwa die Hälfte, betont Igus. Durch den Einsatz von Iglidur-J-Hochleistungspolymeren besitzt die Mutter sehr niedrige Reibwerte (gegen Stahl zwischen 0,06 und 0,18 µ). Die abgerundeten Gewindeflanken und der Verzicht auf Kugeln machten das Gewinde besonders laufruhig. Zusätzlich dazu benötigt die Gewindemutter durch den Einsatz von Trockenschmierstoffen keine externe Schmierung, die in die Umwelt gelangen könnte. „Damit bieten wir Kunden eine wartungsfreie Lösung, die unempfindlich bei Staub- und Schmutzattacken ist“, so Hendricks. Das Produkt kann zwischen 90 und -50 °C eingesetzt werden. Die maximal empfohlene Flächenpressung beträgt 35 MPa.

Mit der „Heavy-Duty-Variante“ geht noch mehr...

Darf's ein Bischen mehr sein? Ja! Denn für höhere axiale Belastungen gibt es die „JGRM“-Gewindemutter auch als „Heavy-Duty-Variante“, der man dazu eine Edelstahlplatte gegeben hat. Dabei bleibt das Flanschmaß aber identisch. Die Platte aus Edelstahl wird auf die Mutter montiert und vergrößert so die Auflagefläche, um die Kraftableitung zu optimieren. Die Schraubenköpfe liegen so nicht mehr auf dem empfindlicheren Kunststoff auf, heißt es.

Im Test im hauseigenen 3800 m² großen Labor zeigte sich, dass die „Heavy-Duty-Variante“ bis zu 6 MPa und damit 50 % mehr aushält als eine vergleichbare Kunststoffflansch-Gewindemutter.

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