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Erl Automation

Portalschneidanlage für Freizeit-Fahrgeschäfte

| Autor/ Redakteur: Stefanie Kaufmann / M.A. Frauke Finus

Kleine Stückzahlen, große Bauteilvielfalt, hohe Qualitätsanforderungen – die Fertigung von modernen Fahrgeschäften ist äußerst anspruchsvoll. Um den Herstellungsprozess effizienter zu gestalten, hat sich Mack Rides entschieden, den Zuschnitt der benötigten Teile künftig selbst zu verantworten.

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Blechdicken bis 300 mm kann der Fahrgeschäftehersteller mit der erlcut schneiden.
Blechdicken bis 300 mm kann der Fahrgeschäftehersteller mit der erlcut schneiden.
(Bild: Erl Automation)

Das Familienunternehmen Mack Rides mit Sitz in Waldkirch bei Freiburg ist Hersteller von Fahrgeschäften, die weltweit gefragt sind. Der 1780 durch Paul Mack gegründete Betrieb hat sich vom Wagenbauer zu einem der Marktführer im Bereich Entwicklung und Konstruktion von Fahrgeschäften entwickelt. Noch heute werden alle Attraktionen in Waldkirch individuell hergestellt, ehe sie sich auf den Weg nach Asien, Europa, Australien oder in die USA machen.

Das Unternehmen hat eine sehr hohe Fertigungstiefe, der Großteil der Fertigungsschritte findet in-house statt – vom Design über die Schienenfertigung bis hin zur Herstellung der Glasfaser-Kunststoffverkleidungen und der Fahrzeug-Endmontage. Eine der wenigen Ausnahmen stellte der Blechzuschnitt dar, der bislang zugekauft wurde. Aber auch das sollte sich ändern, um noch mehr Flexibilität zu erlangen. Mack benötigt in erster Linie Bauteile in geringen Stückzahlen und Einzelteile, die Bauteilvielfalt ist enorm. „Wichtig war uns, dass wir mit der Anlage nahezu alle Schneidaufgaben bewältigen können, die bei uns anfallen“, erklärt Günter Burger, Technischer Direktor, Prokurist und Mitglied der Geschäftsleitung bei Mack. Dabei sollte das künftige Bedienpersonal zu jeder Zeit vor den teils hohen Lärmemissionen beim Plasmaschneiden optimal geschützt werden, weshalb auch Lärmschutz eine der zentralen Anforderungen darstellte. Beim Anlagenhandling galt es zu berücksichtigen, dass die Maschine sowohl per Kran als auch per Stapler be- und entladen werden können muss.

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Die Erl Automation GmbH hat ein Anlagenkonzept entwickelt, das überzeugte. Der Spezialist für automatisierte Schneidlösungen hat eine Portalschneidanlage Erlcut e550 für Blechformate bis 1500 x 3000 mm geliefert. Die Maschine eignet sich zum Autogen- und Plasmaschneiden sowie zum Markieren von Bauteilen. Zum Schutz der Mitarbeiter vor Lärm befindet sie sich in einer Schallschutzkabine, die durch Winkelschiebetüren einfach per Kran und Stapler beladen werden kann.

Breites Anwendungsspektrum

Die Schneidanlage verfügt über drei angetriebene Brennerwagen: einen mit Plasmabrenner, einen mit Autogenbrenner und einen mit einer Prägeeinheit. Eine Stromquelle Hi-Focus 440i neo ermöglicht beim Plasmaschneiden präzise Schnitte bis 40 mm. Durch die Contour-Cut-Technologie können vor allem auch kleine Löcher in Baustahl in höchster Qualität geschnitten werden. Für Blechdicken ab 40 mm steht dem Anwender ein Autogenbrenner zur Verfügung, der durch seine außenliegende Zündung und Höhenregelung besonders wartungsfreundlich und zuverlässig ist. In der Regel sind Erlcut-Schneidanlagen für Blechdicken bis maximal 200 mm ausgelegt. Da bei Mack aber oftmals noch dickere Bleche geschnitten werden müssen, wurde durch konstruktive Anpassungen der bearbeitbare Blechdickenbereich auf bis zu 300 mm erweitert.

Darüber hinaus ist die Anlage mit dem Nadelmatrix-Prägesystem Erlcut-sign ausgestattet. Damit können langanhaltende Beschriftungen, beispielsweise Klartexte, Linien oder Data Matrix Codes, auf der Blechoberfläche vorgenommen werden. Mack nutzt diese Funktion überwiegend für das Anbringen von Bauteildaten (Chargennummer, et cetera), die vor allem für die Nachverfolgbarkeit von Bedeutung sind. Das Prägesystem arbeitet in einem autarken Bereich von 100 x 150 mm ohne Maschinenbewegung und ist durch seine hohe Leistungsfähigkeit auch bei besonders hartem Stahl wie StE 960 problemlos einsetzbar.

Optimaler Lärmschutz

Lärmschwerhörigkeit ist in Deutschland die häufigste anerkannte Berufskrankheit. Auch beim Plasmaschneiden können aufgrund der hohen Energiedichte und Strömungsgeschwindigkeiten je nach Schneidaufgabe Lärmemissionen von bis zu 110 db(A) auftreten. Diese sind deutlich über der zulässigen Auslöseschwelle von 80 dB(A), bei der nach Arbeitsschutzverordnungen Gehörschutzmaßnahmen zu treffen sind. Um seine Mitarbeiter vor unnötiger Lärmbelastung zu schützen, hat sich Mack für eine Einhausung der Schneidanlage entschieden. Die Erlcut ist vollständig von der Schalldämmkabine erlcut-silent umgeben. Der Schalldruckpegel, dem das Bedienpersonal außerhalb der Kabine ausgesetzt ist, ist um mehr als 30 db(A) geringer, als das ohne Einhausung der Schneidanlage der Fall wäre. Die zulässige Auslöseschwelle wird dadurch unterschritten und den Anlagenbediener ein komfortables Arbeiten ermöglicht.

Innerhalb der Kabine ist die Maschine umlaufend mit rund 500 mm Abstand zu den Wänden aufgestellt, sodass sie von allen Seiten gut zugänglich ist. Zudem ist es so auch sicherheitstechnisch unbedenklich, wenn sich Bedienpersonal bei geräuschärmeren Prozessen, wie dem Autogenschneiden, während des Betriebs in der Kabine aufhält. Die Schalldämmkabine ist über zwei Seiten zugänglich. An der Stirnseite verfügt sie über zwei Schiebetüren, die durch ihre Winkelform eine Be- und Entladung von oben per Kran ermöglichen. Die sehr flachen und widerstandsfähigen Führungsschienen der Türen am Boden halten auch großen Belastungen stand, weshalb die Maschine auch problemlos per Stapler be- und entladen werden kann. Für Servicezwecke steht eine seitlich angebrachte Tür zur Verfügung.

Alles im Blick

Die Schallschutzeinhausung reduziert zwar den Lärm, aber schränkt die Bediener ein? Keineswegs. Die Schneidanlage ist mit dem Kamerasystem Erlcut-cam ausgestattet, sodass trotz vollständiger Einhausung das Einrichten der Blechtafeln einfach und präzise erfolgen kann. Eine neben dem Werkzeug angebaute Kamera überträgt ein Live-Bild an die Steuerung, die sich außerhalb der Kabine befindet. Dadurch wird dem Anlagenbediener ein senkrechter Blick auf die Blechtafel ermöglicht, sodass die Kante der Blechtafel genau und lotrecht erfasst werden kann. Darüber hinaus kann das Bedienpersonal durch mehrere Fenster mit Blendschutz die Prozesse verfolgen und hat alle Geschehnisse stets im Blick.

Die Steuerung E*volution ist auf einem in der näheren Umgebung verfahrbaren Pult mit viel Stauraum für beispielsweise Verschleißteile, Werkzeug oder Begleitpapiere angebracht und durch eine übersichtliche Benutzeroberfläche und eine integrierte Prozessdatenbank intuitiv bedienbar. Für die Bauteilprogrammierung kommt die Schachtelsoftware act/cut zum Einsatz, die durch zahlreiche nützliche Features die Auftragsverwaltung erleichtert. So kann Mack mit dem Programmiersystem beispielsweise auch Fertigungsaufträge verwalten, Teile den einzelnen Aufträgen zuordnen und den Materialbestand (ganze und angeschnittene Blechtafel) verwalten.

„Mit der Erlcut sind wir für alle anfallenden Schneidaufgaben im Bereich Blech sehr gut aufgestellt. Im Grunde genommen können wir alle metallischen Werkstoffe, die elektrisch leitend sind, bis 300 mm Blechdicke selbst schneiden und markieren und gleichzeitig unseren Mitarbeitern einen komfortablen Arbeitsplatz bieten“ resümiert Burger.

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