Wacker Chemie Präzisionsfolie aus Silikon erweitert Anwendungsmöglichkeiten
Auf der 19. Internationalen Messe für Kunststoff und Kautschuk K 2013 hat der Münchner Chemiekonzern Wacker eine Weltneuheit präsentiert: hochreine Präzisionsfolien aus Silikon.
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Die Folie ist als Rollenware in Stärken ab 20 µm Dicke lieferbar. Das Produkt namens Elastosil-Film erweitert laut Anbieter die Anwendungsmöglichkeiten von Silikonen und erlaubt die Realisierung neuartiger Produktideen und -konzepte, etwa funktionale Membrane, Wundpflaster und Sensoren, aber auch innovative Techniken auf Basis elektroaktiver Polymere wie Aktoren oder Generatoren.
Patentiertes Verfahren liefert Silikonfolien mit gleichmäßiger Dicke
Elastosil-Film werde unter Reinraumbedingungen und ohne den Einsatz von Lösemitteln hergestellt. Zur besseren Handhabung befinden sich die Silikonfolien auf einem Zwischenträger, von dem sie sich problemlos abziehen lassen, ohne dabei beschädigt zu werden, wie es heißt.
Das zum Patent angemeldete Herstellungsverfahren liefere fehlerfreie und extrem gleichmäßige Silikonfolien definierter Dicke. Die Folienstärke weiche über die gesamte Breite und Länge der Folienbahn höchstens um ± 5 % vom Sollwert ab. Dies und die silicontypischen Eigenschaften des Materials würden technische Anwendungen ermöglichen, die bislang nur sehr schwer im industriellen Maßstab realisiert werden konnten.
Elastosil-Film eigne sich als gasdurchlässige Verpackungs- und Schutzfolie, als Membran zur Trennung oder Anreicherung von Gasen oder auch zur Herstellung von besonders weichen und flexiblen Wundpflastern. Zum Tragen komme hier eine für Silikonelastomere typische Eigenschaft, die auch Silikonfolien besitzen: Für Wasserdampf und bestimmte Gase wie Sauerstoff, Stickstoff oder Kohlendioxid sei die Folie durchlässig, für Wasser jedoch nicht.
Elastosil-Film auch als elektroaktives Polymer (EAP) einsetzbar
Weil Silikonelastomere elektrisch isolieren, gute dielektrische Eigenschaften besitzen und mechanische Langzeitbelastungen nahezu ermüdungsfrei verkraften, lasse sich Elastosil-Film auch als elektroaktives Polymer (EAP) einsetzen. EAP verändern unter bestimmten Voraussetzungen ihre Form, wenn elektrische Spannung anliegt. Basierend auf diesem Prinzip lassen sich mit den Silikonfolien neuartige Sensoren, Aktoren und Generatoren entwickeln.
Mögliche Anwendungen reichten von Spielzeugen über elektrische Relais und Ventile bis hin zu Prothesen und Schlauchpumpen. Als Bestandteil von „künstlichen Muskeln“ in Aktoren könnten Silikonfolien beispielsweise dazu beitragen, nicht nur lineare Bewegungen, sondern auch natürliche Bewegungsformen nachzubilden. Auch bei der Umwandlung von Meereswellenenergie in elektrischen Strom würden Silikonfolien in Zukunft eine tragende Rolle spielen, wie Wacker mitteilt.
Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts entwickelt derzeit ein von der Robert Bosch GmbH angeführtes Konsortium aus Industrie und Forschung die Grundlagen für zukünftige Meereswellenkraftwerke (wir berichteten). Wacker sei als Projektmitglied für die Entwicklung der Silikonfolien und des Herstellprozesses verantwortlich.
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