Kunststoffverarbeitung

Pressverfahren machen Fertigung großer Elastomerteile wirtschaftlich

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Spritzgießen nur begrenzt geeignet bei großvolumigen Formteilen

Im Gegensatz zum Kompressionsverfahren (Compression Moulding, CM) stößt die Produktion von Großteilen auf Spritzgießmaschinen an Grenzen. Technisch zeigt sich das bei großen Gummi-Metall-Verbindungen. Gerade bei diesen Teilen erzeugt das Spritzgießverfahren Haftungsprobleme, weil der Kautschuk den Haftvermittler von der Metalloberfläche schiebt und an diesen Stellen keine Haftung entsteht. Höchste Standzeiten werden bei Gummi-Metall-Teilen dagegen im Kompressionsverfahren erreicht. Produktbeispiele dafür sind Gleiskettenpolster, Pin-Bushings und Keilschieber für Wasserarmaturen.

Die wirtschaftlichen Grenzen des Spritzgießens großer Elastomerteile liegen in den Investitionskosten. Spritzgießmaschinen mit hohem Spritzvolumen sind überproportional teuer. Im Vergleich dazu kosten Kompressionsmaschinen etwa ein Drittel davon. Außerdem werden in den Anwendungsmärkten Maschinenbau und Verfahrenstechnik oft sehr kleine Stückzahlen benötigt.

Transferpressen bei kleinerern Stückhalen die beste Lösung

Transferpressen sind für diese Nischen die beste Lösung (Transfer Moulding, TM). Mit großen Transfertöpfen lassen sich Spritzvolumen von mehr als 100 l realisieren. Die „Einspritzung“ erfolgt über viele sehr kurze Angusskanäle und folglich mit wenig Druckverlust. Der Einspritzdruck wird über die voll geregelte Schließeinheit reproduzierbar in sehr engen Toleranzen gefahren.

Auch bei großflächigen Formteilen – zum Beispiel Platten aus Silikonkautschuk oder Zellkautschuk, aus denen später Teile gestanzt werden – kommt das CM-Verfahren zur Anwendung. Platten werden im Kompressionsverfahren produziert (Bild 2). Dieses Verfahren ermöglicht einen absolut homogenen Vulkanisationsgrad, beste Maßhaltigkeit und eine hohe Oberflächenqualität.

Verarbeitung expandierender Elastomere erfordert schnelle Werkzeugöffnung

Eine Besonderheit ist die Produktion von Formteilen aus expandierenden Elastomeren: Beim Öffnen des Werkzeugs nimmt das Volumen dieser Produkte um bis zu 200% zu. Damit der Elastomerschaum beim Expandieren nicht gegen das Werkzeug drückt und sich damit selbst zerstört, muss die Werkzeugöffnungsgeschwindigkeit über 500 mm/s betragen.

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