Risiko zu hoch US-Regierung verbannt ausländische humanoide Roboter

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Die US-Regierung unter Trump verbietet die Einfuhr von neuen, im Ausland hergestellten Robotern, die sich bewegen können. Diese würden ein „inakzeptables Risiko“ für die nationale Sicherheit darstellen. Doch das könnte Konsequenzen haben.

Humanoide als Gefahr für die nationale Sicherheit? Sieht Trump so und verbietet ausländische Roboter.(Bild:  Gemini / KI-generiert)
Humanoide als Gefahr für die nationale Sicherheit? Sieht Trump so und verbietet ausländische Roboter.
(Bild: Gemini / KI-generiert)

So sollen unter anderem künftige Modelle zweibeiniger und vierbeiniger Roboter nur noch mit einer speziellen Genehmigung etwa vom Verteidigungsministerium zugelassen werden, wie die Telekommunikationsaufsicht FCC mitteilte. Das wird vor allem chinesischen Herstellern den Weg auf den US-Markt versperren, aber auch amerikanische Entwickler vor deren Konkurrenz abschirmen. Die Federal Communications Commission (FCC) verwies zur Begründung auf die Netzwerk-Fähigkeiten der Roboter. Diese könnten für Spionage oder Überwachung von Amerikanern missbraucht werden – und um die Roboter fernzusteuern. Bestehende Modelle, die von der FCC bereits zugelassen wurden, dürfen weiterhin importiert und genutzt werden.

Als mobile Roboter definiert die US-Regierung mehr als zwei Kilogramm schwere technische Geräte, die sich selbst fortbewegen und Hindernissen ausweichen können sowie Sensoren, Netzwerk-Anbindung und Software zum autonomen Navigieren haben. Diese Beschreibung könnte auch auf fortgeschrittene Modelle von Saugrobotern zutreffen – ein Geschäftsfeld, in dem chinesische Anbieter den US-Vorreiter iRobot geschlagen haben. Stationäre Roboter etwa für die Industrieproduktion sind von dem Verbot ausdrücklich ausgenommen.

Humanoide Roboter als großes Zukunftsgeschäft

Zweibeinige humanoide Roboter und vierbeinige Modelle, die an große Hunde erinnern, gelten als großes Zukunftsgeschäft. Vor allem in den USA und China arbeiten viele Unternehmen daran. So werden einige Roboter der Silicon-Valley-Firma Figure AI für einfache Aufgaben auf Produktionslinien eingesetzt. Beim Elektroauto-Hersteller Tesla will Firmenchef Elon Musk in diesem Jahr die Fertigung des Roboters Optimus starten, den er bereits jetzt als „bei Weitem das größte Produkt aller Zeiten“ ankündigt.

Neben Robotern verbot die FCC auch die Einfuhr von Wechselrichtern, die ein zentrales Bauteil für Solaranlagen sind und auch in Rechenzentren zum Einsatz. Auch hier werden vor allem chinesische Anbieter betroffen sein, die auf dem Weltmarkt führend sind. Die FCC verwies auch hier auf Risiken der Netzwerkanbindung, wodurch die Technik abgeschaltet oder zur Datensammlung missbraucht werden könne.

Ankündigung trifft die eigene Industrie vielleicht noch stärker

Laut Einschätzung von Rueben Scriven, Senior Research Manager des Marktforschungsunternehmens Interact Analysis, sind die kurzfristigen Auswirkungen selbst auf chinesische Unternehmen wohl begrenzt, weil die meisten chinesischen Hersteller humanoider Roboter gar nicht auf dem US-Markt vertreten sind. Viele Expansionsbemühungen konzentrieren sich auf den asiatisch-pazifischen Raum. Besteht das Verbot länger, so könnte es auch US-amerikanische Hersteller behindern, die ihre Roboter in China oder anderen Ländern produzieren möchten, schätzt Scriven. US- Herstellern müssten dann ihre Kosten rasch senken und die Produktion hochfahren, um die Kommerzialisierung humanoider Roboter nicht zu verlangsamen.

Scriven sieht in der Ankündigung eher ein Hemmnis für die US-Robotikbranche, da kostengünstige humanoide Roboter aus China durch Anwendungen in der Werbung und Unterhaltung dazu beigetragen haben, den US-Markt zu schulen.

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