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Arbeitsschutz Produktionsmitarbeiter mit Softwarelösung vor Corona schützen

| Redakteur: M.A. Frauke Finus

Trumpf schützt Produktionsmitarbeiter am Standort Teningen mit einer neuen Softwarelösung vor Corona. Die Anwendung dokumentiert unterschrittene Mindestabstände und mit ihrer Hilfe lassen sich Kontaktpersonen von Infizierten schnell identifizieren, wie das Unternehmen mitteilt.

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Abstände mit Hilfe von Sendern nachverfolgen: Die Anwendung funktioniert mithilfe von kleinen Sendern, die Signale an Empfänger an den Wänden der Halle senden.
Abstände mit Hilfe von Sendern nachverfolgen: Die Anwendung funktioniert mithilfe von kleinen Sendern, die Signale an Empfänger an den Wänden der Halle senden.
(Bild: Trumpf)

Die Softwarelösung bei Trumpf dokumentiert, wenn Abstandsregeln nicht eingehalten wurden und ermöglicht es, schnell die Kontaktpersonen eines Infizierten ausfindig zu machen. Zu diesem Zweck speichert die Anwendung, wann und wie lange es zu einem Kontakt unter 1,5 m kam. Entwickelt wurde die Lösung von den IT-Dienstleistern Comtrade, Bridging IT und Heidelberg Mobil. In Teningen ist sie derzeit auf freiwilliger Basis auf einer Fläche von etwa 1050 m2 im Einsatz. Zehn Mitarbeiter produzieren dort Automatisierungskomponenten für Laser-Rohrschneidanlagen, wie Trumpf mitteilt.

Um festzustellen, wann der Sicherheitsabstand unterschritten wurde, nutzt die Anwendung die Funktechnologie Ultrabreitband, auf die Trumpf bereits bei seiner Indoor-Lokalisierungslösung Track&Trace setzt. Wie WLAN, Bluetooth oder RFID arbeitet UWB auf Basis von Funksignalen in Form elektromagnetischer Wellen. Die Funktechnologie liefert auch in einer Blechfertigung stabile Ergebnisse, in der Metall, Maschinen und Lager aus Stahl Wellen reflektieren und die Ortung erschweren. Denn UWB sendet keine durchgehenden elektromagnetischen Wellen, sondern eine Folge von Einzelpulsen in einem sehr breiten Frequenzbereich, wie es heißt.

Kontakte einfach nachverfolgen

Die Anwendung funktioniert mithilfe von kleinen Sendern, die die Mitarbeiter in der Produktion mit sich führen. Sie senden Signale an Empfänger an den Wänden der Halle. Um den Datenschutz zu gewährleisten, werden die Signale ausschließlich auf einem lokalen Server verarbeitet und nur dann an die Anwendung weitergegeben, wenn der Mindestabstand unterschritten wurde, heißt es weiter.

Bewegungsmuster oder wo genau die Kontaktunterschreitung stattfand, speichert die Anwendung nicht. Heidelberg Mobil stellt die zentrale Software zur Berechnung der Abstandsunterschreitungen bereit. Comtrade überführt diese Daten in ein Dashboard, auf dem sich in Echtzeit oder nachträglich ablesen lässt, welche Sender sich zu nahegekommen sind. Bridging IT sorgt für den Datenfluss zwischen den verschiedenen Systemen. Mithilfe der Softwarelösung können die Mitarbeiter am Ende eines Tages sehen, ob und wie oft sie den Mindestabstand unterschritten haben. Hat sich ein Mitarbeiter mit Corona infiziert, kann er freiwillig die Nummern seiner Sender veröffentlichen. Seine Kollegen können anhand ihrer eigenen Sendernummern nachvollziehen, ob sie Kontakt mit dem infizierten Kollegen hatten.

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