Persönliche Schutzausrüstung

PSA zum Schutz vor Lichtbogenüberschlag

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Idealerweise ist die PSA stets die letzte „Verteidigungslinie“. In erster Linie soll der Kontakt mit elektrischen Anlagen durch eine vorhergehende Gefahrenanalyse und adäquate Schutzmaßnahmen auf ein Minimum reduziert werden. Allerdings lassen sich Situationen, in denen menschlicher Kontakt zwingend erforderlich ist, nie ganz ausschließen, zum Beispiel bei der Wartung und bei Reparaturmaßnahmen. Eine erste Maßnahme, um zu verhindern, dass überhaupt ein Lichtbogen entsteht, kann in manchen Fällen das Abschalten der Stromversorgung der elektrischen Anlage sein. Allerdings kann hierbei ebenfalls ein Lichtbogen entstehen. Die hauptsächlichen Gefahrenzonen und Risiken, denen die Schutzausrüstung standhalten muss, sind große Wärme, Feuer, Flammen und elektrische Explosionen. Die entsprechende persönliche Schutzausrüstung muss daher speziell auf diese Gefahren zugeschnitten sein.

Es ist wichtig, den richtigen Schutz auszuwählen

Derzeit gibt es zwei Varianten, PSA auf ihre Eignung für den Schutz vor Störlichtbögen zu prüfen: Zum einen besteht die Möglichkeit, einen Box-Test durchzuführen. Dieser wurde in Deutschland entwickelt und basiert je nach Stromstärke auf zwei Klassen. Möglich ist aber auch eine Prüfung des Lichtbogenschutzfaktors (ATPV-Wert, Arc Thermal Performance Value), bei dem anhand der Leistung, mit der das Material getestet wird, ein Schutzfaktor bestimmt wird.

Der Box-Test-Standard definiert für die Klassen 1 und 2 zwei Prüfbedingungen:

  • Prüfungen der Klasse 1 bei einem Lichtbogenstrom von 4 kA und einer Lichtbogendauer von 500 ms
  • Prüfungen der Klasse 2 bei einem Lichtbogenstrom von 7 kA und einer Lichtbogendauer von 500 ms

Ausgewählte Bekleidungsprodukte mit Lichtbogenklassifizierung bieten dem Träger einen angemessenen Schutz. Dennoch ist es unerlässlich, dass die Anwender mit einem speziell geschulten Anbieter von PSA zusammenarbeiten und im Rahmen einer Gefahrenanalyse sicherstellen, dass die ausgewählte Schutzkleidung die jeweiligen Leistungsanforderungen am Arbeitsplatz erfüllt. Nur so kann ein ausreichender Schutz vor den Gefahren durch Lichtbogenüberschlag gewährleistet werden.

Die Bewertung des Störlichtbogenschutzes von Bekleidung basiert auf der Energie in Kalorien, die das Kleidungsstück „absorbieren“ kann, wenn es einem Störlichtbogen ausgesetzt ist. Der Lichtbogenschutz für den Träger wird dabei ebenfalls in Kalorien gemessen. Ein ausreichender Schutz besteht immer dann, wenn die Energie, die das Kleidungsstück absorbieren kann, höher ist als die Energie, die der Lichtbogen erzeugt. Als geeignete Schutzausrüstung zählen normgerechte Flammschutzanzüge sowie Flammschutzhauben, wie sie auch in der Formel 1 zum Einsatz kommen.

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