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Die Pultrusion von Faserverbundprofilen erobert neue Bereiche

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Nur beim IWU gibt es gekrümmte Pultrusionsprofile

Am IWU in Chemnitz wurde das Verfahren in den vergangenen zehn Jahren, wie betont wird, auch noch stetig perfektioniert. Zu den Stärken des Instituts zählten das Know-how über komplexe Profilstrukturen im industriellen Maßstab, sowie das breitgefächerte Material- und Anlagenrepertoire. Das Spektrum reicht dabei von klassischen Harzbädern über die Verarbeitung hochreaktiver 2-K-Systeme bis natürlich hin zur thermoplastischen Pultrusion (reaktiv und schmelzebasiert). Es sei die weltweit einzige Forschungseinrichtung, die etwa gekrümmte Pultrusionsprofile herstellen kann. Die Forscher beherrschen folglich die gesamte Wertschöpfungskette, die sich von der Auslegung mit modernsten Simulationsansätzen über die Fertigung bis hin zur Analytik erstreckt. Das Materialspektrum umfasst inzwischen auch hochreaktive Harzsysteme, Thermoplaste sowie Carbon- und Naturfasern, wie es weiter heißt. Das IWU arbeitet derzeit sowohl an in ihrem Querschnitt veränderlichen Profilen als auch an gradierten Strukturen, um den Aushärtegrad für eine bessere Verbundhaftung an definierten Stellen des Bauteils besser einstellen zu können. Auch Metalle oder Sensoren könnten bei Bedarf integriert werden und Begleitprozesse (Imprägnierung, Aushärtung und Verzug) praxisnah simuliert werden.

Erfahren Sie bald, was duromere Polyolefine sind und können!

Dazu merken die Forscher auch gleich an, dass die sechste Ausgabe eines passenden Symposiums am 16. und 17. Juni 2026 gleichzeitig die Jubiläumsausgabe zu zehn Jahren Pultrusion am IWU markiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen außer dem Networking auch die Live Pultrusion mit einem sogenannten Proxxima-Harzsystem, wobei man eine völlig neuartigen Klasse von duromeren (duroplastischen) Polyolefinen verarbeiten wird. Das hört sich für den Kunststoffkenner erst mal komisch an, doch dabei sind die Polymerketten chemisch vernetzt, wie bei klassischen Duromeren, und bilden so auch ein nicht wieder aufschmelzbares, molekulares Netzwerk, das außerordentlich formstabil, temperaturbeständig und mechanisch steif ist, wie man dazu erfährt. Das System basiert auf einer mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Katalysatortechnologie und weist im Vergleich zu herkömmlichen Duromeren einen deutlich geringeren CO₂-Fußabdruck auf. Eine extrem niedrige Viskosität und einstellbare Reaktivität dieser Art von Polyolefinen könne die Wirtschaftlichkeit noch einmal erheblich steigern. Auf dem Symposium vorgestellt werden die Ergebnisse aus einem Jahrzehnt Forschung und Entwicklung zur Inline-Herstellung von hybriden Pultrusionsprofilen. In mehreren öffentlichen Großprojekten gelang in dieser Zeit der Nachweis, dass solche Profile in Fahrzeugen im Crashfall sehr viel Energie aufnehmen können und mit klassischen Fügeverfahren wie etwa dem Schweißen kompatibel sind – nicht zuletzt aufgrund modifizierter und mittlerweile patentierter Verfahrensvariationen in der Pultrusion.

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