Suchen

ISO 9001:2015

Qualität auf dem Prüfstand

Seite: 3/4

Firmen zum Thema

Argumente gegen eine Zertifizierung

Aber vielleicht ist nicht für jedes Unternehmen eine Zertifizierung erstrebenswert. Zum einen werden Mitarbeiter aus allen Unternehmensbereichen genauestens zu ihrer Arbeit, ihrer Arbeitsweise und zu den Abläufen befragt. Der Auditor erfasst alles Gesagte, beobachtet den Angestellten bei der Arbeit, schaut ihm über die Schulter und fragt weiter. Gegner führen ins Feld, dass Auditoren lediglich die Abläufe eines Unternehmens mit den Anforderungen ihres Zettels vergleichen. Stimmt beides nicht überein, ist eine Schwachstelle gefunden. Jedoch könnte dieser als Schwachstelle identifizierte Vorgang auch Ausdruck der Kreativität der Mitarbeiter sein, die sehr wohl für ein ausgezeichnetes QM spräche.

Gegen diesen Vorwurf spricht sich Claus Engler aus. Er ist langjähriger Auditor des TÜV Süd. „Die Norm beschreibt, was ich machen muss, damit meine gewünschten Ziele erreicht werden; aber nicht wie!“ Es müssen Abläufe definiert werden, zum Beispiel für die Lieferantenbewertung oder wie die Lagerhaltung organisiert ist, und entsprechende Ziele werden gesteckt. Ist ein neues Unternehmensziel der Export in die USA, unterstützt die ISO 9001 in der Umsetzung der Forderungen nach notwendigen Zulassungen wie etwa FCC, erklärt Engler weiter. „Sie sagt: Kümmere dich darum. Aber wie dieser Punkt umgesetzt wird, muss ein Unternehmen selbst organisieren.“

Bildergalerie

Ein weiterer Aspekt ist der Kostenfaktor. Auch wenn das Zertifikat für ein Qualitätsmerkmal steht, sollte jedes Unternehmen eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen. Denn ganz billig sind die Dienstleistungen nicht. Ein Unternehmer kann jedoch ein auf seine Firma abgestimmtes QMS einführen, ohne einen Stempel dafür zu benötigen. Denn am Ende zählt die tatsächliche Qualität des Produkts.

Das QM-System hilft bei stetigen Veränderungen

Die Flexibilität der neuen ISO 9001:2015 ist für Eddylab ein klarer Vorteil, denn um hochwertige und wettbewerbstaugliche Sensoren herzustellen, muss nicht nur neueste Technik zum Einsatz kommen – auch die Produktbeschaffenheit muss kontinuierlich verbessert werden. Aber das Entwicklungs- und Produktionstempo wird immer schneller. „Unsere speziell entwickelten Messtechniklösungen müssen wir täglich weiterentwickeln und an individuelle Kundenbedürfnisse anpassen“, so Michael Reiter, geschäftsführender Gesellschafter bei Eddylab. „Dabei haben wir heute nicht mehr die Zeit, eine kundenspezifische Produktion in mehreren Anläufen zu entwickeln – der erste Mustersensor muss perfekt funktionieren. Das erreichen wir nur, indem wir unsere Prozesse laufend optimieren. Und dafür ist wiederum unser Qualitätsmanagementsystem nach der ISO 9001 der treibende Motor.“

(ID:44179856)

Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe