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Transparenz schaffen und Verantwortliche einbeziehen
Eine große Herausforderung für das Management und der entsprechende Auftrag an das Projektteam bestand zudem darin, nicht nur eine unternehmensweit einheitliche Lösung zu implementieren, sondern in jeder Projektphase die Verantwortlichen ebenso wie die späteren Nutzer intensiv einzubinden. Ihnen sollte vermittelt werden, dass die angestrebte Transparenz nicht geschaffen werden sollte, um über Kontrolle einen höheren Druck aufzubauen.
Vielmehr sollte das Reporting-Tool ihnen ermöglichen, ihren eigenen Bereich aktiv zu steuern und damit die Qualitätskosten zu senken. Wesentlich für diesen Schritt waren intensive Schulungen im weltweiten Roll-out sowie die Einbeziehung aller Qualitätsleiter in den Business Units und den Standorten. Besonders in der Konsolidierungsphase gelang es, durch regelmäßige Management Reviews und die intensive Besprechung der Zahlen die Qualität der Daten zu verbessern und an den einzelnen Standorten gezielte Maßnahmen einzuleiten.
Tool akzeptiert, Kosten gesenkt
Die erfolgreiche Implementierung als akzeptiertes Steuerungstool führte in dem Unternehmen bereits im ersten Jahr zu einer signifikanten Reduzierung der Qualitätskosten. Zudem hat sie es ermöglicht, individuelle Ziele zu vereinbaren und konkrete Maßnahmen zu definieren, die auch regelmäßig überprüft werden.
Dabei wird der jeweilige Reifegrad des Standortes berücksichtigt und besonderer Wert auf die Erreichbarkeit der Ziele, die relativen Veränderungen und eine kontinuierliche Verbesserung der Performance gelegt. Best-Practice-Vergleiche und ein regelmäßiges Benchmarking erlauben es, Schwerpunkte für Verbesserungsmaßnahmen festzulegen und zu priorisieren.
Das Beispiel des Elektrikherstellers, der seine Qualitätskosten mit der beschriebenen Vorgehensweise auch nachhaltig reduzieren konnte, ist kein Einzelfall. So ist es in vielen Unternehmen nicht ein Mangel an Kennzahlen oder Reports, an dem die Steuerung der Standorte und der Vergleich untereinander scheitert, sondern im Gegenteil: Die Vielzahl oftmals auch konkurrierender Daten verhindert ihre Akzeptanz und ihre Nutzung zur Erzeugung von Added Value.
Erst eine Fokussierung auf die wirklich steuerungsrelevanten Größen, deren Standardisierung und die Verbesserung der Transparenz schafft das notwendige Vertrauen und die notwendige Kooperation zwischen Technik und Controlling und versetzt die Verantwortlichen vor Ort in die Lage, sich selbst zu steuern. Auf der Basis messbar gemachter Produktivitätsfortschritte und nachgehaltener Aktionspläne gelingt dann die Steigerung der Performance. MM
* Christoph Roderer ist Senior Adviser bei der Unternehmensberatung Axxcon GmbH & Co. KG in 65824 Schwalbach am Taunus, Tel. (07 31) 96 91 31 81, info@axxcon.com
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