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Fortschritte bei den Materialien hätten die anfängliche Kritik an brüchigen Bauteilen oder nicht ausreichenden Oberflächengüten verstummen lassen. Das Angebot an Werkstoffen für „Additive Manufacturing“ sei zwar begrenzt, wachse aber ständig.
Werkstoffe für additive Fertigungsverfahren werden noch erforscht
Während eine Palette von Standardwerkstoffen verfügbar sei, müssten Materialien für spezialisierte Anwendungen qualifiziert und oft auch zertifiziert werden. Dabei spielten Parameter wie Verzug, Rissanfälligkeit, Mikroporen oder thermische Beständigkeit eine Rolle. Während beispielsweise bei Metall das Finishing und die Oberflächenbehandlung Nacharbeit beanspruchen würden, bilde bei den Hochleistungskunststoffen der Werkstoff an sich weiterhin Stoff für die Forschung.
Obwohl es eine lange Erfahrung mit Kunststoffen in der Produktion gebe, fehle immer noch die universelle Einsatzmöglichkeit bei den Rapid-Verfahren. „Der Anwender ist ähnlich wie bei Druckpatronen an den Maschinenhersteller gebunden“, erläutert Prof. Thomas Seul von der Fachhochschule Schmalkalden. Das Problem dabei: Der Hersteller der Maschine verstehe zwar den Prozess, sei jedoch meist kein Fachmann bei werkstofftechnischen Fragestellungen.
Bisher seien überwiegend die Verfahren den vorhandenen, auf dem Markt aus anderen Anwendungen verfügbaren Werkstoffen angepasst worden. Wie muss der maßgeschneiderte RM-Werkstoff aussehen? Diese Fragestellung gewinne in Zukunft an Gewicht, um auch auf dem Gebiet der Güteüberwachung robuster und der neuen Technik gerecht zu werden.
Rapid Manufacturing revolutioniert Kunststoffverarbeitung
Mit dem Einzug von Rapid Manufacturing zeichne sich eine Veränderung bei der Verarbeitung von Kunststoff ab. Prof. Seul fordert einen übergreifenden Engineering-Ansatz für Produkte und Anwendungen von morgen: „In zehn Jahren werden 80% des Umsatzes mit heute unbekannten Werkstoffen generiert“, prognostiziert er. Deshalb müsse man sich sofort auf die Suche nach dem Material von morgen machen und die Techniken zu deren Verarbeitung vorantreiben.
Aufbauende Fertigungsverfahren beschränkten sich nicht auf Kunststoff, wie Dr. Ralf Hoffmann, BMW Group, am Konzeptfahrzeug BMW Vision Efficient Dynamics belege. Die freie Formgebung in Verbindung mit zusätzlichen Funktionalitäten ermögliche erst der Einsatz von „Additive Manufacturing“.
Hybridfahrzeuge und Leichtbauweise seien auf diese neuen Fertigungsverfahren angewiesen. Gleichzeitig werde deutlich, dass es um weit mehr als die Entwicklung von Formen und Werkzeugen gehe: Das gesamte Engineering werde zu anderen Denkweisen herausgefordert.
Dentaltechnik profitiert stark von Rapid Manufacturing
Vor allem die Dentaltechnik zähle zu den Gewinnern durch Rapidtechnologien. Die Zahntechnik habe in den vergangenen drei Jahren einen Innovationsschub erlebt, für den andere Branchen zwei Jahrzehnte benötigten, wie Antonius Köster, Geschäftsführer der Antonius Köster GmbH & Co. KG, sagte.
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