Kunststoffprüfung Recycling-Hit! Polyamid 6 ganz flott von Polyamid 66 unterscheiden

Redakteur: Peter Königsreuther

PA6 hat ein Monomer in der Hauptkette, PA66 zwei! Wie kann man – man denke ans effiziente Recycling – nun beide schnell auseinanderhalten? Die Antwort kommt von der BASF-Tochter Trinamix.

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Der kleine Unterschied! Die BASF-Tochter Trinamix hat eine mobile Möglichkeit entwickelt mit der man durch nahes Infrarotlicht Polyamid 6 von Polyamid 66 (PA6 respektive PA66) unterscheiden kann.
Der kleine Unterschied! Die BASF-Tochter Trinamix hat eine mobile Möglichkeit entwickelt mit der man durch nahes Infrarotlicht Polyamid 6 von Polyamid 66 (PA6 respektive PA66) unterscheiden kann.
(Bild: BASF SE)

Trinamix ist bekannt für seine mobilen Systeme, mit denen Kunststoffe mithilfe der Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIR) bezüglich ihres Typs erkannt werden können. Damit kann man also ähnliche Polymersorten auch sicher voneinander unterscheiden. Jetzt hat das Unternehmen die Technik auf die sekundenschnelle Erkennung von PA6 und PA66 übertragen, informiert die BASF. Die ganze Messfunktion steckt übrigens in einem handlichen Gerät. Trinamix visiere bezüglich dieser Innovation und Portfolioerweiterung vor allem Sortierbetriebe an, heißt es weiter. Nicht zuletzt sind Polyamide Kunststofftypen, die durch wiederholten Einsatz in Produkten, nicht zum sogenannten Downcyceln neigen. Denn ihre durch den chemischen Aufbau bedingten Eigenschaften bleiben relativ stabil. Es sei denn, es handelt sich um glasfasergefüllte Sorten, bei denen die Fasern beim Mahlen im Recycling natürlich zerbrechen. Im Großen und Ganzen, lohnt sich ein geschlossener Produktkreislauf bei PA also erst richtig.

Beide PA-Typen sind ähnlich, sollten aber sortenrein getrennt werden

Die mechanischen und chemischen Eigenschaften von PA6 und PA66 sind für die Praxis so ähnlich, dass man beide oft für das selbe Produkt nehmen kann. PA6 ist allerdings günstiger, altert in Wärme etwas langsamer und hydrolysiert weniger. Beide Polyamide überschneiden sich durch ihre Zähigkeit und im Einsatztemperaturbereich bei etwa -40 bis 160 °C.

Dennoch verlangt man heute die sortenreine Trennung der beiden, bevor sie wieder zu neuen Produkten werden können, erklärt die BASF. Da man den Unterschied mit dem Auge nicht erkennen kann, und mechanische Prüfmethoden zu lange dauern, lohnt sich für Recycler also der Blick auf das neue System von Trinamix, ist man sich sicher.

Aber auch die Verarbeiter von PA könnten profitieren, weil die im internen Umlauf befindlichen Ausschussteile und Angüsse et cetera damit auch klar voneinander unterschieden werden können.

Außer PA6 und PA66 lassen sich mit der NIR-Spektroskopie auch alle anderen gängigen Kunststoffe fix identifizieren, merkt die BASF an.

auteilen und Verpackungsmaterialien bietet.

Bewährte Analysemethode im Kleinformat

Die 2020 eingeführte NIR-Spektroskopie-Möglichkeit von Trinamix verfügt über eine robuste Hardware mit intelligenter Datenanalyse und einer mobilen App. Bei dieser Spektroskopie handele es sich um einen bewährten Prozess, den man eben in ein portables Format integriert hat. Die Datenverarbeitung geschehe cloudbasiert, was eine ständige Weiterentwicklung erlaube – ein Austausch der Hardware sei nicht nötig. Somit kann trinamiX in Zusammenarbeit mit Kunden – wie im Falle der neuen PA6/PA66-Anwendung – kontinuierlich neue Anwendungen entwickeln und flexibel auf neue Herausforderungen im Bereich der Kunststoffsortierung reagieren.

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