Stahltransformation So sieht es mit dem grünen Stahl in Deutschland aus

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Im Saarland läuft derzeit der Umbau der Stahlindustrie, um klimafreundlicheren, grünen Stahl zu erzeugen, so die dpa. Das Ziel ist es bekanntlich, die CO2-Emissionen zu verringern ...

Nicht nur im Saarland läuft derzeit alles auf vollen Touren, damit die Stahlkocherei zielgemäß klimaneutral werden kann. Grüner Wasserstoff spielt dabei die wichtigste Rolle. Allerdings gibt es da noch ein paar Punkte, die es zu überdenken gilt ...(Bild:  SHS)
Nicht nur im Saarland läuft derzeit alles auf vollen Touren, damit die Stahlkocherei zielgemäß klimaneutral werden kann. Grüner Wasserstoff spielt dabei die wichtigste Rolle. Allerdings gibt es da noch ein paar Punkte, die es zu überdenken gilt ...
(Bild: SHS)

Weg von Kohle, hin zu Wasserstoff, heißt die Devise im Stahlsektor. Das geschieht auch, aber die Transformation an der Saar kostet auch rund 4,6 Milliarden Euro. Bund und Land fördern das Vorhaben mit 2,6 Milliarden Euro. Der Rest wird von den Stahlunternehmen selbst bezahlt, wie es heißt. Außer der Stahl-Holding-Saar arbeiten auch große Stahlhersteller wie Thyssenkrupp in Duisburg und die Salzgitter AG in Niedersachsen an Umstellungsprojekten. Schafft man das, wäre das ein langer Hebel für den Klimaschutz, denn die Stahlbranche gilt als eine der größten CO2-Erzeugerinnen in Deutschland, ihr Umbau spielt deshalb eine wichtige Rolle mit Blick auf die Klimaziele.

Der Weg zum grünen Stahl! Was ist das überhaupt?

Als grün wird Stahl meist dann bezeichnet, wenn er mit möglichst klimafreundlich erzeugtem Wasserstoff statt Kohlenstoff hergestellt wird. Das heißt, es wird statt Kohle als Energiequelle Wasserstoffgas genutzt. Dieser sollte eben möglichst aus erneuerbaren Energien wie Windkraft oder Solarstrom gewonnen worden sein. In sogenannten Direktreduktionsanlagen kann auch Wasserstoff die sonst in klassischen Hochöfen verwendeten Rohstoffe Kohle und Koks ersetzen, um dem Eisenerz Sauerstoff zu entziehen. Wenn bei der Produktion kein klimaschädliches Kohlendioxid anfällt, wird der Stahl schließlich als grün bezeichnet. Wasserstoff ist bei der Herstellung von grünem Stahl folglich besonders wichtig, um fossile Energielieferanten zu ersetzen. Anders als Hochöfen produzieren Direktreduktionsanlagen aber kein flüssiges Roheisen, sondern festen Eisenschwamm, der anschließend noch eingeschmolzen werden muss, um zu Stahl weiterverarbeitet werden zu können. Als Beiprodukt fällt nur noch Wasser an. Das Beispiel Saarland mache aber das Potenzial, das hinter der Idee steckt, deutlich! Denn die neuen Anlagen in Dillingen und Völklingen sollen die CO2-Emissionen bis Anfang der 2030er-Jahre um bis zu 55 Prozent senken können, was rund 4,8 Millionen Tonnen pro Jahr weniger bedeutet.

Grüner Stahl wird es noch lange schwerer haben

Bis 2045 soll die CO2-Neutralität erreicht werden. Zu Beginn wird statt Wasserstoff aber noch Erdgas genutzt. Denn Wasserstoff ist derzeit deutlich teurer als fossile Alternativen, zu denen auch Erdgas gehört. Experten gehen derzeit davon aus, dass die Kosten für Wasserstoff zwar sinken werden, aber auch 2030 grüner Wasserstoff voraussichtlich noch mindestens doppelt so teuer sein dürfte wie grauer Wasserstoff, der aus Erdgas produziert wird. Grüner Stahl bleibt deshalb folglich deutlich teurer als konventionell hergestellter. Experten stellen deshalb die Wirtschaftlichkeit einer grünen Stahlproduktion infrage – auch wenn der Staat fördern werde. Hinzu kommen Importe von billigem Stahl aus dem außereuropäischen Ausland, der oft unter weniger strengen Umweltauflagen produziert wird. Da wird der Kauf von grünem Stahl zur Ansichtssache, die man sich leisten können muss. Immerhin gibt es seit dem 1. Juli eine EU-Verordnung, um den Stahlmarkt vor Billigstahl zu schützen. Was die Industrie noch bräuchte, sind günstigere Strompreise und grüne Leitmärkte. Letztere sollten mit öffentlichen Aufträgen die Nachfrage nach grünem Stahl sozusagen fördern. Als Beispiel wird unter anderem der Gleisbau für das Schienennetz genannt.

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