Wittmann Battenfeld und Buzek Plastic

Sauber! Polen stellen PVAL-Waschmittelbehälter per Spritzgießmaschine her

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Ein Merkmal ist die relativ kurze Polymerkette

Die Polyvinylalkohol-Herstellung kann so gesteuert werden, dass das PVAC entweder ganz oder nur teilweise in PVAL umgesetzt wird. Je mehr Acetat-Reste im Polyvinylalkohol verbleiben, desto geringer ist die Wasserlöslichkeit. Damit zusammenhängend variieren auch der Schmelzpunkt, die Schmelzeviskosität und die Verarbeitungsparameter. Während der Schmelzpunkt für voll-hydrolisiertes PVAL bei etwa 230°C liegt, liegt er bei teil-hydrolisierten Typen im Bereich von 180 bis 200°C. Die Dichte beträgt je nach Materialtyp zwischen 1,21 und 1,31 g/cm3.

Gemeinsam ist beiden Kunststoffen die, verglichen mit anderen Kunststoffen, kürzere Polymer-Kettenlänge. Sie liegt im Bereich von 100 bis 5000 und schwankt von Charge zu Charge, abhängig von den Verfahrensbedingungen. Die damit verbundenen mechanischen Eigenschaften von PVAL hängen zusätzlich vom Wassergehalt ab, denn eindiffundiertes Wasser wirkt als Weichmacher. Deshalb verliert PVAL bei hoher Luftfeuchtigkeit an Zugfestigkeit, gewinnt aber an Elastizität

Oft genutzt als Klebstoff-Additiv

Überdies ist PVAL ein sehr guter Schichtbildner und hat eine hohe Benetzungsfähigkeit. Folglich werden wässrige Lösungen als Bestandteil von Klebstoffen oder Adhäsions- und Verdickungsmittel in Haarsprays oder Shampoos verarbeitet. Ebenso als Zusatzstoff in der Papierverarbeitung, aber auch als Formtrennmittel bei der Herstellung von Faserverbund-Teilen, das anschließend abgewaschen werden kann. In der PET-Flaschenproduktion wird PVAL als CO2-Barriereschicht eingesetzt. Auch die Herstellung von Folien ist durchaus verbreitet, zum Beispiel für Verpackungsbeutel, die sich auflösen sollen. Etwas exotischer sind Anwendungen in der Kriminaltechnik, wo Pads mit PVAL-Beschichtungen zur Aufnahme von Schmauchspuren verwendet werden.

PVAL beugt sich der neuen Formgebung

In seiner fast 100-jährigen Geschichte wurden Polyvinylalkohol-Massen bisher kaum oder so gut wie nie spritzgegossen. Der Hauptgrund waren sowohl fehlende Produktideen, als auch die bis zu plus/minus 20 % schwankenden Materialkenndaten. Das war die Ausgangsposition, als 2003 ein multinationaler Chemiekonzern bei der Buzek- Kunststoffverarbeitung in Österreich bezüglich Produktionsausrüstungen zur Herstellung von spritzgegossenen Portionsbehältern für Geschirrspülmittel-Granulat anfragte. Andreas Huber, Geschäftsführer der Buzek Holding GmbH in Österreich und Buzek Plastic Poland, erinnert sich: „Technisches Neuland rund um den Spritzgießprozess hat mich stets fasziniert. Der Grundstein dafür wurde bei mir gelegt, als ich noch Produktmanager bei Battenfeld für Sondermaterialien war. Ich konnte kaum glauben, dass es noch niemand geschafft haben sollte, Serienteile aus Polyvinylalkohol herzustellen.“

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